"Es war ein Höllenritt"

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Hirscher war in Alta Badia nicht zu bremsen

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Schneller Kurs, Verkühlung, Schläge - Marcel Hirscher war am Sonntag beim Riesentorlauf in Alta Badia durch nichts zu bremsen.

Der Salzburger schüttelte auf dem Weg zu seinem 27. Weltcup-Triumph eine Verkühlung ab, zähmte die selektive Gran-Risa-Piste und zeigte auch der eigenwilligen Kurssetzung die kalte Schulter.

Bereits am Montag beim Nacht-Slalom in Madonna di Campiglio soll der Siegeszug weitergehen.

"Das war ein Höllenritt"

"Das war ein Höllenritt. Das war sicher eines der härtesten Rennen im bisherigen Winter", meinte Hirscher nach seinem bereits vierten Saisonerfolg.

"Teilweise bin ich mir vorgekommen wie auf der Buckelpiste oder wie bei einem Motocross-Rennen", so Hirscher, der aber die Herausforderung liebt: "Wir suchen keine leichten Aufgaben, sondern Herausforderungen."

"Scheiß drauf, gib Saures"

Eine eben solche stellte für Hirscher auch die Kurssetzung im Finale dar. Franz Gamper, ein italienischer Trainer von Hirschers Weltcup-Rivalen Kjetil Jansrud, flaggte einen äußerst flotten zweiten Durchgang aus.

"Das war natürlich nicht unbedingt nach meiner Vorstellung", sagte Hirscher, der dann aber erst recht zum Generalangriff blies.

"Ich hab mir gedacht: 'Scheiß drauf, gib Saures.' Denn Angriff ist halt noch immer die beste Verteidigung", berichtete der dreifache Gesamt-Weltcup-Sieger. Böses Blut zwischen den Lagern von Hirscher und Jansrud sieht er jedoch keinesfalls.

Hirscher erinnert an Aufregung um Pircher-Lauf

"Es ist doch klar, dass jeder für die Vorzüge des eigenen Athleten setzt. Ich glaube nicht, dass die Norweger das speziell gegen mich gemacht haben. Und wenn schon, dann hat der Plan nicht funktioniert. Da müssen sie sich schon was anderes einfallen lassen", erklärte der ÖSV-Star.

Hirscher wollte jedoch daran erinnern, was für ein Theater im März 2014 in Lenzerheide gemacht worden war, als sein ÖSV-Coach Michael Pircher einen "Hirscher-Lauf" gesetzt hatte.

"Es soll sich halt bitte keiner mehr aufregen, wenn wir einen Slalom am Limit setzen", meinte Hirscher. Den Spieß umdrehen kann das Hirscher-Team pikanterweise bereits am Montag, Pircher ist in Madonna der Kurssetzer des ersten Durchgangs.

Nyman über Kurssetzung verwundert

Der erste Durchgang - noch um drei Sekunden langsamer als der 2. Lauf - sorgte bei Abfahrer Steven Nyman für Unterhaltung:


"Dann werde ich zusammenzählen"

Dass Hirscher derzeit besonders viel Spaß an seiner Arbeit hat, ist nicht zu übersehen. Die Gedanken, seine Karriere noch vor Olympia 2018 zu beenden, sind daher aktuell ad acta gelegt. Das mögliche Rücktrittsdatum wurde in die Jahre 2018, 2019 oder 2020 verschoben.

Denn auf die Frage, was es ihm bedeutet, mit 27 Weltcup-Siegen an Franz Klammer vorbeigezogen zu sein, antwortete Hirscher: "Wenn ich in vier, fünf Jahren aufhöre, dann werde ich zusammenzählen. Die Rechnung wird am Schluss gemacht. Ich hoffe, dass das nicht mein letzter Sieg war."

Favoritenrollen-Ping-Pong

Weitere Erfolge wird Hirscher auch im Rennen um den Gesamtweltcup brauchen.

Für den ebenfalls von Sieg zu Sieg eilenden Jansrud gibt es von Hirscher Bewunderung: "Kjetil fährt brillant Ski, unglaublich. Er schaut stark aus und macht keine Fehler. Man kann ihm nur gratulieren. Wenn er so weiter fährt, hab ich keine Chance im Gesamt-Weltcup."

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