"Rebellen" drohen "La Liga"

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Auftakt-Verhandlung im "La Liga"-TV-Streit

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Verhandlungsauftakt für die spanischen „Rebellen“.

Am Donnerstag trafen sich hochrangige Vertreter von zwölf spanischen Erstligisten, um über eine Neuverteilung der TV-Einnahmen zu diskutieren.

Auf diese Weise soll eine Nivellierung der spanischen Liga gelingen und die Meisterschaft an Spannung gewinnen.

Treffen der „G-12“

Auf Einladung von FC-Sevilla-Präsident Jose Maria del Nido fanden sich die Präsidenten von Saragossa, Athletic Bilbao, Valencia, Villarreal, Racing Santander, Real Betis, Osasuna und Granada, sowie Delegierte von Espanyol Barcelona, Malaga und Atletico Madrid im Sevilla-Stadion Sanchez Pizjuan ein.

Getafe, Levante, Mallorca, Sporting Gijon, Real Sociedad und Rayo Vallecano entschieden sich trotz ihrer Unzufriedenheit, dem Treffen fernzubleiben.

Real Madrid und FC Barcelona, Profiteure der ungerechten Verteilung, wurden nicht eingeladen.

Grundlegender Wandel erwünscht

Nach Ende der ersten Gesprächsrunde trat del Nido vor die Presse und verkündete, „dass die Vereine darin übereinstimmen, dass es einen grundlegenden Wechsel in den Liga-Strukturen geben muss.“

Der aktuelle Verteilungs-Schlüssel, bei dem Real und Barca einen Großteil der Einnahmen aus dem Verkauf der Fernsehrechte unter sich aufteilen und ihre Dominanz damit weiter stärken, sei für die benachteiligten Vereine nicht mehr tragbar.

„Entweder man löst das Problem der fehlenden Konkurrenzfähigkeit, oder es gibt wenig Lösung für den Fußball“, verkündet Sevillas Präsident kryptisch.

Gespräche nur der Auftakt

Dass die Verhandlungsrunde nur den Auftakt zu einer langwierigen System-Diskussion darstellt, scheint allen Beteiligten und den Liga-Verantwortlichen klar zu sein.

„Die Bewegung ist irreversibel. Es wird keinen Schritt zurück geben“, prophezeit del Nido.

In den kommenden Wochen wird man erneut Gespräche führen, an denen auch die abwesenden acht Klubs teilnehmen sollen, inklusive des FC Barcelona und Real Madrid.

Vertragsbruch droht nicht

Die laufenden TV-Verträge werden laut del Nido ausnahmslos eingehalten werden: „Keiner der Vereine hegt die Intention, unterschriebene Verträge nicht zu respektieren.“

Ziel der „Rebellen“ ist eine kollektive Vergabe der Fernsehrechte, bei der kein Klub bevorzugt und keiner benachteiligt wird.

Die Rechte der Zweitliga-Vereine sollen in dem neu auszuhandelnden Kontrakt ebenso gewahrt und ihre Einnahmen weiter gesichert bleiben.

Auch das Radio macht Probleme

Neben dem Fernsehgelder-Streik hat die spanische Liga noch ein weiteres Problemfeld zu bewältigen.

Erstmals in der Geschichte sollen Radiosender für ihre Live-Übertragungen von Spielen in der ersten und zweiten Liga zahlen.

Die Radios, denen in der spanischen Berichterstattung eine enorm hohe Bedeutung zukommt, verweigern jedoch nicht nur die Zahlungen, sondern auch jegliche Verhandlungen mit der Liga.

Diese droht nun mit hohen Geldstrafen an die Vereine, sollten sie weiterhin Radio-Reportern Zutritt zu den Stadien gewähren. Ein juristischer Rechtsstreit steht unmittelbar bevor.

„Rebell“ del Nido stellt sich jedenfalls exemplarisch auch in dieser Frage gegen die Liga und verspricht allen Radiosendern weiterhin Einlass im Sanchez Pizjuan.

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