Abfahrtsnation Nr.1! Oder nicht?

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LAOLA1-Analyse der Abfahrts-Saison 2011/12

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Legende: 1...Bester ÖSV-Läufer, 2...ÖSV-Herren in den Punkterängen 3...ÖSV-Punkte,
4...Punkteschnitt ÖSV-Läufer in den Top 30, 5...Punkteschnitt aller gestarteten ÖSV-Läufer

Österreichs Abfahrer absolvieren eine gute Saison - mit einem Ausreißer nach unten. In der Wetter-Lotterie von Gröden zieht das ÖSV-Team Nieten und fährt mit nur 69 Punkten das mit Abstand schwächste Ergebnis ein.

An gute alte Abfahrtszeiten ist man hingegen in Garmisch-Partenkirchen erinnert. Den Sieg schnappt sich zwar Christof Innerhofer, dahinter reihen sich aber drei Österreicher ein. Mannschaftlich überzeugt rot-weiß-rot auf ganzer Linie: Mit zusammen 311 Punkten wird der höchste Schnitt der Saison eingefahren.

Saisonen im Vergleich:

Hannes Reichelt und eine Hundertstel-Sekunde verhindern eine Abfahrts-Saison ohne ÖSV-Sieg!

Beim engsten Rennen der Weltcupgeschichte darf Hannes Reichelt gemeinsam mit Dominik Paris über den einzigen ÖSV-Sieg in dieser Saison jubeln.

Lieferte sich Österreich 2011/12 noch ein spannendes Duell mit der Schweiz um die Position der Nummer 1 in der Abfahrt, ist in diesem Winter Italien der große Gegner.

Die Kristallkugel geht aber nach Norwegen in Person von Aksel Svindal.

Die LAOLA1-Analyse zur Abfahrts-Saison 2012/13:

 

Die Saison in Zahlen:

Österreich erobert die Nummer-1-Position in der Abfahrt zumindest im Nationencup zurück. Musste man im Vorjahr noch der Schweiz den Vortritt lassen, thront in diesem Winter wieder rot-weiß-rot ganz oben.

Das Minus bei der Punkteausbeute ist auf die geringere Anzahl an Rennen zurückzuführen. Statt 11 Abfahrten wurden in dieser Saison nur acht absolviert.

Die Aufsteiger der Abfahrtssaison sind die Italiener, die sich auf Rang zwei verbessern.

Die großen Verlierer sind die Schweizer: Ein sattes Minus von 1732 Punkten steht im Jahr 1 nach Didier Cuche bei den Eidgenossen.

"Medaillenspiegel" der Abfahrt:

Rennen Sieger 1 2 3 4 5
L. Louise Svindal Franz (2.) 8 226 28,25 20,55
B. Creek Innerhofer Scheiber (4.) 7 166 23,71 15,09
Gröden Nyman Puchner (13.) 6 69 11,5 6,27
Bormio Reichelt/Paris 5 198 39,6 19,8
Wengen Innerhofer Kröll (2.) 7 232 33,14 29
Kitzbühel Paris Reichelt (3.) 7 215 30,71 26,88
Garmisch Innerhofer Streitberger (2.) 10 311 31,1 28,27
Kvitfjell Theaux Kröll (3.) 7 170 24,29 17,0
Lenzerheide Absage
57 1587 27,84 19,84
(7,125) (198,375)

Reiht man hingegen nach der Anzahl der Siege, dann ist Italien die absolute Top-Nation dieses Winters. Innerhofer und Pais jubeln fünf Mal am obersten Siegerpodest.

Italien ist damit die einzige Nation, die mehr als eine Abfahrten gewinnen kann.

Bei den Podestplatzen hat Österreich die Nase vorne. Gegenüber der Saison 2011/12 sind dies zwei Stockerplätze weniger - allerdings auch bei drei Rennen weniger.

Auch hier sind die Schweizer die großen Verlierer: Kein Sieg (nach 6 siegen 2011/12) und kein Podestplatz (gegenüber 11).

Vergleich der Saisonen nach Siegen und Podestplätzen:

06/07 07/08 08/09 09/10 10/11 11/12 12/13
Punkte-Schnitt ÖSV pro Rennen 176 176,18 145,11 122,38 189,78 172,18 198,36
Punkte-Schnitt ÖSV pro Athlet 27,79 23,63 27,21 25,10 37,95 29,14 27,84
Durch. Sieg-Vorsprung 0,199 0,30 0,22 0,32 0,21 0,25 0,25

Sieg-Vorsprünge:

Die Abfahrten sind in dieser Saison meist enge Entscheidungen. Nur beim ersten Rennen in Lake Louise hat ein Läufer mehr als eine halbe Sekunde Vorsprung.

In Bormio gibt es gar die knappste Entscheidung der Weltcup-Geschichte: Reichelt und Paris teilen sich zeitgleich den Sieg, Svindal und Kröll reihen sich im Hundertstel-Abstand dahinter ein. Damit sind vier Läufer nur durch 0,02 Sekunden getrennt.

Marken-Weltcup:

Auch wenn die Siege fehlen: In der Breite ist das ÖSV-Abfahrtsteam so gut aufgestellt, wie lange nicht.

Mit 198,36 Punkten gibt es den höchsten Punkteschnitt der letzten Jahre.

Die fehlenden Siege spiegeln sich im Punkteschnitt pro Athlet wider - der ist im Vergleich zu 2010/11 deutlich gesunken.

Der Siegvorsprung bleibt mit 0,25 Sekunden konstant - die Abfahrten bleiben also eine "enge Kiste".

Nationencup Abfahrt:

Eine Überraschung gibt es im Marken-Weltcup. Salomon kann trotz der Abgänge von Beat Feuz und Romed Baumann die Top-Position knapp verteidigen.

Der Vorsprung auf Head schmilzt allerdings auf 45 Punkte zusammen. Wäre Neuzugang Feuz nicht die gesamte Saison ausgefallen, wären die Vorarlberger wohl an der Spitze des Rankings. Atomic kann den Abwärts-Trend stoppen und schreibt trotz weniger Rennen ein kleines Plus.

Philipp Bachtik

Nation 1. 2. 3. Gesamt
1. Italien 5 0 0 5
2. Österreich 1 3 5 9
3. Norwegen 1 2 2 5
4. USA 1 0 1 2
5. Frankreich 1 0 0 1
6. Kanada 0 1 1 2
7. Slowenien 0 1 0 1
Nation Siege 11/12 Siege 12/13 Podest 11/12 Podest 12/13
1. Italien 0 5 1 5
2. Österreich 2 1 11 9
3. Norwegen 1 1 3 5
4. USA 1 1 2 2
5. Frankreich 0 1 1 1
6. Kanada 1 0 4 2
7. Slowenien 0 0 0 1
Schweiz 6 0 11 0
Ort Zeitabstand Sieger-Duo
L. Louise 0,64 Svindal vor Franz
B. Creek 0,23 Innerhofer vor Svindal
Gröden 0,19 Nyman vor Perko
Bormio 0,00 Ex-Aequo-Sieg Reichelt und Paris
Wengen 0,30 Innerhofer vor Kröll
Kitzbühel 0,36 Paris vor Guay
Garmisch 0,12 Innerhofer vor Streitberger
Kvitfjell 0,19 Theaux vor Svindal
Lenzerheide Absage
2,03
0,254
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