Jeder kann ersetzt werden
Das große Thema in der Winterpause? Ganz klar: Goalgetter Raphael Dwamena hat als Führender der Torschützenliste den Klub und die Liga im Winter verlassen.
Mit 18 Toren in 20 Spielen war der 21-jährige Stürmer maßgeblich am starken Lustenauer Herbst beteiligt.
Im Jänner wechselte er für einen kolportierten hohen sechsstelligen Betrag zum Schweizer Zweitligisten FC Zürich.
„Alle österreichische Vereine brauchen Geld. Und wenn wir ein Angebot für einen Topspieler wie Dwamena bekommen, müssen wir ihn einfach ziehen lassen. Es ist wichtig, dass der Verein lebt“, geht Chabbi mit der Situation, immer wieder Leistungsträger zu verlieren, gelassen um.
Ersatzmann gefunden
Zumal mit Joao Pedro ein Ersatzmann ins Ländle geholt werden konnte.
Der 20-jährige Brasilianer kommt leihweise vom brasilianischen Klub Coimbra, von 2015 bis 2016 stellte er bei Liefering in der Ersten Liga bereits seine Klasse unter Beweis (neun Tore und neun Assists in 32 Spielen). Mit Lucas Barbossa hat sich zudem ein zweiter junger, brasilianischer Stürmer (19) in der Vorbereitung aufgedrängt.
„Wir haben einige Möglichkeiten“, bleibt Chabbi ruhig.
Ein Verteidiger auf Empfehlung Peter Stögers
Größere Sorgen als die Offensive bereitet dem 55-Jährigen ohnehin die Defensive. An der wurde im Winter auch stark gearbeitet.
„Wir haben viel in der Defensive trainiert. Wir müssen besser stehen als im Herbst. Ich sage immer zu meinen Spielern, wenn wir 36 Tore schießen und keines bekommen, werden wir Meister“, ist der Trainer mit den 28 Gegentoren in der laufenden Saison nicht zufrieden.
Daher hat man sich auch noch den 21-jährigen Defensiv-Allrounder Firat Tuncer geholt. „Auf Empfehlung von Peter Stöger“, merkt Chabbi an. Der Deutsch-Türke spielte bis zum Sommer in der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln und war seither vereinslos.
Der Aufstieg soll her – mit Julian Wießmeier
Besonders erfreulich in der Vorbereitung des SC Austria Lustenau: Spielmacher Julian Wießmeier kehrte nach seiner schweren Verletzung (Schien- und Wadenbeinbruch) zurück und kann im Frühjahr wieder voll angreifen.
„Er ist fit, er hat im letzten Testspiel im Trainingslager ein wunderbares Tor gemacht. Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns und wird im ersten Spiel schon wieder dabei sein“, so Chabbi.
Der Deutsche kann natürlich noch ein Schlüssel im Aufstiegskampf sein. Denn die Bundesliga hat man in Lustenau noch lange nicht abgeschrieben, vier Punkte fehlen auf Leader LASK. „Wir wollen aufsteigen“, stellt der Trainer klar.
Sollte es dieses Jahr nicht klappen, dann in der Folgesaison.
Trainingsfrei am Sonntag
Chabbi verrät zudem eine Besonderheit bei seiner Trainingssteuerung – jeden Sonntag bekommen die Spieler einen freien Tag.
Selbst, wenn am Montag ein Spiel wartet. „Für mich sind meine Frau und meine Kinder das Wichtigste, am Sonntag wird Couscous gegessen. Wegen diesem einen Training wird auch kein Spieler zum besten Spieler der Welt“, so die Begründung.
Sein Sohn Seifedin Chabbi kann an diesen Familientreffen nicht mehr teilnehmen, wechselte er doch im Winter von St. Gallen in die Bundesliga zum SK Sturm Graz. „Ich war überhaupt nicht involviert in diesen Transfer. Ich habe mit Austria Lustenau genug Arbeit“, hatte der Vater keinen Einfluss.
„Ich glaube, es war der richtige Schritt“, ist er mit der Entscheidung seines Sohnes dennoch einverstanden.
Der Vater selbst wurde gegen Ende der Herbstsaison mit dem SKN St. Pölten in Verbindung gebracht. Was war an diesem Gerücht dran? „Es war eine Anfrage da, aber ich habe einen Vertrag bei Austria Lustenau bis Sommer. Die Bundesliga hat natürlich seinen Reiz, ich hoffe einmal dort zu trainieren, am liebsten mit Lustenau.“
Damit dieses Ziel so schnell wie möglich erreicht wird, sind Siege zum Frühjahrsstart Pflicht. Mit Auftaktgegner FAC hat man ein machbares Los – zumindest auf dem Papier.
Lassaad Chabbi macht den UEFA-Pro-Lizenz-Kurs - das sind seine Kollegen: