Die "Suck for the Duck"-Bowl

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Touchdown Tuesday: Die "Suck for the Duck"-Bowl

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Da sind wir auch schon wieder.

Die Ergebnisse sind euch allen freilich wie immer bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 15:

Jössas! Ja, da waren wir wohl ein bisschen voreilig. Sowohl im Powerranking als auch im letzten TT ("Orakel" Altmann) haben wir den Buffalo Bills angesichts ihrer Auslosung eher keine Playoff-Chancen mehr zugesprochen. Aber erstens kommt es anders, zweitens als man schreibt - oder wie auch immer dieses Sprichwort lautet. Gut, noch ist es bezüglich Postseason zu früh, um die Sektkorken knallen zu lassen, dennoch: Chapeau, liebe Bills, vor allem eurer Defense: Aaron Rodgers und mit ihm seine Packers-Offense derart hilflos ausschauen zu lassen, war ganz, ganz, ganz großes Kino! Beide Interceptions (Nummer 4 und 5 von Rodgers in dieser Saison) fing mit Bacarri Rambo ein im Saisonverlauf von Washington gecutteter Noname in seinem erst zweiten Spiel für die Bills. Und so nebenbei ist damit der Sweep der NFC North in dieser Saison perfekt. Nun gleicht der Hinweis darauf, dass Buffalo 2014 über eine starke Abwehr verfügt dem Newscharakter der Zeitung von vorgestern (Was? "Wetten, dass...?!" gibt es nicht mehr???), aber folgenden Fakt muss man sich auf der Zunge zergehen lassen (und nur zur Erinnerung für jene, die es vielleicht vergessen haben: Wir befinden uns im Zeitalter der Überdrüber-Elite-Quarterbacks): In einer Woche Peyton Manning keinen TD-Pass werfen zu lassen (und damit seine Serie kurz vor dem Rekord zu beenden) und in der Woche darauf gegen Aaron Rodgers dasselbe Kunststück hinzulegen, ist schlichtweg abenteuerlich. Auf geht's, Bills! Jetzt noch am letzten Spieltag in New England gegen Tom Brady den "Legenden-Hattrick" hinlegen und das könnte tatsächlich etwas werden mit der ersten Playoff-Teilnahme seit 1769! (PS.: Und bitte nicht davor in Oakland vergeigen!)

Nach jetzigem Stand (siehe unten beim Pic) wären die Philadelphia Eagles nicht in den Playoffs. Ouch. Es wäre nach dieser Saison überaus bitter, aber nach dem Spiel am Sonntag wiederum auch nicht weiter verwunderlich. Da hat Philadelphia die große Chance vor eigenem Publikum einen großen Schritt Richtung Division-Sieg und Playoff-Ticket zu machen und stürzt dabei gegen den direkten NFC-East-Konkurrenten aus Dallas ab. Nach einem 0:21-Rückstand kämpften sich die Eagles zwar noch einmal zurück, aber am Ende hatten die Boys aus Texas stets die Nase ganz vorne und revanchierten sich für das Thanksgiving-Pleite vor deren Publikum. Vier Turnovers fabrizierten Mark Sanchez (2 INT), der vier Mal gesacked wurde, und Co., das kann es in so einem Spiel einfach nicht sein. Jetzt heißt es zittern!

