Nur ein ÖFB-Akteur war hellwach

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LAOLA1-Einzelkritik zu Wales-Österreich

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Das ÖFB-Team hat den Auftakt des Länderspieljahres 2013 verschlafen.

Österreich muss sich in Swansea Wales 1:2 (0:1) geschlagen geben und kann damit auch das dritte Auswärtsspiel unter Teamchef Marcel Koller nicht für sich entscheiden, es ist die zweite Niederlage.

Die Schwächeperiode in der Fremde verlängert sich – zwei Siege in den letzten 21 Spielen.

Der Schweizer musste in der Startelf auf drei Mann verzichten, Zlatko Junuzovic und Julian Baumgartlinger konnten wegen muskulärer Probleme nicht von Beginn an auflaufen. Christian Fuchs (Verkühlung) ebenso nicht.

Der Testlauf für das WM-Quali-Spiel in Dublin gegen Irland ging daneben, die Hoffnungen auf eine erfolgreiche WM-Quali sinken nach dieser Vorstellung. Denn nicht nur individuelle Fehler waren das Problem, auch die kollektive Schwäche gegen die Nummer 81 der Welt.

LAOLA1 nimmt die Spieler in der Einzelkritik unter die Lupe:

  ROBERT ALMER (7 Spiele/0 Tore)

Kehrte nach der Pause gegen die Elfenbeinküste zurück in die Startelf und agierte im Prinzip fehlerlos. Beim flachen Schuss ins Eck von Bale chancenlos, beim Vokes-Kopfball kam der 28-Jährige nicht mehr ran. Ansonsten kam kaum etwas auf sein Tor. Untermauerte trotz Niederlage seinen Status als Nummer 1, obwohl in Düsseldorf nur Ersatz.

 

FLORIAN KLEIN (14/0)

Konnte sich im Gegensatz zu Suttner vorne miteinschalten, tat das aber in Summe auch zu selten. Defensiv ließ der 26-Jährige nichts anbrennen, vorne vor der Pause ein paar gute Aktionen, aber zu oft zu unpräzise bei der Hereingabe. Solide Partie des Oberösterreichers von Red Bull Salzburg, aber das ist gegen Wales zu wenig.

 

SEBASTIAN PRÖDL (39/3)

Bildete wieder wie im Oktober gemeinsam mit Pogatetz die Innenverteidigung, war jedoch fehleranfällig. Unter Druck wirkte der Bremen-Legionär wie sein Partner unsicher. Hatte dann aber kurz vor der Pause die Ausgleichschance nach Ivanschitz-Freistoß am Kopf (in Abseitsposition). Beim zweiten Gegentor zu weit weg. Leider in Summe keine gute Partie des 25-Jährigen, auch wenn es nach der Pause besser wurde.



EMANUEL POGATETZ (53/2)

Trotz mangelnder Spielpraxis durfte der Neo-West-Ham-Legionär auflaufen, leitete mit einem Fehlpass den ersten gefährlichen Wales-Angriff ein und bildete mit Prödl ein IV-Paar der Unsicherheiten. Seine Kopfballstärke konnte er einsetzen, aber auch nur einmal. Wirkte etwas behäbig, fehlende Spielpraxis war anzumerken. Zu wenig.



MARKUS SUTTNER (6/0)

Weil Fuchs verkühlt war, durfte Austrianer wie gegen die Ivorer von Beginn weg ran und hatte das „Vergnügen“ gegen Gareth Bale zu spielen. Der Wales-Superstar war ihm deutlich zu schnell, auch in Minute 21 als er das Duell vor dem 0:1 verlor. Vor dem 0:2 zu leicht stehen gelassen. Auch in der Folge ein ungleiches Matchup, das ihm seinen ansonsten so großen Offensivdrang nahm. Der 24-Jährige musste Lehrgeld zahlen und wurde in Minute 60 erlöst, weil Bale vom Feld ging.



