Aus dem Rollstuhl zur WM

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Matthias Mayer schon voll auf WM-Super-G fokussiert

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Vergangene Saison hat Matthias Mayer in acht Weltcup-Super-G mit den Rängen acht, sechs und sieben als Bestleistungen enormes Talent aufblitzen lassen.

Im aktuellen Winter sind erst drei Rennen gefahren und der Kärntner war mit sechs, sieben und sechs stärkster ÖSV-Athlet in dieser Disziplin und hat das WM-Ticket für Schladming wohl sicher.

Das ist erstaunlich, waren bei dem 22-Jährigen im Frühsommer 2012 wegen einer zunächst rätselhaften Erkrankung doch Kilos und Zuversicht geschwunden.

Harter Sommer

Im April 2012 ließ Mayer eine Sprunggelenksverletzung und einen alten Zehenbruch therapieren, es war ein Klacks zu dem, was dann folgte.

Beim Afritzer wurde eine "reaktive Arthritis" diagnostiziert, die durch Darmbakterien nach dem Verzehr von verdorbenem Fleisch ausgelöst worden war.

Er fühlte sich erschöpft, bekam Fieber und entzündete Gelenke und musste ins Krankenhaus. Zwischenzeitlich saß er sogar im Krankenhaus.

15 Kilogramm verlor er und hatte im Juni kaum noch Hoffnung, den nächsten Winter rennmäßig in Angriff nehmen zu können. Doch nach Arztwechsel und Ernährungsumstellung ging es aufwärts.

Überraschendes Comeback

Erst im November war Mayer wieder voll ins Training eingestiegen, umso überraschender kam für den HSZ-Soldaten Platz sechs am 25. desselben Monats in Lake Louise.

"Dass es gleich so gut geht, hat mich überrascht. Danach war es das Ziel, dass es so weitergeht. Jetzt bin ich gut drauf und in einer guten Ausgangsposition", sagte der Sohn des früheren Topläufers Helmut Mayer, der 1988 in Calgary Olympiazweiter im Super-G war und 1989 in Vail WM-Silber im Riesentorlauf gewann.

"Auf WM-Super-G fixiert"

Die Aussichten für das WM-Antreten sehen freilich sehr gut aus, und der Junioren-WM-Silbermedaillengewinner von 2008 gibt auch zu, dass die Gedanken an Schladming schon lange im Kopf sind.

"Wir haben ja auch schon in Schladming trainiert. Ich bin voll vorbereitet für den WM-Super-G. Ich bin voll fixiert darauf und will ihn unbedingt fahren. Also ich hoffe mal", weiß Mayer, dass man sich einerseits mit guten Leistungen selbst aufstellt, andererseits die Trainer aber das letzte Wort haben.

Debütant in Kitzbühel

Eine Topleistung im Weltcup-Super-G von Kitzbühel am Freitag würde letzte Zweifel beseitigen und das Selbstvertrauen weiter bestärken: "Ich bin in Kitzbühel noch nie Super-G gefahren. Normalerweise müsste es mir hier ganz gut liegen, leider kenne ich den Starthang mit den ersten sechs Toren überhaupt nicht", gab Mayer zu bedenken.

Doch zwei Dinge stimmen optimistisch. Erstens das Studium vergangener Fahrten von Didier Cuche ("Die Schlüsselstellen sind ja immer ähnlich"), zweitens das Abschneiden von Mayer bei seinen Strecken-Jungfernfahrten: Siebenter in Schladming 2012, Sechster in Kvitfjell 2012 und Achter in Lake Louise 2011.

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