Nein, es geht hier nicht um die etwas übertrieben ausgefochtene Meinungsverschiedenheit, die oben im Bild zu sehen ist. Trotzdem, kleiner Tipp, lieber Jurrell Casey: Es ist nicht die klügste Idee, dem Quarterback des Gegners einen Schlag ins Gesicht zu verpassen. Nur wegen dem bisschen Trash Talk. Es geht viel mehr um den letzten Play bei der "Suck for the Duck"-Bowlzwischen den Tennessee Titans und den New York Jets. Vor dem Spiel war klar: Nur wer verlieren würde, dürfte sich auch weiterhin berechtigte Hoffnungen auf den Einser-Pick im Draft 2015 (wohl QB Marcus Mariota von den Oregon DUCKS) machen. Die Jets haben also gewonnen und verloren zugleich. Story of their life. Das Spiel zwischen Not und Elend, das aberwitzige Spielstände wie 0:5, 3:5, 3:8 oder 10:11 bot und am Ende pikanterweise für eine Resultats-Premiere in der NFL sorgte (es gab noch nie ein 16:11 in der NFL), wäre fast mit dem Music City Miracle II entschieden worden. Anno 2000 hatten die Titans es mit einem ähnlichen Spielzug - Sekunden vor Schluss wird beim letzten Play der Ball über viele Yards nach hinten und zur Seite gepasst, um über mehrere Spieler Raumgewinn zu erzielen und schlussendlich in der Endzone zu landen - ins Divisional-Playoff-Game und später in die Super Bowl geschafft. Dieses Mal wäre es ihnen auch wieder fast gelungen. 58 Yards hatten sie zurücklegen müssen - und am Ende wurde Delanie Walker von Dawan Landry an der neun (!) gestoppt. Eine unfassbare Szene! Aber die Titans-Fans sind wohl sehr sehr glücklich, dass es nicht noch so ein Wunder gegeben hat - vor allem, weil es ja nicht in den Playoffs war...

Money, Money, Money! Wer hat dieses Liedchen nicht auf den Lippen, wenn er an Johnny Manziel denkt? Sein "Moneysign" als Jubel ist nicht nur kreativ, sondern wird gerne abgekupfert - bevorzugt bei Cleveland-Gegnern nach einem Sack gegen "Johnny Football". Womit wir beim Thema wären. Bringen wir es auf den Punkt: Manziels erster Start in der National Football League war eine Bankrotterklärung. 0:30 vor heimischem Publikum gegen die Cincinnati Bengals in einem im Hinblick auf die Playoffs unglaublich wichtigem Spiel. 10 von 18 Pässen für mickrige 80 Yards und zwei Interceptions. Frei nach Giovanni Trapattoni: Konto leer! Hat das kompetitive Armenhaus Cleveland sein Geld in Manziel falsch investiert? Nein. Zumindest kann man das noch nicht sagen - auch wenn der 22-Jährige während seines Debüts als Starter das Internet beinahe lahmgelegt hätte, so viele Expertisen und durchaus auch voreilige Abschreibungen wurden in die Welt gesetzt. Als Rookie ist und bleibt man eine Aktie. Welche Dividende es gibt, entscheidet sich erst längerfristig. Der Tag, an dem Manziel die Browns zurück in die Playoffs führt, kommt vielleicht noch. Dann hätte sich das Draft-Investment auch sportlich ausgezahlt. Finanziell lohnt sich das Engagement des Charismatikers ohnehin. Auch an der Seitenlinie stehend zählte sein Jersey zu den mit Abstand am besten verkauften in der ganzen NFL. Nach seiner Ernennung zum Starter zog der Absatz gleich noch einmal an. Die NFL ist auch Business, und in dieser "rich men's world" wird es ein paar Herrschaften geben, die nur beim Gedanken an Manziel das "Moneysign" machen oder zumindest folgendes Liedchen summen: Money, Money, Money!

IF THE SEASONS ENDS TODAY...

(Zur Erklärung: Anlässlich der Verleihung der Heisman Trophy an Marcus Mariota schwelgte Drew Brees in Erinnerungen an das Jahr 1999, als er selbst nominiert war. Die heutige Saints-Ikone wurde damals unmittelbar hinter Michael Vick, der nicht auf dem Bild ist, Vierter. Ganz rechts auf dem Bild ist Heisman-Gewinner Ron Dayne. Der junge Chad Pennington als Zweiter von rechts rundet diesen Schnappschuss ab)

