Wer hat Angst vor M. Fourcade?

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Krug: "Können nicht jeden Tag aufs Podest laufen"

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Drei Siege, 40 Schüsse, 40 Treffer – der Franzose Martin Fourcade war wieder einmal der Mann des Wochenendes. Ein Jahr nachdem er in Ruhpolding dreifacher Weltmeister wurde, gelang ihm am selben Ort bei idealem Biathlon-Wetter erneut ein Dreifach-Sieg.

Beim abschließenden Massenstart gewann Martin Fourcade den spannenden Schlusssprint gegen den Russen Dmitry Malyshko. „Fast einen Meter vor der Ziellinie“, erzählte der Franzose nach dem Rennen, war er „sicher, zu gewinnen“.

Jedoch reichte seine Taktik, „zwanzig mal zu treffen und so schnell wie möglich zu laufen“ nicht ganz aus, denn am Ende musste er „noch mehr geben, um zu gewinnen.“

Keine Angst vor Fourcade

Der drittplatzierte Emil Hegle Svendsen bekommt trotz Fourcades Überlegenheit „keine Angst“, er schaue nur auf die eigene Leistung.

Auch der zweitplatzierte Dimtri Malyshko, der vergeblich versucht hatte, „Martin auf dem letzten Anstieg abzuhängen“, bedankt sich lieber, dass ihm mal wieder gezeigt wurde, welche Aspekte seines Rennens er noch verbessern muss.

Krug mit ÖSV-Team zufrieden

Auch das ÖSV-Team versucht, sich nicht von Fourcade und Co beeindrucken zu lassen und sich auf die eigenen Leistungen zu konzentrieren.

Nach dem dritten Platz mit der Staffel gab es zwar in Ruhpolding keinen weiteren Stockerlplatz, doch Trainer Remo Krug warnt gegenüber LAOLA1 davor, bei jedem Rennen aufs Podest zu schielen: „Ich bin schon zufrieden. Es herrscht ein wahnsinnig hohes Niveau mit einer wahnsinnig hohen Leistungsdichte. Wir können nicht davon ausgehen, dass wir jeden Tag aufs Podest laufen“.

Die sehr gute Leistung in der Staffel habe gezeigt, wie stark die Mannschaft sei. Allerdings dürfe man sich bei der herrschenden Konkurrenz nur ganz wenige Fehler leisten.

„Wir sind immer mit ein, zwei Fehlern zu viel dabei“, erklärt Krug, was die ÖSV-Athleten noch daran hindert, öfter ganz vorne zu landen.

Zufrieden: Landertinger

„Kompletter Biathlet“ nötig

Aufgrund der hohen Leistungsdichte, die heutzutage im Biathlon herrscht, haben sich die Anforderungen verändert: „Man muss sowohl im Laufen als auch im Schießen spitze sein. Man kann nicht mehr nur mit einer Disziplin was erreichen. Um konkurrenzfähig zu sein, muss man mittlerweile ein kompletter Biathlet sein“, so der Thüringer.

Beim Schießen fehle manchmal noch „die Mischung aus Konzentration, Selbstvertrauen und Kaltschnäuzigkeit“. Allerdings sollte man die gebotenen Leistungen durchaus positiv bewerten, da bewiesen wurde, dass man aus „eigener Kraft in der Weltspitze mitlaufen“ könne.

 „Man muss auch erst mal 18 Treffer setzen. Das ist deswegen keine schlechte Leistung“, unterstreicht der ÖSV-Coach.

"Landi" zufrieden

Im Massenstart belegte Dominik Landertinger – wie auch schon am Vortag im Sprint – Platz elf und wurde damit bester Österreicher. Simon Eder schoss zwar nur einen Fehler, landete aber auf Platz 20, Fritz Pinter wurde 27.

Landertinger zeigte sich gegenüber LAOLA1 zufrieden mit seiner Leistung: „Läuferisch ist es mir voll gut gegangen, zum Schluss habe ich nochmal drei extrem gute Läufer überholen können und zwei Fehler bei vier Mal Schießen sind auch gut."

Diese Einschätzung seiner zwei Fehler relativiert er anschließend: "Das ist ein Fehler zu viel, aber ich bin auch mit drei Fehlern mal Weltmeister geworden".

Allerdings macht sich "Landi" keine großen Vorwürfe. "Ein Fehler stehend kann passieren. Beim letzten Schießen hab ich voll durchziehen müssen, sonst wär ich sowieso nicht mehr vorne gewesen und da ist mir leider noch ein Fehler passiert", beschreibt er sein Rennen.

Weltspitze dicht beisammen

Er weist darauf hin, wie eng es derzeit in der Weltspitze zugeht: "Es ist einfach brutal, wie gut zurzeit geschossen wird. Elfter zu werden bei dieser Weltdichte, ist einfach brutal gut".

Um am Stockerl zu stehen, müsse „immer alles passen, da brauchst du wirklich perfektes Material, eine perfekte Laufform und du musst perfekt schießen. Wenn du da einen kleinen Fehler machst, bist du sofort aus den Top Ten draußen".

 

Christoph Nister und Henriette Werner aus Ruhpolding

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