Müder Rogan holt EM-Bronze

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Markus Rogan gewinnt EM-Bronze

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Markus Rogan gewann in Debrecen seine 13. Medaille bei Langbahn-Europameisterschaften.

Der 30-Jährige schwamm im Finale über 200 m Lagen in 1:59,39 Minuten auf den dritten Platz. Der Sieg ging an den ungarischen Top-Favoriten Laszlo Cseh (1:56,66), der sich vor dem Briten James Goddard (1:57,84) durchsetzte.

Rogan blieb 35 Hundertstel vor dem viertplatzierten Gal Nevo aus Israel.

Jukic im Finale

Dinko Jukic zog währenddessen in das Finale (Do., 17:57 h) über 200 m Delfin ein. Der Wiener teilte sich seinen Lauf gut ein und schlug in 1:57,02 Minuten als Gesamt-3. an.

"Ich wollte in etwa die gleiche Zeit wie am Vormittag", sagte Jukic, "weil ich wusste, das reicht fürs Finale." Sein Selbstvertrauen dokumentierte der 23-Jährige damit, dass er auf der letzten Länge von Platz sechs aus in seinem Lauf noch Zweiter wurde. "Ich habe einfach Vertrauen in mich und weiß, was ich auf den letzten 50 Metern herausholen kann."

Die erst 17-jährige Lisa Zaiser landete im Halbfinale über 200 m Lagen in 2:14,90 auf dem 10. Endrang.

Die Kärntnerin, die um 65 Hundertstel am Finaleinzug vorbeischrammt, erbringt damit die "ÖOC Selection Time", die sie im Falle einer Einladung des Weltverbandes zu den Olympischen Spielen bringen könnte.

Nicht zu erwarten gewesen

Wenn das kein Selbstvertrauen gibt. Rogan hat am Mittwoch zwar schon 34. Medaille auf der internationalen Bühne geholt, aber Langbahn-EM-Bronze über 200 m Lagen in Debrecen ist sicher eine der von ihm am wenigsten erwarteten.

Vor den Titelkämpfen war er noch glaubhaft unsicher, ob es sich überhaupt für das Finale ausgehen würde, nun wurde er aufs Siegespodest gebeten.

Schlechte Vorzeichen

Noch eineinhalb Wochen davor hatte es beim seit knapp drei Wochen 30-Jährigen rein gar nicht nach irgendetwas Zählbarem in der zweitgrößten ungarischen Stadt ausgesehen.

Beim US-Grand-Prix in Charlotte bewältigte er da den Vorlauf mit 2:04,97 Minuten gerade einmal unter der 2:05er-Marke, im Endlauf wurde Rogan gar disqualifiziert.

Erschöpft und ausgelaugt vom harten Training, bezeichnete er die Debrecen-EM als seine schwierigste seit der auf der Kurzbahn 2003 in Dublin.

Skepsis nach Vorlauf

Auch damals trat er in den Endphasen seines US-Studiums in Stanford ohne spezielle Vorbereitung aus dem Training heraus an, und auch damals wurde es Bronze.

In Irland war es auf seiner früheren Leibstrecke 200 m Rücken gewesen, nun ist es in seiner neuen Spezialdisziplin passiert.

War er nach dem Vorlauf am Dienstag skeptisch gewesen, noch zulegen zu können, schaffte er es schließlich doch zu EM-"Lorbeer". Damit holte Rogan auch im zwölften Jahr in Folge zumindest eine internationale Medaille.

Situation wie in London

Eine bessere Motivation als diese für ihn wohl maximal möglich gewesene Ausbeute gibt es gut zwei Monate vor Olympia für das noch zu absolvierende harte Training nicht.

Denn vor dem Debrecen-Endlauf sah sich der Wiener in einer Situation, wie er sie sich für das angestrebte Olympia-Finale mit realistischem Blick nach vorne wünschen würde.

Nämlich als Außenseiter mit einer kleinen Prozentchance auf eine Medaille in die Entscheidung zu gehen, und diese Möglichkeit mit vollem Risiko dann auch wirklich zu nutzen.

Unantastbare US-Asse

Sollte Rogan am 2. August unter den Lagen-Finalisten ins Londoner Aquatic Centre einmarschieren, werden vielleicht Bilder des Debrecen-Endlaufs vor seinen Augen ablaufen.

Dort wird es voraussichtlich nötig sein, nicht drittbester sondern schnellster Europäer zu sein. Denn es ist davon auszugehen, dass Olympia-Gold und -Silber an die beiden US-Asse gehen werden.

Es würde wundern, wären das nicht Michael Phelps und Ryan Lochte. Die Entscheidung darüber fällt in gut einem Monat bei den US-Trials in Omaha.

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