Hahaha, "mundafinga" in seiner Paraderolle als "alter Revoluzzer" - ganz großer Sport! Gefällt mir! Herzlichen Dank euch allen für eure höchst lesenswerten und ausnahmslosen konstruktiven Gedanken zum Thema MVP. Würde uns extrem freuen, wenn sich so viele wie möglich von euch nach dem letzten TT dieser Saison bezüglich wertvollstem Spieler outen (und gerne natürlich auch auf dem Weg bis dahin), während der Weihnachts-Feiertage wird es ohnehin genügend Zeit zum Überlegen geben. Die Kampagne #JJforMVP nimmt nach der schlechtesten Karriere-Leistung von Aaron Rodgers in Buffalo ohnehin an Fahrt auf, und das zurecht. Was J.J. Watt leistet, ist unglaublich. Gleichzeitig bitten wir euch auch in dieser Woche, im gleich anschließenden Trendsetter euer ganz persönliches Ranking zu erstellen. Nach den Quarterbacks sind diesmal die Running Backs dran. Ich denke, auch bei diesen TT-Awards kriegen wir schöne Ergebnisse zusammen. Mein persönlicher Award für diese Woche geht an Peyton Manning. Er mag vielleicht dem einen oder anderen in den Fantasy-Playoffs nicht so geholfen haben wie gewohnt, aber dass er eine gewisse Toughness bewiesen hat, soll nicht unerwähnt bleiben. Grippesymptome am Wochenende, Zwicken im Oberschenkel während der Partie - der Oldie hat dennoch durchgehalten und seinen fairen Anteil am Sieg in San Diego. Und apropos Fantasy und apropos Rodgers: Schwein gehabt, dass meine Keeper-League-Eliteeinheit in unserem Sechs-Team-Playoff-Format eine First-Round-Bye hatte. Aber nächste Woche zählt's, lieber Aaron. Lass mich nicht im Stich! Und danke Odell Beckham und Co. für den Viertelfinal-Sieg in der "normalen" Draft-Liga - da ging es netterweise gegen Rodgers. Das nennt man wohl gutes Timing! Aber gut, so viele Big Names wie diese Woche ausgelassen haben, wird es sicher genügend Fantasy-Playoff-Dramen geben. Wie schaut's bei dir aus, Kollege Kastler, in deiner Keeper League?

Wenn wir schon bei meiner Fantasy-Eliteeinheit sind. Dieser gehört auch ein gewisser Dez Bryant an. Die Show, die der Dallas-Star gegen Philly abzog, gehörte zweifelsohne zu den Highlights dieses Spieltags. Und nun könnte sein Talent umso mehr gefragt sein, da Star-RB DeMarco Murray wegen eines gebrochenen Knochens in seiner linken Hand operiert wurde und auszufallen droht. Kleine Randnotiz: Bryant hat bei allen drei TDs Eagles-Cornerback Bradley Fletcher ziemlich alt aussehen lassen. Der konnte einem wirklich schon Leid tun, so überfordert war er. Dieses Internet verzeiht so etwas natürlich nicht. So schnell konnte man gar nicht schauen und auf Wikipedia stand folgendes über Fletcher zu lesen: "His nickname is 'lil toast' because he gets burned. He is considered one of the best at blowing a game." Beziehungsweise folgende Positions-Beschreibung (alle unter Zehnjährigen jetzt bitte nicht weiter lesen oder eure Eltern bzw. den Rapper eures Vertrauens fragen): "Dez Bryant's Bitch". Gemein, bringt es aber irgendwie auf den Punkt...

Ganz ehrlich: Wie viel Verletzungspech kann man haben? Jetzt fehlt den Arizona Cardinals für einige Wochen auch noch Drew Stanton, weswegen im Showdown um die NFC West gegen Seattle mit Ryan Lindley (Karrierebilanz bislang in sieben Spielen: 0 TD-Pässe, 7 Interceptions) der dritte Quarterback ran muss - mit Rookie Logan Thomas könnte auch noch der vierte QB Einsatzzeit bekommen. Umso bewunderswerter ist, dass man sich trotzdem im Field-Goal-Festival in St. Louis durchsetzen konnte. Das Playoff-Ticket ist gelöst, dafür ein fetter Pfeil nach oben! Und für Head Coach Bruce Arians sowieso. Seine - für die Rams wenig schmeichelhafte - Ansage ist zwar schon einige Tage her, aber trotzdem ein Schmunzeln wert: "I love it when nobody says you have a chance to win. There is an 11-3-team and a team that is always 8-8. You figure it out." Tja, es gibt Schlimmeres als die beste Bilanz der Conference zu haben und trotzdem der Underdog zu sein. Nur das mit der Beleidigung von St. Louis ist halt nur so halbert gelungen, denn mit einer 8-8-Saison wäre man bei den Rams in den vergangenen Jahren überglücklich gewesen. Letztmals gelang dies 2006, seither gab es nur Losing Seasons. Die letzte Winning Season? 2003.

