Zwei gelungene Experimente

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LAOLA1-Einzelkritik zu Österreich - Rumänien

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Österreich verpasst den dritten Sieg in Folge.

Nach dem 3:1 gegen Finnland im Februar und dem 3:2 gegen die Ukraine am Freitag blieb die ÖFB-Elf beim 0:0 gegen Rumänien erstmals in diesem Länderspieljahr torlos.

In einer überlegen geführten Partie zeigt die Elf von Marcel Koller gute Ansätze, ließ letztlich jedoch die entscheidende Durchschlagskraft vermissen.

LAOLA1 schaute den ÖFB-Kickern wie gewohnt genau auf die Beine.

 

CHRISTIAN GRATZEI (10 Länderspiele/0 Tore):

Beinahe wäre der Sturm-Keeper bei seinem ÖFB-Comeback zum Buhmann geworden, als er bei der einzigen rumänischen Schuss-Chance vor der Pause den Versuch von Torje unnötig prallen ließ. Mit einer tollen Parade beim Nachschuss von Niculae machte er seinen Fehler jedoch umgehend wieder gut. Ansonsten wenig geprüft – wenn, strahlte er Ruhe aus.

GYÖRGY GARICS (26/1):

Fehlerhafter Beginn, ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Gegen tief stehende Rumänen bekam er jede Menge Gelegenheit, sich am Angriffsspiel zu beteiligen. Insgesamt eine gute Performance, aber ohne entscheidende Akzente.

PAUL SCHARNER (40/0):

Souveräner Abwehrchef. Anders als gegen die Ukraine diesmal auf der rechten Innenverteidiger-Position. Agierte zweikampfstark und ballsicher, entwickelte zudem immer wieder Dynamik im Spiel nach vorne - und damit sind nicht nur seine beiden guten Kopfball-Chancen nach Standards gemeint, die er leider vergab. Seine ersten beiden Bewährungsproben unter Koller dürfen als gelungen betrachtet werden. So könnte auch die Geste interpretiert werden, dass er nach der Pause die Kapitänsschleife übernahm.

ALEKSANDAR DRAGOVIC (16/0):

Nachdem er gegen die Ukraine die Bank drücken musste, bekam der Basel-Legionär diesmal die Gelegenheit, sein Können zu zeigen. Defensiv ohne Fehl und Tadel, im Spielaufbau im Schatten von Scharner. Könnte sich diesbezüglich mit seinem Potenzial mehr trauen. Vergab in der zweiten Halbzeit nach einem Standard eine tolle Chance.

MARKUS SUTTNER (3/0):

Wollte in dieser Partie mehr in die Offensive agieren als gegen die Ukraine. Kam aber seltener dazu als sein Gegenüber Garics – auch, weil sich auf seiner Seite mehr Vordermänner tummelten, Alaba einen „Linksdrall“ entwickelte. Wenn der Austrianer in die Angriffszone mitging, misslang ihm die eine oder andere Flanke. Sein Schussversuch in Minute 53 ging weit drüber.

VELI KAVLAK (17/0):

Nicht unerwartet, schaute sich Koller den Besiktas-Legionär auf der Sechser-Position an. Der frühere Rapidler agierte dabei meist defensiver als Nebenmann Alaba, schaltete sich aber auch immer wieder gekonnt ins Spiel nach vorne ein. Mit seiner Spielstärke gerade gegen tief stehende Gegner wie die Rumänen eine gute Alternative zu Stammkraft Baumgartlinger. Machte seine Sache gut. Vor allem defensiv sollte die gelernte Offensivkraft Zweifler weitestgehend widerlegt haben – trat zweikampfstark und taktisch clever auf, indem er immer wieder Konterversuche durch geschicktes Stören frühzeitig unterband. Einziger Aussetzer: Mit einem Ballverlust leitete er den Torje-Schuss kurz vor der Pause ein.

DAVID ALABA (19/0):

Knüpfte anfangs an die gute zweite Halbzeit gegen die Ukraine an, war – etwas überspitzt ausgedrückt – überall am Platz zu finden. War der offensivere der beiden Sechser, bemühte sich das ÖFB-Spiel zu gestalten. Wurde zwei Mal mit Fernschüssen gefährlich. Fiel gegen Ende der Partie, als offenkundig die Kräfte nachließen, ein wenig zurück.

MARKO ARNAUTOVIC (19/7):

Zu Spielbeginn rechts aufgeboten, tauschte jedoch schon nach rund zehn Minuten mit Burgstaller. Diesmal sehr agil, kombinationsfreudig, ging weite Wege, auch weil er sich immer wieder fallen ließ, somit in der Rückwärtsbewegung diszipliniert auftrat. Als er in Minute 23 rutschend einen Ball rettete, holte er sich Szenenapplaus ab. Was diesmal fehlte, war eine Gelegenheit, seinen Torriecher unter Beweis zu stellen. Dennoch ein vernünftiger Auftritt.

ZLATKO JUNUZOVIC (19/2): 

Giftiger als gegen die Ukraine, vor der Pause diesmal aber ohne entscheidende Offensiv-Akzente, obwohl er sich gut am Kombinationsspiel beteiligte. Nach dem Seitenwechsel einen Tick spielfreudiger, bei seiner tollen Chance in Minute 58 jedoch glücklos. Generell: Für das Pressing der ÖFB-Elf mit seiner Lauffreude und gesteigerten Zweikampfstärke im Offensivzentrum keine schlechte Besetzung.

GUIDO BURGSTALLER (3/0):

Erster Nationalteam-Einsatz von Anfang an! Rutschte für Ivanschitz in die Startelf. Hatte mit einer gewissen Anfangsnervosität zu kämpfen, die er jedoch nach dem frühen Seitentausch mit Arnautovic mit Fortdauer des Spiels zunehmend abschüttelte. Der Rapidler ist kein Meistertechniker, bringt von seinen Anlagen her jedoch eine gewisse Power ins Spiel. Bei seiner einzigen Chance knallte er den Nachschuss nach der Junuzovic-Chance drüber. Letztlich ein braves Debüt, jedoch ohne entscheidende Impulse.

MARC JANKO (27/11):

Viel besser ins Spiel eingebunden als gegen die Ukraine – gegen die defensiv aufgestellten Rumänen mussten aber zwangsläufig mehr Bälle in den Strafraum. Fand zwei Chancen vor, aus denen er jedoch nichts machte. Letztlich eine Steigerung, aber da geht logischerweise noch mehr.

PATRICK BÜRGER (2/0):

Bekam diesmal eine Halbzeit lang die Chance, sich zu präsentieren und tat dies mit jenen Mitteln, die ihn auszeichnen: Unbändige Einsatzfreude, geht dahin, wo es weh tut. Große Torgefahr strahlte aber auch er nicht aus.

MARCEL SABITZER (1/0):

Nationalteam-Debüt für den Admiraner. Der Youngster agierte wie im Training: Rotzfrech und ohne Angst vor großen Namen. Dass er zum Matchwinner avanciert, darf man von ihm noch nicht verlangen. Dennoch ein Versprechen für die Zukunft.

ANDREAS IVANSCHITZ (55/9): Zu kurz eingesetzt

JULIAN BAUMGARTLINGER (21/0): Zu kurz eingesetzt


 

- Sehr Gut

- Gut

- Befriedigend

- Genügend

- Nicht Genügend

 

Peter Altmann

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