Alle gegen den Weltmeister

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Die Favoriten für den Grand Prix von Australien

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Nach zwei Tagen voller Testen, Racing und Zeitenjagd steht einmal mehr nur noch das 20-minütige Warm-Up zwischen dem Feld der MotoGP und dem großen Rennen am Sonntag. Mit seiner zwölften Pole-Position der Saison stellte Marc Marquez auf dem australischen Phillip Island nicht nur den ‚ewigen Rekord´ der Lokalmatadoren Mick Doohan und Casey Stoner ein, sondern zeigte nur Tage nach seiner Krönung zum Doppelweltmeister seine unveränderten Ambitionen.

Auch Jorge Lorenzo bewies mit einem starken Wochenende sowie Starplatz drei, dass er gewillt ist, im Kampf um WM-Rang zwei alles in die Waagschale zu werfen. Bei lediglich nur noch drei Zählern Rückstand ist er bei aktueller Form kaum vom nächsten Vize-Titel abzuhalten. Valentino Rossi und Dani Pedrosa – derzeit punktgleich hinter Marquez in der Gesamtwertung, hatten an beiden Tagen hingegen mit diversen Problemen zu kämpfen. Für Überraschungen sorgten die beiden Engländer Cal Crutchlow und Bradley Smith mit den Startplätzen zwei und vier. Wie immer analysiert Motorsport-Magazin.com die Siegchancen der Favoritengruppe und wagt einen Ausblick auf den 16. Saisonlauf.

Marc Marquez:

Der jüngste Doppelweltmeister schickt sich nach Einstellung des Pole-Rekords an, mit seinem zwölften Saisonsieg gleichsam die Bestmarke für die meisten Siege in einer Saison einzustellen. Und außer der zuletzt überlegenen Ausnahmeform Jorge Lorenzos spricht nicht viel gegen Rekordjäger Marquez. Mit seiner Q2-Bestzeit von 1:28.408 lag Marquez mehr als 0,2 Sekunden vor dem ersten Verfolger, bewies zudem in den Freien Trainings trotz einiger Zurückhaltung die beste Pace auf den Longruns. Regelmäßig gelangen ihm Zeiten zwischen 1:29.5 und 1:30.0, wobei das Gros im 1:29er-Bereich lag. Legt Marquez einen guten Start hin und vergreift sich nicht in der Reifenwahl, wird der Doppel-Weltmeister nur schwierig zu bezwingen sein.

Jorge Lorenzo:

Der Sieger der beiden vergangenen Rennen sowie der 2013er-Auflage des Australien GP ist neben Marquez klar der größte Anwärter auf den Sieg. Zwar gelang es Lorenzo nach eigenen Angaben im Qualifying in der entscheidenden Runde nicht, dass Maximum herauszuholen, jedoch dürfte Platz drei für den besten Starter im Feld kein sonderlich großes Hindernis zu Rennbeginn darstellen. Neben Marquez überzeugte Lorenzo bei den Longruns am meisten, war neben dem ‚Überflieger´ der einzige Pilot, der konstant unter die 1:30er-Marke fuhr. Lorenzo hat den asymmetrischen harten Vorderreifen als beste Option für das Rennen auserkoren, obwohl er auf diesem in FP2 stürzte. Ein Einbruch gegen Rennende scheint also unwahrscheinlich, ganz im Gegenteil zu einem weiteren Battle Royal mit MM93.

Dani Pedrosa:

Ein Wochenende, das bitter begann und lange Zeit in selber Manier fortlief, könnte für Pedrosa dennoch auf dem Podest und somit mit einer massiven Schadensbegrenzung enden. Nachdem der Repsol-Honda-Pilot nach schwachen Leistungen in sämtlichen Freien Trainings gar in Q1 musste, platzte jedoch schließlich der Knoten. Dort legte Pedrosa gleich einmal die beiden bis dato schnellsten Runden des Wochenendes hin und wurde nach langer Führung in Q2 aufgrund des bereits in Q1 verpulverten zweiten frischen Reifensatzes letztlich Fünfter. Bekommt Pedrosa endlich seine Startprobleme in den Griff und bleiben die Gripprobleme auf dem Hinterreifen der ersten vier Sessions Vergangenheit, wäre eine Fahrt aufs Podest trotz bis dato durchschnittlicher Longrunzeiten alles andere als ein Wunder.

Valentino Rossi:

Der Doktor bleibt natürlich der Doktor, geht als Achter jedoch mit einer massiven Hypothek ins Rennen. Von den bisherigen Longrunzeiten her scheint Rossi die Nummer drei im Feld – und auch Marquez machte ihn neben Lorenzo als größte Bedrohung aus. Jedoch dürfte Rossi, einen sensationellen Traumstart einmal ausgenommen – bereits auf dem Weg zurück an die Spitze des Feldes mächtig Federn lassen. Mit Andrea Iannone, Aleix Espargaro und auch Cal Crutchlow hat Rossi Piloten vor sich, die auf den ersten Runden mit dem extraweichen Hinterreifen für die Open-Klasse mächtig Dampf machen können. Sollte Rossi bei Scharmützeln mit der schnellen erweiterten Spitzengruppe zu viel Zeit verlieren, könnten Marquez, Lorenzo und im schlechtesten Fall auch Pedrosa bereits enteilt sein.

Erweiterter Favoritenkreis:

Cal Crutchlow und Bradley Smith verdienen sich nach ihren starken Leistungen in der Qualifikation auf jeden Fall eine Nominierung, jedoch wird es für die beiden Engländer aller Voraussicht nach bei der Freude über den guten Startplatz bleiben. Zumindest im Kampf um Sieg und Podium werden beide nicht einmal annähernd ein Wort mitzureden haben, können mit einem beherzten Auftritt jedoch sicherlich eine ganze Menge WM-Punkte einfahren und womöglich auch zu Rennbeginn für Furore sorgen. Ein Wetter-Chaos wie in Aragon ausgenommen, als sich Crutchlow noch als Dritter aufs Podest mogelte, scheint die einzige entfernte Möglichkeit für beide zu sein.

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