Ausnahmsweise ein vierter Pfeil nach oben, weil ein wenig Off-NFL-Topic. Wir fragen uns schon eine Zeit lang, ob es unter unseren Lesern auch aktive Football-Spieler gibt. Nur zu: Bitte outen! In Österreich schießen neue Teams ja wie Schwammerl aus dem Boden - echt großartig, was sich in den Leistungsklassen unter der AFL und überhaupt im Football hierzulande tut (Story). Sollte nämlich eurerseits Interesse bestehen, können wir uns für den TT 2015 nämlich sehr gut vorstellen eine Art "Österreich-Corner" einzurichten, in dem ihr euer Team vorstellen könnt. Über das Wie lässt sich diskutieren - am schlauesten vermutlich via Facebook-Video. Auf ein Projekt wollen wir mal proaktiv hinweisen, und zwar auf jenes der Pinzgau Devils. In Österreich ist bekanntlich jede Infrastruktur-Initiative für den Sport zu begrüßen, wenn für American Football etwas getan wird, sagen wir erst recht nicht nein. Vor allem wenn dem Nachwuchs geholfen ist. Die Devils wollen eine Rasensportanlage für Football, aber auch andere Sportarten schaffen - geeignete Trainingsmöglichkeiten schaden bekanntlich nie. Dafür kann jedermann eine Platzpatenschaft übernehmen - und zwar hier! Vielleicht hat ja jemand Lust diesem Projekt unter die Arme zu greifen!

  Ich finde diese "Suck-for-the-Duck"-Sache höchstamüsant, möchte an dieser Stelle jedoch eine Lanze für die New York Jets brechen. Ja, die Wahrscheinlichkeit ist durchaus gegeben, dass dieser Sieg in Tennessee dämlich war. Vor allem weil es neben Marcus Mariota mit - dem allerdings charakterlich schwer umstrittenen - Jameis Winston ein weiteres interessantes QB-Talent gibt. Mit Tampa Bay und Tennessee allerdings auch zwei Destinationen, die im Draft vermutlich vor den Jets picken dürften. Solche "Suck-for-Geschichten" gibt es allerdings nicht zum ersten Mal. "Suck-for-Luck" etwa ging perfekt auf, Indianapolis erwischte ohne den verletzten Peyton Manning genau das richtige Jahr für eine Pleiten-Saison. Die Saison 2005 stand im Zeichen des Wetteiferns um die Dienste von Reggie Bush, der als klassisches Can't-Miss-Prospect und zukünftiger Megastar galt. Heute wissen wir: Sein Name lässt sich immer noch vermarkten (Paralellen zu Johnny Manziel?), aber die Traum-NFL-Karriere hat er nicht hingelegt, nicht einmal in die Pro Bowl wurde er bis dato gewählt. Trotzdem hat er seinen Super-Bowl-Ring und darf für sich beanspruchen, mit New Orleans eine krisengeschüttelte Stadt in Aufbruchstimmung versetzt zu haben. Dies wiederum war nur möglich, weil er im Draft 2006 schließlich gar nicht an Nummer 1 gewählt wurde, da sich Houston lieber Mario Williams sicherte. Und um den Bogen zurück nach New York zu spannen: Auch damals soll es empörte Jets-Fans gegeben haben, dass ihr Team nicht genügend verlor, um sich Bush zu sichern. Die "Gang Green" pickte jedoch im selben Draft an Nummer 4 Left Tackle D'Brickashaw Ferguson. Der ist immer noch eine der verlässlichen Größen in Grün. Im Rückblick der bessere Deal als Bush. Also wer weiß: Vielleicht wird es diesmal mit Amari Cooper die dringend benötigte Langzeit-Lösung auf der Receiver-Position und die Jets fahren mit ihm besser als mit Mariota. Time will tell...

