"Sie treten ihm die Tür ein"

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Slalom-Duell zwischen Hirscher und Kostelic?

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Am Sonntag greift Marcel Hirscher wieder ins Geschehen des alpinen Ski-Weltcups ein.

Die 22-jährige Nummer eins im Gesamt-Weltcup hat bei seinen jüngsten drei Rennstarts in Zagreb und Adelboden ebenso oft gewonnen, im Slalom in Wengen (10.15 und 13.15 Uhr) ist gemäß Papierform der Kroate Ivica Kostelic sein größter Rivale.

Kostelic hat am Freitag in Wengen bei seinem Triumph in der Super-Kombination einen der besten Slalomläufe seiner Karriere abgeliefert.

Schlag auf Schlag

"Das ist gerade eine geile Zeit im Weltcup. Mit Wengen wartet der nächste Klassiker, ein geniales Rennen vor einer lässigen Kulisse und super Fans. Ich habe im Moment unheimlichen Spaß am Skifahren", meinte Hirscher, der vor einem Jahr am Fuße der Eiger-Nordwand hinter Kostelic Zweiter war.

Hirschers Ziel ist klar. "Ich will so schnell wie möglich im Ziel sein. Ich weiß, es ist immer dieselbe Antwort, aber ich formuliere es für mich wirklich immer so."

Karten neu gemischt

Saisonsieg Nummer sechs sei alles andere als ein Selbstläufer. "Die Karten werden in jedem Rennen neu gemischt. Außerdem ist alles, was jetzt noch kommt, nur noch Zugabe", berichtete Hirscher, der sich nach seinem Kahnbeinbruch in einer Comebacksaison befindet.

Der Trubel um seine Person hat in den vergangenen Tagen gewaltig zugenommen.

"Aber das ist halt so in der Hauptsaison. Es geht ja nicht nur mir alleine so", sagte Hirscher.

Training in Adelboden

Seit Sonntagabend hat der Annaberger daheim ein wenig regeneriert, mit Physiotherapie die müden Muskeln wieder auf Vordermann gebracht und auch ein paar Schwünge beim freien Skifahren absolviert.

Am Samstagvormittag trainierte Hirscher in Adelboden mit dem Rest der ÖSV-Slalom-Truppe, am Abend sind die Österreicher nach Wengen weitergereist.

Wenn, dann er

Michael Pircher, der Cheftrainer der Slalom-Herren, ist überzeugt, dass Hirscher den Rummel wegstecken wird.

"Derzeit treten sie ihm schon richtig die Tür ein. Aber wenn es einer wegsteckt, dann er. Er ist nervenstark, das hat er in den letzten Rennen bewiesen, da hat er auch nicht geschwitzt", meinte Pircher.

Nervenstärke hat zuletzt auch Rainer Schönfelder bewiesen, der Kärntner hat mit Rang 14 in Adelboden das von ihm langersehnte Rufzeichen gesetzt.

"Mit viel Selbstvertrauen"

"Es war die erste echte Chance, und die habe ich gleich genützt", sagte Schönfelder, der in Adelboden endlich Bedingungen vorfand, die annähernd seinem Geschmack entsprachen.

Der 34-Jährige ist überglücklich, dass er endlich bewiesen hat, dass er auch mit der "Next Generation" mithalten kann. Doch Schönfelder weiß, dass es in Wengen extrem hart wird, das Finale der besten 30 zu erreichen.

"Mit meiner Startnummer um die 40 herum ist der erste Durchgang immer ein Kampf um Hundertstel. Ich komme mit viel Selbstvertrauen, viel Freude und mit realistischen Erwartungen nach Wengen."

Immer mittendrin

Benjamin Raich zeigte als Achter in Adelboden auch im Slalom einen Aufwärtstrend, der Tiroler weiß aber, dass er noch deutlich mehr kann.

"Ich wurde bisher im Slalom unter meinem Wert geschlagen. Meine Startnummern waren immer genau in der Mitte, ich hatte nie wirklich eine Chance", merkte Raich an.

Deshalb will der Pitztaler geduldig abwarten und dann die Gunst der Stunde nützen.

Nacken wieder akut

Manfred Pranger war im ersten Adelboden-Durchgang auf dem Weg zu einer Spitzenzeit, flog aber kurz vor dem Ziel spektakulär auf den Rücken und aus dem Rennen.

Der Rücken hat den harten Aufprall gut überstanden, allerdings wurde beim Tiroler die beim Sturz im Dezember im Europacup-Slalom in Obereggen erlittenen Nackenblessur wieder akut.

"Der Nacken macht ihm ordentlich zu schaffen, sein Start ist aber nicht gefährdet", sagte Pircher.

Herbst bleibt ruhig

Körperlich fit, aber nach fünf Saison-Rennen noch ohne brauchbares Ergebnis steht Reinfried Herbst da. "Ich fahre nicht schlecht. Ich muss schauen, dass endlich mein Negativlauf endet. Ich bin fest davon überzeugt, dass es jederzeit anders ausschauen kann", meinte der Salzburger.

Herbst will auf keinen Fall die Nerven wegschmeißen. "Ich schaue von Rennen zu Rennen, egal, wie das vorige ausgegangen ist."

Nach Wengen geht es im mit Slaloms reich gefüllten Jänner munter weiter, es stehen noch Kitzbühel und Schladming auf dem Programm.

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