Pubs machen WM-Ausnahme

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Englische Fans dürfen länger feiern

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Egal ob aus den Teamcamps, von den Trainigsplätzen, direkt aus dem Stadion oder das Geschehen rundum des Truniers - LAOLA1 sammelt täglich die kuriosesten und wichtigsten WM-Splitter für dich.

 

Zum WM-Auftakt ihrer Three Lions gegen Italien am Samstag wichen die traditionsverliebten Engländer sogar von alten Regeln ab. Die Pubs durften - auch ohne besondere Genehmigung - ausnahmsweise bis 1.00 Uhr nachts und damit bis zum Abpfiff der Partie in Brasilien offenhalten. In Großbritannien sind große Public-Viewing-Fanmeilen eher die Ausnahme, gemeinsam Fußball wird im Pub geschaut. Die Polizei in London rief am Samstag vorsichtshalber zur Defensive beim Alkoholgenuss auf.

 

Der algerische Fußball-Nationaltrainer Vahid Halilhodzic hat schon vor dem ersten Spiel seiner Mannschaft am Dienstag gegen Belgien die bisherigen Schiedsrichterleistungen heftig kritisiert. "Was im Spiel Kroatien gegen Brasilien passiert ist, ist ein Skandal. Ich habe mehr Angst vor dem Schiedsrichter als vor Belgien", sagte der Bosnier in der belgischen Zeitung "Het Nieuwsblad". "Es ist eine Schande. Die großen Länder werden immer bevorzugt. Brasilien, England, Deutschland ... Ich weiß, dass Algerien ein kleines Land ist. Aber ich fordere, dass wir in der gleichen Art und Weise wie die großen Länder behandelt werden."

 

Bruno Martins Indi staunte nicht schlecht, als er sich mit seinen Teamkollegen für eine Freistoßmauer gegen die Spanier aufstellte. Der niederländische Verteidiger war damit beschäftigt, die richtige Position einzunehmen, als ihm der italienische Schiedsrichter Nicola Rizzoli plötzlich mit seiner Spraydose auf die Schuhe sprühte. Die Referees sollen damit dafür sorgen, dass die Verteidiger den nötigen Abstand von 9,15 Metern einhalten. Martins Indi, offenbar sehr stolz auf sein Schuhwerk, beklagte sich heftig bei Rizzoli. Nach dem Spiel hatte der Oranje-Profi aber wieder gut lachen. Das 5:1 gegen den Titelverteidiger entschädigte für die verschmutzten Fußball-Stiefel.

 

Präsident Hassan Ruhani hat der iranischen Nationalmannschaft eine Prämie für den Achtelfinal-Einzug versprochen. "Wenn ihr uns mit eurem Weiterkommen gute Nachrichten beschert, dann tun wir das für euch auch", sagte Ruhani am Samstag in Teheran bei einer Pressekonferenz. Trotz der wirtschaftlichen Engpässe im Land, "werde ich dafür sorgen, dass wir das Geld schon irgendwie zusammenbekommen".

 

Argentiniens ehemaliger Weltmeister-Trainer Carlos Bilardo hätte nichts gegen ein vorzeitiges Aus von WM-Gastgeber Brasilien, damit es nicht zum Duell der südamerikanischen Rivalen kommen kann. "Hoffentlich verlieren sie vor dem Finale", sagte er in einem Interview der Zeitung "Ole". Der 75-Jährige ist beim nationalen Verband als Generaldirektor für die Auswahlteams zuständig und gehört zur Delegation, die in Brasilien den dritten WM-Titel nach Argentinien holen will. "Gegen Brasilien ist es nicht nur ein Finale, das auf dem Platz gespielt wird", betonte Bilardo angesichts der Rivalität der beiden Nationen um die Vorherrschaft in Südamerika.

 

Hat der von Teamchef Louis van Gaal genehmigte Besuch der Ehefrauen und Freundinnen im Teamquartier die niederländischen Profis vor dem Match gegen Spanien zusätzlich angespornt? Der Bondscoach hatte den Partnerinnen seiner Spieler am Donnerstag schon zum zweiten Mal einen Besuch gestattet und ist von dem psychologischen Effekt überzeugt. Van Gaal: "Es ist wichtig, dass die Spieler glücklich sind."

 

Die brasilianische Polizei hat zum Auftakt der WM eine bekannte Rotlicht-Bar direkt an Rios Copacabana geschlossen. In der Restaurantbar "Balcony" und dem nahe gelegenen Hotel "Lido" seien die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger gefördert worden, lautete die Begründung. Die Bar liegt rund 300 Meter vom Nobel-Hotel "Copacabana Palace" entfernt und war vor allem bei Ausländern und Touristen als Treffpunkt für Prostitution bekannt. Im "Balcony" hätten die Mädchen oft Dienstleistungen im Gegenzug für Essen ausgehandelt, sagte der für die Ermittlungen zuständige Polizeibeamte Marcelo Maia.

 

Unter dem Druck des Fußball-Weltverbandes und einem der FIFA-Sponsoren hat Brasilien das seit 2003 geltende Alkoholverbot in den Stadien ausgesetzt. FIFA-Partner Budweiser profitiert von dem während der WM aufgehobenen Verkaufsverbot in den Spielstätten und bietet seine Marken an, zusätzlich allerdings auch in alkoholfreier Version. Der Weltmarktführer Anheuser-Busch - Generaldirektor ist der Brasilianer Carlos Brito - hat für seine Marken mit einem bis 2022 laufenden Vertrag mit der FIFA das Exklusivrecht erworben.

 

Tausende Chilenen haben in der Hauptstadt Santiago den 3:1-Sieg ihres Nationalteams gegen Australien gefeiert. Fans zogen am Freitagabend mit Fahnen, Trommeln und Trompeten auf die Plaza Italia und legten so den Autoverkehr im Zentrum der Stadt lahm. Tausende feierten auch vor dem Präsidentenpalast, wo die Regierung eine riesige TV-Leinwand hatte aufstellen lassen. Präsidentin Michelle Bachelet rief aus Brasilien ihre Mitbürger zum kollektiven Fest auf. "Alle Menschen in unseren Land sollten daheim und auf den Straßen feiern." 

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