Ach, dieses Kuriositäten-Kabinett namens NFC South. Irgendwie isses ja auch witzig. Zweiter Start von Derek Anderson in dieser Saison für die Carolina Panthers, zum zweiten Mal gegen Tampa Bay, dabei den zweiten Sieg eingefahren - von insgesamt nur deren fünf des Playoff-Aspiranten in dieser Saison. Ganz und gar nicht witzig ist der Grund, warum der Backup-QB ran musste, und zwar Cam Newtons Autounfall. Sind wir froh, dass dieser halbwegs glimpflich ausgegangen ist!!! Newton veranlasste der Crash, tiefer in sich zu gehen und via Instagram einen längeren Text zu verfassen, zum Beispiel folgende Zeilen: "L1FE IS TO SHORT FOR YOU NOT TO APPRECIATE IT TO THE FULLNESS; THROUGH THE GOOD AND THE BAD." Das kann man vollinhaltlich unterschreiben!

Wie heißt eigentlich diese Soap Opera in Chicago? "Schlechte Zeiten, schlechte Zeiten" oder wie? Dieser Zirkus, der unter der Woche abging, ist natürlich nicht nur für den NFL-Fan in mir, sondern auch für den Journalisten interessant. Kurz zur Ausgangsposition: NFL-Network-Insider Ian Rapoport zitierte einen anonymen, hochrangigen Bears-Angestellten, dass die Franchise Gewissensbisse plagen würden, dass man Quarterback Jay Cutler einen derart teuren Vertrag gegeben hat. So weit, so unspektakulär. Anonyme Quellen gehören gerade in der NFL zum Tagesgeschäft, offiziell hört man ohnehin meist nur weichgespültes Blabla. Besagte anonyme Quelle war, wie inzwischen die ganze NFL-Welt weiß, niemand Geringerer als Offensive Coordinator Aaron Kromer. Der bekam nämlich selbst Gewissensbisse wegen seiner Äußerung, also fiel ihm nichts Blöderes ein, als sich vor versammelter Offense tränenreich bei Cutler zu entschuldigen und sich somit als die "anonyme" Quelle zu outen. Nicht falsch verstehen: Ich finde, das ehrt ihn menschlich, sofern ehrlich gemeint. Aber eine gewisse Naivität (das netteste Wort, das mir gerade einfällt) kann man Kromer hier nicht absprechen. Denn n-a-t-ü-r-l-i-c-h blieb diese Entschuldigung nicht intern, womit der Scherbenhaufen perfekt war. Das mediale Halligalli an den folgenden Tagen kann man sich vorstellen. Es folgte eine peinliche Pressekonferenz Kromers beziehungsweise eine zugegeben souveräne Cutlers, der jedoch - wie diverse Quellen, denen nun Tür und Tor geöffnet sind, berichten - privat fuchsteufelswild sein soll. Verständlicherweise. Die Beziehung zwischen OC und QB gehört zu den wichtigeren in einer Franchise. Ich sehe ehrlich gesagt keinen Weg, wie Kromer über die Saison hinaus seinen Job behalten kann, beziehungsweise: Wer soll ihn in Zukunft einstellen? Ich sage nicht, dass es ganz super ist, aber in der Sportwelt wird eben viel getratscht, und an manche Spielregeln sollte man sich mehr oder weniger kaltblütig halten, sonst wird man selbst verschluckt. Und Kromer ist nun in jeglicher Hinsicht ein gefundenes Fressen. Hier drei Tweets des geschätzten NFL-Experten Michael Silver: Der erste von unter der Woche bezüglich anonymer Quellen, die beiden weiteren etwas launigeren aus dem Monday Night Game gegen New Orleans, in dem die Bears-Offense, naja, nicht unbedingt auf einer Wellenlänge agierte. Wer den Schaden hat...