VELI KAVLAK (23/1)

Durfte statt des angeschlagenen Julian Baumartlinger beginnen und zeigte sich lauffreudig, wechselte sich auch immer mit Alaba ab. Ließ aber in Hälfte eins durch die Mitte etwas zu viel zu, war bei den schnellen Wales-Angriffen wie die Kollegen immer etwas überrumpelt. In der Offensive zu brav, zu schwach, da gelang dem 24-Jährigen Besiktas-Legionär einfach wenig.

 

DAVID ALABA (22/1)

Bereits am Morgen war klar, dass das ÖFB-Aushängeschild spielen konnte. Die muskulären Probleme waren körperlich nicht zu merken, aber spielerisch. Konnte nicht wie sonst immer Akzente setzen, dafür probierte er es aber volley aus 30 Metern – das Schlitzohr traf die Stange. Steigerte sich in Hälfte zwei und kurbelte mehr das Offensivspiel an. Aber war schon besser.

 

ANDREAS WEIMANN (3/0)

Gab sein Startelf-Debüt auf der rechten Flanke, wo in der ersten Hälfte mehr ging als links. Zeigte sich sehr bemüht, brachte den britischen Stil körperlich mit, hatte aber Probleme mit der Präzision bei Hereingaben. Zog mit der Zeit etwas mehr in die Mitte und wechselte sich auch mit Arnautovic ab. Wich in Minute 62 für Jantscher. Aufdrängen sieht auch anders aus, brav, nicht mehr.



ANDREAS IVANSCHITZ (60/10)

Bei seinem 60. Spiel feuerte der 29-Jährige den ersten Torschuss eines Österreichers ab. Machte viele Wege, hatte Pech bei einem Abstauber übers Tor. Seine Standards kamen deutlich besser als jene von Alaba. Aber der Mainz-Legionär konnte die Partie zu wenig offensiv an sich reißen und mit mehr klugen Pässen aufwarten. Auch hier zu wenig, in Minute 62 für Junuzovic ausgewechselt.

 

MARKO ARNAUTOVIC (24/7)

Zu Beginn kaum zu sehen, weil mehr über rechts vonstatten ging. Hatte aber auch keine Unterstützung von Suttner, der mit Bale alle Hände voll zu tun hatte. Zog dann etwas herein und auch per Granate ab. Nach der Pause jener Mann, der offensiv das Sagen hatte und Österreich mit einer Traumflanke zurück ins Spiel brachte. Danach sein Traumschlenzer nur knapp daneben. Bester Österreicher am Platz.

 

MARC JANKO (32/14)

Der Ersatzkapitän konnte im Spiel selbst nur wenige Akzente setzen, wurde von seinem Pendant Williams und Ricketts gut in Schach gehalten, sonst gelang lange Zeit nichts – außer bei den einstudierten Standards, die fast aufgingen. Fehlende Spielpraxis war in gewissen Situationen gegen Stammspieler in der Premier League anzumerken. Aber am Ende zeigte der 29-Jährige auch wieder, warum er die meisten Tore 2012 erzielte. Hob sich dennoch nicht vom Rest ab.

 

ZLATKO JUNUZOVIC (24/3)

Versuchte sich ins Spiel einzubringen, war aber teilweise zu ungenau. Hatte das Problem, dass nach dem 0:2 Lethargie bis zum Anschlusstreffer herrschte.

 

 

JAKOB JANTSCHER (15/1)

Wurde in der zweiten Hälfte in Minute 62 für Weimann eingewechselt, war aber nicht zu sehen, weil alles über links und Arnautovic ging.

 

 

CHRISTOPH LEITGEB (31/1) – zu kurz eingesetzt.


FRANZ SCHIEMER (24/4) – zu kurz eingesetzt.


- Sehr Gut

- Gut

- Befriedigend

- Genügend

- Nicht Genügend

 

Aus Swansea berichtet Bernhard Kastler

 

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