"Sonst juble ich nicht so"

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"Habe mich irrsinnig über dieses Tor gefreut“

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Ein Tor setzt bekanntlich unglaubliche Emotionen frei.

Wenn es dann auch noch gegen einen ehemaligen Erzrivalen geht, kennt die Freude keine Grenzen.

Sieben Jahre verbrachte Marcel Sabitzer beim GAK, ehe er über die Frank-Stronach-Akademie und Admira im Jänner bei Rapid landete.

Beim sonntägigen 3:1-Erfolg der Hütteldorfer in Graz gegen Sturm gelang ihm bereits nach sieben Minuten die Führung. Nach einem idealen Pass von Deni Alar ließ der 19-Jährige Goalie Johannes Focher keine Chance und schloss trocken ab.

Und in diesem Moment konnte er sein ehemals „rotes Blut“ nicht verleugnen. Mit den Händen an den Ohren sprintete er an der Grazer Fankurve vorbei, ganz nach dem Motto: „Ich höre nichts“.

„Habe mich irrsinnig über dieses Tor gefreut“

Die Reaktion der Sturm-Fans ließ naturgemäß nicht lange auf sich warten, ein gellendes Pfeifkonzert war die Folge und sollte den Rapidler bei jedem weiteren Ballkontakt bis zu seinem Austausch in der 76. Spielminute begleiten.

„Ich habe mich irrsinnig über dieses Tor gefreut. Normalerweise juble ich nicht so, aber wenn dich die gegnerischen Fans so schimpfen, geht das schon in Ordnung“, veranschaulicht Sabitzer im Gespräch mit LAOLA1 seine Gefühlswelt.

Vor fast genau einem Jahr, am 10. Mai 2012, gelang ihm übrigens schon einmal ein Tor in der UPC-Arena. Damals erzielte der Steirer im Dress der Admira ebenfalls den ersten Treffer. Schlussendlich siegten die Südstädter mit 3:0 und schafften am Saisonende die Qualifikation für die Europa-League-Quali.

Großer Schritt Richtung Europa

Und auch Rapid hat nach dem „enorm wichtigen Sieg“ (Nachbericht) nun sehr gute Karten, am Ende der Meisterschaft das Ticket für das internationale Geschäft zu lösen. Vier Runden vor Schluss beträgt der Vorsprung des Tabellendritten auf den Vierten WAC fünf Punkte. Auch auf die fünftplatzierten Grazer hat man einen Fünf-Zähler-Polster. Bereits am kommenden Samstag kommt es zum direkten Duell mit den Kärntnern.

„Es schaut jetzt besser aus als noch vor ein paar Wochen. In der nächsten Runde empfangen wir den WAC. Das wird bestimmt kein leichtes Spiel. Wenn wir da aber einen Dreier einfahren, sind wir durch und haben unser Ziel Europa-League-Quali erreicht“, glaubt der Youngster.

Barisic sieht schrittweise Entwicklung

Ganz so euphorisch gibt sich Trainer Zoran Barisic (noch) nicht. „Wir haben den ersten Schritt gesetzt, mehr noch nicht“, so der 42-Jährige.

Schrittweise sieht der grün-weiße Feldherr auch die Entwicklung seit seinem Amtsantritt: „Wir entwickeln uns in kleinen Schritt weiter, müssen aber eine gewisse Basis finden und in Folge eine Balance zwischen Anspannung und Entspannung sowie zwischen Defensive und Offensive finden. An diesen Dingen arbeiten wir tagtäglich.“

Erfreulich sei laut Sabitzer, dass im Gegensatz zu vielen Spielen im Frühjahr, die Führung nicht wieder verspielt wurde.

„Wir haben jetzt, glaube ich, schon sechs oder sieben Mal geführt und es nie über die Zeit gebracht. Da sind wir zu langsam im Kopf, machen zu viele Fehler. Heute haben wir es Gott sei Dank geschafft, eine Führung auch in drei Punkte umzumünzen.“

Kehrt etwas Ruhe ein?

Ob der erste Auswärtssieg seit November 2012 und die Aussicht auf die Europacup-Teilnahme für etwas mehr Ruhe sorgen wird, kann Rapids Nummer 24 nicht vorhersagen.

„Ich bin nicht da, um das zu beurteilen. Es ist jedem einzelnen Fan selbst überlassen, was er aus dieser Situation macht. Wir würden uns freuen, wenn sie uns unterstützen würden. Wir schauen, dass wir unsere Leistung bringen und kämpfen um jeden einzelnen Fan und hoffen, dass sie uns wieder unterstützen werden.“

In der UPC-Arena hörte man jedenfalls nach den Toren und dem gehaltenen Elfmeter von Jan Novota auch wieder „Hier regiert der SCR“-Rufe - schließlich sorgen Tore und Erfolg eben für unglaubliche Emotionen.

 

Martin Wechtl

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