Die ersten Playoff-Tickets (aus der NFC die Arizona Cardinals) sind vergeben, die ersten Divisions sind ausschließlich in der AFC gesichert. Die Denver Broncos (West), die Indianapolis Colts (South) und die New England Patriots (East) haben einmal mehr ihre "Liga" gewonnen. An dieser Stelle sei vor allem den Patriots gratuliert, die nicht nur zum sechsten Mal en suite die AFC East ihr eigen nennen dürfen, sondern diese Division seit 2001 nur zwei Mal nicht für sich entschieden haben. Schön, wenn man den Dauer-Auftrag bei der Division-Sieger-T-Shirt-Bestellung de facto nie löschen muss. Wisst ihr noch, wie wir uns alle zu Beginn der Saison Sorgen gemacht haben? Tja, das waren spannende fünf Tage.

Wir verunglimpfen die NFC South jede Woche zumeist zurecht, deswegen möchte ich an dieser Stelle auch der AFC North noch einmal ein explizites Lob aussprechen. Keine Division ist spannender und zumindest drei Teams gaben sich diese Woche - zumindest resultatsmäßig - keine Blöße. Die Bengals fertigten die Browns ab, Pittsburgh behielt in Atlanta die Oberhand und Baltimore kämpfte Jacksonville nieder. Das ist nicht immer alles übermäßig schön anzusehen, aber es geht um die Siege. Zwei Spieltage vor Schluss haben alle drei Chancen auf den Division-Sieg. Ich mag Krimis!

Ich hatte hier ja schon einmal den Wunsch geäußert, Jon Gruden wieder als NFL-Coach sehen zu wollen. Das kann ich mir mal getrost abschminken, ist aber auch nicht weiter schlimm. Denn der gute Mann bleibt uns hörbar noch lange erhalten. Als ESPN-Experte, v.a. beim Monday Night Game, bleibt uns dieser Football-verrückte Enthusiast noch zumindest bis 2021 erhalten. Eine der schönsten Vertragsverlängerungen der Saison, zumindest für uns. Bravo!


Drei Mal en suite standen die San Francisco 49ers im Conference Final der NFC. Diese Serie ist nach dem 7:17 bei den Seattle Seahawks gebrochen, denn die Niners haben keine Chance mehr auf ein Playoff-Ticket. Das ist vor allem deswegen bitter, weil dieses Team einfach zu viel Potenzial hat, um schon nach Woche 15 die Segel streichen zu müssen. Bitter ist es auch, weil San Francisco einmal mehr in Seattle eine Fehlentscheidung des Referees hinnehmen musste. Die NFL gab später zu, dass der Roughing-the-Passer-Call von Ed Hochuli falsch war. So gab es kein Field Goal, sondern den vorentscheidenden Touchdown der Seahawks. Die Niners hätten zwar trotzdem wohl die Partie nicht gewonnen, aber der schale Beigeschmack bleibt. Überhaupt bin ich für eine klarere Regelung bei solchen Strafen (Pass Interference kann ja von bis auch alles sein), so dass nicht ein schwammiger, subjektiver Eindruck nicht über die Saison entscheidet.

Die Chicago Bears und die Medien. Das war so ein Ding diese Woche, wie ihr weiter oben schon vernehmen konntet. Aber der arme Jay Cutler wurde bei seiner PK im eigenen Stadion nicht einmal mit entspechend medialer Präsenz gewürdigt. Die Journalisten waren noch nicht alle da und nur ganz wenige im PK-Raum. Armer Teddy-Bear. Aber hey, genauso wie die Liebe zum Ballbesitz-Wechsel hast du auch das mit Eli Manning gemeinsam. Mein All-Time-Favorit aus "C'mon Man" von ESPN anno 2010! Enjoy!


