Spaß-Fußball soll Erfolg bringen

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Spaß-Fußball soll Erfolg bringen

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Der FAK geht in die zweite Hälfte seines  Jubiläums-Jahres.

Und die Vorzeichen sind fast unverändert. Abermals gelten die Violetten als Mitfavorit auf den Titel.

Der Kader wurde punktuell verstärkt und mit Julian Baumgartlinger nur ein Leistungsträger abgegeben.

LAOLA1 nimmt für die Bundesliga-Vorschau die Wiener Austria unter die Lupe:

AUSGANGSLAGE

Die Bilanz der abgelaufenen Saison fällt ambivalent aus. Einerseits wurden die Violetten den hohen Ansprüchen ihres Publikums zumeist gerecht. Nicht wenige waren der Meinung, dass die Austria den schönsten Fußball der Bundesliga zeigte. Bis zum letzten Spieltag bestand die Chance auf den Titel. Doch wie schon 2009/10 standen die Veilchen am Ende mit leeren Händen da und schauten durch die Finger. Seit zwei Saisonen warten die Hauptstädter nun schon auf einen Titelgewinn. Diesbezüglich hinken die Favoritner den hohen Erwartungen ihrer Fans wiederum hinterher. Das weiß auch Karl Daxbacher. Deswegen meint der Trainer auch: „Unser Spiel muss auch effektiv sein, sonst bringt es nichts.“ In der neuen Saison gilt es, den Spagat zwischen schönem und erfolgreichem Fußball zu schaffen. So viele Sympathiewerte die aktuelle Mannschaft auch gewinnen konnte, auf den Rängen sieht es ein wenig anders aus. Immer wieder fallen rechtsextreme Elemente unangenehm auf, die Klub-Führung wird des Problems einfach nicht Herr.

PERSONAL

Der Kader der Wiener hat sich nur minimal verändert. Mit Julian Baumgartlinger verließ ein einziger Stammspieler den Verein – der Salzburger unterschrieb in Mainz. Zudem gingen mit Szabolcs Safar (FC Wacker) und Robert Almer (Düsseldorf) zwei Torhüter. Die Abgänge von Niklas Hoheneder (Karlsruhe), Petr Vorisek (Altach) und Fernando Troyansky (Wr. Neustadt) fallen nicht ins Gewicht. Auf der Seite der Neuzugänge sind drei Namen zu finden. Mit Pascal Grünwald wurde aus Innsbruck eine neue Nummer eins verpflichtet, Youngster Heinz Lindner rückt ins zweite Glied zurück. In der Innenverteidigung ist Kaja Rogulj neu. Der Kroate kam von Slaven Belupo und dürfte eine echte Verstärkung darstellen. Zurück am Verteilerkreis ist Alexander Grünwald, der zuletzt in Wiener Neustadt unter Vertrag stand. Nicht geklappt hat es mit der Verpflichtung von Daniel Royer – die SV Ried legte sich quer. Damit sollten die Transfertätigkeiten, bis auf den absehbaren Abgang von Schumacher, auch schon abgeschlossen sein. Fraglich ist nur noch die Zukunft von Zlatko Junuzovic. „Wenn sich bei einem Klub ein Spieler auf seiner Position verletzt, wird man sich an ihn erinnern. Das kann z.B. in Deutschland immer passieren. Die Transferphase geht auch noch bis Ende August. Momentan gibt es kein konkretes Angebot“, weiß Coach Daxbacher.

AUSBLICK

Die Austria wird auch in dieser Saison um den Titel mitspielen. Der große Favorit ist der Verein aus dem zehnten Wiener Gemeindebezirk aber auch diesmal nicht. Doch der Druck ist gewiss ein wenig gestiegen, eine dritte titellose Saison würden die traditionell kritischen Fans wohl nicht ohne weiteres hinnehmen. Zudem sollten die Veilchen den Einzug in die Gruppenphase der Europa League diesmal schaffen – das würde auch den Finanzen gut tun. Gespannt darf man auf den Personal-Sektor blicken. Die Verträge einiger Leistungsträger laufen im Sommer 2012 aus, die Verhandlungen werden schwer und könnten die Stimmung im Liga-Finish trüben. Auf dem Feld ist abermals eine attraktiv spielende Truppe zu erwarten. Wenngleich Julian Baumgartlinger sicher nicht auf Anhieb adäquat ersetzt werden kann.

