Wer nach einer beliebigen Startelf der Wiener Austria gefragt wird, tut gut daran, Florian Klein aufzuzählen.
Der 24-Jährige spielt nämlich praktisch immer. Nur ein einziges Pflichtspiel hat der Rechtsfuß verpasst, seit er bei der Austria angeheuert hat. 68 Mal en suite stand er in der Startelf.
Für Viele ist der Linzer Karl Daxbachers Lieblingsschüler schlechthin.
LAOLA1 hat sich mit dem zehnfachen ÖFB-Teamspieler getroffen und nimmt diverse Facetten seiner Kicker-Persönlichkeit unter die Lupe.
DER DAUERBRENNER
Das sagt Florian Klein:
„Es läuft gut. Ich mache ziemlich viele Spiele, das ist anstrengend. In der abgelaufenen Saison habe ich 53 Pflichtspiele bestritten. Alle sagen immer, dass es so anstrengend ist, in England zu spielen. Paul Scharner hat lange nicht so viele Spiele gemacht. Wir dürfen nicht sudern, dass wir in Österreich zu wenige Spiele hätten.“
„Dass ich nie verletzt bin, hat drei Faktoren: Erstens achte ich auf meinen Körper, lebe sehr bewusst für den Fußball. Zweitens spielen die Gene eine Rolle – ich habe nie große Muskelprobleme. Drittens gehört Glück dazu, dass man nicht bei einem Foul verletzt wird.“
DER STAMMSPIELER
Das sagt Florian Klein:
„Man kann sagen, dass ich ein Stammleiberl habe. Ich achte aber nicht darauf, wie oft ich in der Startelf stehe. Immer daran zu denken, wie oft in Folge ich gespielt habe oder wie viele Minuten ich schon im Einsatz war, bringt doch nichts. Das hat nicht so viel zu bedeuten.“
„Natürlich bin ich ab und zu auch müde. Aber wenn es um ein Match geht, bin ich zu 100 Prozent da. Wenn man aber so viele Spiele macht, kann man nicht bei jedem Training hundertprozentig dabei sein. Das weiß auch Trainer Karl Daxbacher. Ich kann nicht bei jedem Training über mich drübergehen, sondern muss mir meine Kraft einteilen. Solange ich bei den Spielen immer voll fit bin, passt es.“
„Ich merke, dass es vom Kopf her schwierig ist, sich für jedes Spiel neu zu motivieren. Es gibt Spiele, wie etwa das Auswärtsspiel in Deutschland oder internationale Partien generell, da ist das nicht schwer. Aber Mattersburg, Kapfenberg und Wiener Neustadt – ohne diese Mannschaften schlecht machen zu wollen – sind eine Umstellung. Das ist das Schwierigste. Daran kann jeder Spieler reifen, da muss jeder sein Ding durchziehen.“
DER VOLLPROFI
Das sagt Florian Klein:
„Ich war von klein auf darauf fokussiert, dass ich Profi werde. Ich habe immer auf meinen Körper geschaut und mehr dafür getan, als so manch anderer. Ich habe mir mein Konzept, was ich brauche, zusammengestellt, und fahre damit sehr gut.“
„Ich habe gewisse Rituale, die ich vor jedem Spiel wiederhole. Die Vorbereitung ist eigentlich immer gleich. Außerdem arbeite ich schon seit einigen Jahren mit dem Mentaltrainer Jörg Zeyringer. Das ist ein wichtiger Faktor, warum ich bei den Spielen immer so konzentriert bin. Musik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie bringt mich in Stimmung. Und sie bringt mir Freude. Man sollte sich ja eigentlich auf jedes Spiel freuen. Es ist doch das Schönste, vor so vielen Zuschauern spielen zu dürfen. Das vergisst man gelegentlich.“
DER LIEBLINGSSCHÜLER
Das sagt Florian Klein:
„Man kann schon sagen, dass ich einer seiner Lieblingsschüler bin. Beim LASK habe ich unter ihm auch immer gespielt. Aber ich habe unter allen anderen Trainern immer gespielt. Der Trainer und ich schätzen uns sehr, wir haben immer gut zusammengearbeitet. Es ist aber nicht so, dass wir mehr Kontakt hätten, als er es mit anderen Spielern hat. Es ist ein normales Verhältnis, nichts Besonderes.“
DER ZURÜCKHALTENDE
Das sagt Florian Klein:
„Ich bin kein Spieler, der oft mit Medien zu tun hat. Ich werde nie jemanden beleidigen oder anderen etwas über die Medien ausrichten. Aber wenn ich etwas zu sagen habe, sage ich das einfach. Es ist normal, dass Offensivspieler und Legionäre mehr in den Medien sind. In den letzten paar Monaten bin ich jedoch ein wenig mehr in den Blickpunkt gerückt. Prinzipiell finde ich aber, dass ich als Stammspieler des Nationalteams von den Medien zeitweise zu wenig beachtet wurde. Man kann als Spieler zwar etwas dagegen machen, aber ich bin nicht der Typ, der von sich aus irgendwelche Medientermine auftreibt.“
DER FAN
Das sagt Florian Klein:
„Ich war als Sechs- oder Siebenjähriger zum ersten Mal im Linzer Stadion, neben dem ich aufgewachsen bin. Er war mein erstes Idol im Fußball. Damals war Walter Knaller noch Trainer und ich war mit meinem Bruder bei jedem Training – ob Sommer oder Winter. Stumpf hat mit uns nach dem Training immer gesprochen und ein bisschen mit uns gegaberlt. Durch ihn bin ich eigentlich zum Verein gekommen. Später hatte ich ihn auch als Co-Trainer. Mir hat immer getaugt, dass er ein sehr netter Mensch war und man mit ihm immer Spaß haben konnte.“
Harald Prantl