Um auf Kollegen Altmanns wenig überraschende Frage, wie es bei mir in der Keeper League im Fantasy Football denn aussehe, zu antworten: Danke, gut. Und selbst? Ach so, das bekomme ich ja Tag ein, Tag aus zu hören/lesen, hehe. Ja, für den Sieg reicht es weder in der einen (unseren), noch in der anderen, wo du "leider" nicht mitspielst. Aber back-to-back Sieger der Herzen zu werden, finde ich auch toll. Und wie ich manchmal bei "Pickings" (Danke fürs Einschalten) zu sagen pflege: Winning isn't everything, it's... Nein, das war's.

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl XLIX, die am 1. Februar kommenden Jahres in Arizona stattfinden wird. Wir sind zuversichtlich, in irgendeiner Woche richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Super-Bowl-Pick nach Week 15:

PITTSBURGH STEELERS vs. ARIZONA CARDINALS

Weil ich oben schon die AFC North gelobt habe, gibt es hier noch einen Vertrauensvorschuss dazu. Die Steelers schaffen es nicht nur in die Playoffs, sondern kommen mit ihren Traum-Waffen in der Offense auch noch ins "Big Game". Dort warten dann die Cardinals, die mit dem reaktivierten QB Kurt Warner (das habe ich am Wochenende irgendwo aufgeschnappt, fand es eine unterhaltsame Idee, oder wie wäre es mit Brett Favre?) zu Hause die Steelers zur Re-Bowl von 2009 erwarten. Hey, unterhaltsam wäre es allemal!

PETER ALTMANN und sein Super-Bowl-Pick nach Week 15:
 
NEW ENGLAND PATRIOTS vs. SEATTLE SEAHAWKS
 
Ouch, ouch, ouch, liebe Packers. Es ist im Fall der Fälle ein riesiger Unterschied, ob man in den Playoffs in Green Bay oder in Seattle antritt. Dieser Ausrutscher in Buffalo könnte euch gleichzeitig Tickets für einen Trip in den Nordwesten gebucht haben. Und - home, sweet, home - in Seattle sind die Seahawks Favorit. Vor allem weil Buffalo bewiesen hat, dass man selbst Aaron Rodgers mit einer hammerharten Defense stoppen kann. Ein Endspiel gegen die Patriots hätte einen zusätzlichen Reiz. Was viele bereits vergessen haben: Pete Carroll ist der unmittelbare Vorgänger von Bill Belichick als Patriots-Head-Coach.

  • Aus der Kategorie unnützes Wissen oder für euer nächstes NFL-Quiz: Johnny Manziel ist der erste Heisman-Trophy-Gewinner seit Danny Wuerffel (New Orleans) 1997, der in seinem ersten Career Start ein Shutout hinnehmen musste. Generell der letzte Spielmacher, der sein erstes Spiel von Anfang an zu null beendete, war 2010 Tennessee-Notlösung Rusty Smith.
  • Der Trend setzt sich fort: Mit den Philadelphia Eagles verliert in dieser Saison bereits das achte Team in der Woche nach einem Kräftemessen mit den Seattle Seahawks. Scheint Substanz zu kosten. Gute Nachrichten jedenfalls für den nächsten San Francisco-Gegner San Diego im Playoff-Kampf.
  • Die Indianapolis Colts haben zum 13. Mal in Serie zu Hause gegen AFC-South-Rivalen Houston gewonnen. Die Texans gibt es erst seit 2002, also lässt sich an drei Händen schnell ausrechnen: Houston hat noch gar nie in Indy gewonnen. Kein guter Boden...
  • Wir mögen Reggie Wayne, den alten Colts-Haudegen. Mit seinem 209 Karriere-Spiel und seinem 142. Sieg hat der Receiver-Oldie seinem langjährigen Quarterback Peyton Manning gleich zwei Franchise-Bestmarken von Indianapolis in einem Spiel abgeknöpft.
  • Jay Cutler hatte ein 6,6-Quarterback-Rating. UND: Es war nicht sein schlechtestes diese Saison. Week 10, Green Bay: 6,0.
  • Die Buffalo Bills haben diese Saison nun die meisten Spiele mit mehreren Interceptions (7) und lassen Sonntags-Gegner Packers und die Cardinals hinter sich.
  • Tom Brady ist nicht als Laufmaschine bekannt, das beweist auch dieser Stat: Sein 17-Yard-Run gegen Miami war sein längster seit 2007 gegen die Colts (19 Yards).
  • Mike Evans hat nun die meisten Rookie-TDs (11) als ein Spieler der Tampa Bay Buccaneers.
  • Die Green Bay Packers haben noch nie in Buffalo gewonnen (0-5).