FÜNF FRAGEN AN DEN TRAINER

LAOLA1: Sie haben in der Vorbereitung am System getüftelt.  Eine Reaktion auf die letzte Saison, in der man sich daheim oft schwer getan hat?

Daxbacher: Es ist gegen gut organisierte, defensive Teams immer schwer. Jede Mannschaft weiß über die andere Bescheid. Wir spielen vier Mal gegeneinander. Da gibt es keine großen Überraschungen. Es entscheidet letztlich immer die Qualität. Wir versuchen unsere besten Spieler in ein System reinzubringen, ohne die Defensivstärke zu verlieren.

LAOLA1: Ist das angedachte 4-3-2-1-System aufgrund des Spielermaterials mehr als eine Option?

Daxbacher: Linz kann aus jeder Chance ein Tor machen. Mit Jun und Barazite haben wir zwei sehr gute Offensiv-Akteure, die aber nicht ganz für die vorderste Front sind. Dem wird versucht, Rechnung zu tragen. Ob es funktioniert, ist eine andere Frage. Die Gefahr ist, dass wir mit Junuzovic und Stankovic noch weitere sehr offensive Spieler im Mittelfeld haben. Klein und Leovac sind als Verteidiger ebenfalls sehr nach vorne orientiert. Die Defensive darf nicht zu löchrig werden. Da arbeiten wir dran. Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, um auch defensiv gut zu stehen.

LAOLA1: Wie schmerzhaft ist der Abgang von Julian Baumgartlinger?

Daxbacher: Er hat speziell durch seine Dynamik und Laufstärke bestochen. So einen Spieler haben wir in dieser Form nicht mehr. Wir haben mit Peter Hlinka einen sehr erfahrenen Mann, der die Bälle gut verteilen kann. Suttner hat im Test gegen Sparta Prag als Sechser überrascht und auf dieser Position einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Nicht zu vergessen Emir Dilaver. Es gibt Alternativen.

LAOLA1: Wie beurteilen Sie Ihre Neuzugänge? Kann Alexander Grünwald die Baumgartlinger-Position einnehmen?

Daxbacher: Alex‘ Grundausrichtung  war eher jene einer zweiten Spitze. Am Schluss hat er im Mittelfeld gespielt. Ihn als einzigen Sechser zu bringen, wird schwierig werden. Pascal hat mir beim FC Wacker mit seinem selbstbewussten Tormannspiel gefallen. Er kann das Spiel sehr schnell machen.  Das finde ich gut. Rogulj kann sehr konsequent am Mann spielen. Er bevorzugt das einfache Passspiel. Auf ihn können wir uns verlassen. Er kämpft um einen Platz in der Innverteidigung.

LAOLA1: Die Austria hat letzte Saison phasenweise den schönsten Fußball geboten, teilweise haben aber die Erfolgserlebnisse gefehlt. Ist es jetzt ein Ziel, schön und erfolgreich zu spielen?

Daxbacher: Meine Philosophie ist es, mit wenigen Ballkontakten auszukommen und Dribblings erst in der offensivsten Zone einzusetzen. Wenn das mit ein, zwei, drei Mal berühren funktioniert, ist es sehr attraktiv. Es muss aber auch effektiv sein, sonst bringt es nichts. Das muss das Ziel sein. Nur vom schön spielen haben wir nichts. Jeder bei uns hat aber an Erfahrung gewonnen. Das könnte sich auswirken. Ein Großteil ist zudem im besten Fußballer-Alter. Wir kommen mit wenigen Legionären aus. Viele Österreicher können sich präsentieren – der Klub sammelt damit Sympathie-Punkte. Das heißt nicht, dass bei mir nur Österreicher zum Zug kommen und die Ausländer das Nachsehen haben. Ich stelle immer nach Leistung auf.

Harald Prantl/Martin Wechtl

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