Der Traum vom Grand-Slam-Titel

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Gael Monfils träumt in Roland Garros vom großen Titel

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Er ist wieder zurück. Gael Monfils. Und es gibt wohl niemanden im Tennis-Zirkus, der es dem 26-jährigen Franzosen nicht vergönnt.

Nur drei Turniere konnte der gebürtige Pariser nach einer komplizierten Knie-Operation in der zweiten Jahreshälfte 2012 spielen.

Durch die lange Pause rutschte Monfils zu Saisonbeginn sogar kurzfristig aus den Top 100.

Challenger-Abstecher bringt Umschwung

Das Comeback gestaltete sich mühsam. In Auckland erreichte er im Jänner zwar bereits das Halbfinale, danach lief es aber nicht mehr nach Wunsch.

Erst ein Abstecher auf die Challenger-Tour brachte Anfang Mai den gewünschten Erfolg. Mit dem Turniersieg in Bordeaux im Rücken erreichte er eine Woche darauf auch beim ATP-Turnier in Nizza das Endspiel.

Sensations-Sieg über Berdych

Ausgerechnet in seiner Heimatstadt startete er mit dem in den letzten Wochen gewonnenen Selbstvertrauen nun richtig durch. In der ersten Runde der French Open zwang Monfils mit dem an sechs gesetzten Tomas Berdych gleich einen Titel-Mitfavoriten in fünf Sätzen in die Knie.

Danach lieferte er sich mit  Bresnik-Schützling Ernests Gulbis ein nicht minder mitreißendes Duell. Diesmal hatte der ehemalige Weltranglisten-Siebente nach vier Sätzen das bessere Ende für sich.

„Ein großartiges Gefühl“

“Es ist einfach ein großartiges Gefühl, in meiner Heimatstadt zu spielen“, strahlte Monfils nach dem Spiel. Der für seinen spektakulären Spielstil bekannte Publikums-Liebling animierte die Fans am Court Chartrier sogar zur Welle.

Monfils war davon selbst so sehr beeindruckt, dass er kurzerhand sein Handy aus der Tasche nahm und vom Platz aus die Szene aufnahm. „Ich habe den Stuhl-Schiedsrichter gefragt, ob ich die Welle aufnehmen kann. Er hat gesagt: ‚Klar kannst du das machen!‘ Daraufhin habe ich sie schnell aufgenommen.“

Anstrengungen zehren an seinen Kräften

Diese Unterstützung gibt Monfils auch dringend benötigte Kraft. Schließlich spielte er in den vergangenen zwei Wochen zwölf Matches. Alleine in seinen ersten beiden Einzel-Partien in Roland Garros stand der Basketball-Fan 7 Stunden und 18 Minuten auf dem Platz.

„Ich bin in der Nacht sehr müde und in den Morgenstunden erschöpft“, gab Monfils zu. „Mein Körper fühlt sich schwer an. Ich gebe aber nie auf. Meine Eltern haben zu mir gesagt, dass ich einfach nicht viel darüber nachdenken, sondern es einfach machen soll“, erklärte der Sohn eines Telekom-Angestellten und einer Krankenschwester.

Beide Elternteile kommen übrigens aus der Karibik. Vater Rufin stammt von der Insel Guadeloupe, Mutter Sylvette von der Nachbarinsel Martinique.

Viele Erfolge in der Junioren-Zeit

Diesen beiden hat er auch seine frühen Erfolge verdanken. Der ehemaligen Junioren-Weltranglisten-Erste gewann die Nachwuchs-Bewerbe von Melbourne, Paris und Wimbledon. Mit gerade mal 17 Jahren wurde Monfils Profi.

Als solcher spielte er sich zwar bald in die Top Ten, den ganz großen Erwartungen seiner französischen Landsleute wurde er dann aber doch nicht gerecht.

"Mein Traum ist ein Grand-Slam-Titel"

„Tief in mir drin ist mein Traum, dass ich einmal ein Grand-Slam-Turnier gewinne. Und tief in mir drin weiß ich auch, dass ich es schaffen kann“, erklärte die aktuelle Nummer 81 der Welt.

„Ob das jetzt, erst in einem Monat oder irgendwann sein wird, ist egal – ich werde auf meine Zeit warten.“

In Paris ist auf jeden Fall auch die nächste Aufgabe machbar: In der dritten Runde trifft Monfils am Freitag auf den an 32 gesetzten Spanier Tommy Robfredo.

Christian Frühwald

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