In dieser Kategorie lassen sich die NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für Woche 15 hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 16

  • Auf dieses Thursday Night Game haben wir gewartet: Jacksonville gegen Tennessee! Die Titans unterliegen 2:15.
  • Achtung, Achtung! An diesem Wochenende wird auch schon am Samstag gespielt, zwei Spiele finden statt. Neben 49ers-San Diego auch Washington-Philadelphia. Die Eagles haben die richtige Antwort: Zu-Null-Sieg!
  • New Orleans verliert natürlich zu Hause gegen Atlanta. Denn der Division-Sieger wird am Ende nicht mehr als sechs Siege haben!

PETER ALTMANN über Week 16
  • "The battle of the bays"! Es gibt Green-Bay-Sympathisanten, die schwören, dass sich die Packers gegen Tampa Bay immer schwer tun. Historisch gesehen. Muss so eine Sache wie mit den "Bay"ern in Kaiserslautern sein. 24:21 Tampa Bay - es wäre zu köstlich, wenn sich die Bucs ausgerechnet gegen eine NFC-Großmacht den Nummer-1-Draft-Pick verhauen.
  • Showdown um die NFC West zwischen Arizona und Seattle! Das riecht förmlich nach einem guten, alten 9:6 - für wen, lass' ich offen. Das hängt von der Tagesform des fünften Cardinals-Quarterbacks ab.
  • Genau hinschauen, Peyton und Aaron, so wird's gemacht: Oakland-QB Derek Carr wirft gegen die Buffalo-D zumindest zwei Touchdown-Pässe.

HEUTE NACH WEEK 15

Aaron Rodgers ist also doch auch "nur" ein Mensch.

Woche AFC NFC
Week 14 New England Patriots Seattle Seahawks
Week 13 New England Patriots Green Bay Packers
Week 12 Denver Broncos Seattle Seahawks
Week 11 New England Patriots Arizona Cardinals
Week 10 Denver Broncos San Francisco 49ers
Week 9 New England Patriots Philadelphia Eagles
Week 8 Denver Broncos Arizona Cardinals
Week 7 Indianapolis Colts Dallas Cowboys
Week 6 San Diego Chargers San Francisco 49ers
Week 5 San Diego Chargers Seattle Seahawks
Week 4 Cincinnati Bengals Arizona Cardinals
Week 3 San Diego Chargers Arizona Cardinals
Week 2 Denver Broncos Philaldelphia Eagles
Week 1 New England Patriots New Orleans Saints
Woche AFC NFC
Week 14 Indianapolis Colts Seattle Seahawks
Week 13 Denver Broncos Green Bay Packers
Week 12 New England Patriots Seattle Seahawks
Week 11 New England Patriots Green Bay Packers
Week 10 New England Patriots Arizona Cardinals
Week 9 Denver Broncos Arizona Cardinals
Week 8 Indianapolis Colts Arizona Cardinals
Week 7 Denver Broncos Green Bay Packers
Week 6 Denver Broncos Dallas Cowboys
Week 5 Denver Broncos Seattle Seahawks
Week 4 San Diego Chargers Seattle Seahawks
Week 3 Cincinnati Bengals Seattle Seahawks
Week 2 San Diego Chargers Seattle Seahawks
Week 1 Denver Broncos Seattle Seahawks
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