Kindheitstraum muss warten

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"Ich habe den nächsten Schritt gemacht"

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Martin Ulmer hat es geschafft. Der 24-jährige Vorarlberger steht erstmals bei einem großen Turnier im Kader der österreichischen Nationalmannschaft.

Beim letzten Zusammentreffen des ÖEHV-Teams vor der B-WM in Ljubljana wurde der Schweiz-Legionär von Teamchef Manny Viveiros nach den Testspielen in Feldkirch gegen die Eidgenossen noch aus dem Kader gestrichen.

Damals platzte der Traum, erstmals bei einem Pflichtspiel gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Stefan (22) sein Vaterland zu vertreten. Während der Verteidiger mit der rot-weiß-roten Auswahl den Aufstieg in die A-Gruppe feierte, fieberte sein älterer Bruder vor dem Fernseher mit.

In diesem Jahr ist dies genau umgekehrt. Martin hat den Cut geschafft und Stefan kann wegen einer Viruserkrankung sowie einer nicht ganz ausgeheilten Verletzung nur zusehen. Wieder erfüllt sich der Traum der Ulmers, Seite an Seite aufzulaufen, nicht.

Im Interview mit LAOLA1 spricht Martin Ulmer über seinen Bruder, sein Engagement in der Nationalliga A sowie den Kontakt zur Raphael Herburger und die Olympia-Qualifikation.

LAOLA1: Wie zufrieden bist du mit deinem ersten Auftritt gegen Italien?

Ulmer: Es war ganz okay, aber leider war die Chancenauswertung unserer Linie nicht so gut. Am Ende haben wir aber gewonnen und das ist das Einzige, was zählt.

LAOLA1: Dein Bruder ist nicht dabei. Hättest du dir gewünscht, gemeinsam mit ihm für Österreich aufzulaufen?

Ulmer: Das ist definitiv ein Kindheitstraum. Ich denke, wenn wir weiterhin unsere Leistungen bringen und weiter hart an uns arbeiten, dann wird das in näherer Zukunft bei einem großen Turnier vielleicht auch mal klappen.

LAOLA1: Vor der B-WM in Ljubljana wurdest du noch aussortiert. Was hat sich im letzten Jahr verändert, dass du diesmal den Cut geschafft hast?

Ulmer: Ich habe den nächsten Schritt gemacht und die Spiele in der Schweiz tun mir einfach extrem gut. Soviel Eiszeit hätte ich in Österreich nie bekommen und dafür bin ich sehr dankbar.

Martin Ulmer spielt sein erstes großes Turnier für Österreich

LAOLA1: Du hast den Weg über die zweite Schweizer Liga genommen und stehst nun beim EHC Biel in der Nationalliga A unter Vertrag. Ist dies ein Weg, den du auch anderen jungen Talenten in Österreich ans Herz legen würdest?

Ulmer: Prinzipiell würde ich talentierten, jungen Spielern immer raten, es im Ausland zu versuchen. Zum einen ist es menschlich eine wichtige Erfahrung und zum anderen sportlich eine großer Herausforderung. Vor gar nicht allzu langer Zeit war die Schweiz nicht viel besser als Österreich, aber sie spielen in der Liga eben nur mit vier Ausländern pro Team und wir mit zwölf. Irgendwann macht sich das leider bemerkbar.

LAOLA1: Es gibt auch Gerüchte, Raphael Herburger würde mit einem Wechsel zu Biel liebäugeln. Hast du davon etwas gehört?

Ulmer: Wir haben hin und wieder Kontakt, aber wirklich Konkretes hat er noch nicht verraten. Er hat nur erzählt, dass er mit dem Verein derzeit spricht. Unser beider Vorteil ist es, dass wir die Schweizer Lizenz haben und daher das Ausländer-Kontingent nicht belasten. Wie gesagt, ich kann ihm nur raten, den Schritt ins Ausland zu wagen.

LAOLA1: Dein Bruder spielt auch in der Schweiz. Gibt es da vielleicht eine Möglichkeit, dass ihr irgendwann auf Vereinsebene im selben Jersey aufläuft, wenn es schon nicht im Nationalteam klappt?

Ulmer: Zuletzt hatten wir das Vergnügen erstmals in der Nationalliga A gegeneinander zu spielen, das war zur Abwechslung auch ganz lustig. Derzeit spielt er bei Lugano und die haben sehr gute Stürmer. Da wird es wohl eher schwierig für mich unterzukommen (lacht).

LAOLA1: Wie war es gegen den jüngeren Bruder zu spielen?

Ulmer: Es war lustig, denn es war in der Schweiz die Fernsehpartie und der Fokus lag gleich zu Beginn auf uns beiden. Im Spiel kennt man aber dann keine Verwandtschaftsverhältnisse. Im ersten Shift hat er mir gleich einen Check mitgegeben, da wird keine Rücksicht genommen.

Aus Bietigheim-Bissingen berichtet Sebastian Rauch

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