Sergey Bubka: "Es braucht harte Strafen"

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Sergey Bubka wollte 2015 unbedingt Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes werden.

Der Ukrainer unterlag jedoch Sebastian Coe in einer spannenden Wahl und musste sich - im Gegensatz zu den meisten Wettkämpfen, die er als Aktiver bestritt - geschlagen geben.

Im Nachhinein sollte sich diese Niederlage für die Stabhochsprung-Legende als Glücksfall erweisen.

Während Coe immer mehr in Bedrängnis gerät ob des Mega-Dopingskandals, der seine Sportart heimsucht, genießt Bubka, seit 2002 Vorsitzender der Athletikkommission des IOC, die Youth Olympic Games in Lillehammer.

„Wir haben eine gute Organisation, das Dorf ist schön, das Feedback sehr gut“, freut sich der 52-Jährige über die gelungenen Spiele im Olympia-Gastgeberort von 1994.

Olympische Spiele mit Vorbildwirkung

Den Jugendlichen rät er, sich nicht zu sehr unter Druck setzen zu lassen. „Man sollte Athleten in diesem Alter nie zu etwas zwingen“, meint Bubka, der die Vorbildwirkung der Spiele für die Gesellschaft lobpreist.

„Die Olympische Bewegung ist einzigartig. Wir zeigen der Welt, dass wir die Leute zusammenbringen können. Die Kinder sind hier einfach Kinder, reden miteinander, teilen Dinge. Sie umarmen sich und zeigen voreinander Respekt. Das ist die Kraft des Sports und die Art, wie man die Welt erziehen muss. Man muss den Frieden promoten“, lautet sein Plädoyer für die Jugendspiele und den Sport generell.

Jener Zusammenhalt, von dem der Olympiasieger und sechsfache Weltmeister predigt, fehlt allerdings gerade in der Leichtathletik. Russland geriet nach einer „ARD“-Dokumentation, die systematisches Doping bewies, in arge Bedrängnis, auch in Kenia ist die Welt längst nicht mehr so heil, wie sie noch vor wenigen Jahren war.

„Es gibt im Leben immer welche, die die Regeln befolgen und welche, die sie verletzten“, weiß Bubka. „Wenn sie jemand missachtet, gibt es keine Ausreden. Dafür braucht es harte Strafen, das ist für mich ganz simpel.“

Ausschluss für Rio? "Hängt von Russland ab"

Bubka steht den Medien Rede und Antwort
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Ob die Russen deshalb von den Spielen in Rio ausgeschlossen werden? „Das hängt ganz von Russland ab“, meint der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine. Wenn sie sich an die Spielregeln halten und dem Betrug Einhalt gebieten, haben sie die Berechtigung, an den Wettkämpfen teilzunehmen. „Heute ist das aber schwierig zu sagen“, scheint er Zweifel zu haben. Die Entscheidung soll im März fallen.

Klar ist ohnehin, dass nicht nur ein, zwei Länder ein Dopingproblem haben, sondern die Angelegenheit längst global bekämpft werden muss.

„Doping ist eine der größten Bedrohungen des 21. Jahrhunderts“, erklärt der Ukrainer und betont, dass man diesen Kampf nur gewinnen kann, wenn man alle Kräfte bündelt.

Kira Grünbergs Schicksal geht Bubka nahe

Vom Zoll über Interpol, von Ärzten bis Wissenschaftlern - alle müssen mithelfen, um den Betrügern das Handwerk zu legen. So machen positive Fälle zwar niemanden glücklich, stimmen aber „zuversichtlich und zeigen, dass wir stark und effizient arbeiten“.

Eine negative Stimmung in Rio befürchtet er indes nicht, dafür haben die Brasilianer zu viel Rhythmus im Blut. „Es wird eine spezielle Atmosphäre geben“, freut sich Bubka schon auf den Beginn des größten Sportevents der Welt und erhofft sich Karnevals-Stimmung.

Deutlich ernster wird der einstige Stabhochspringer, wenn er auf das Schicksal von Kira Grünberg angesprochen wird. „Das ist eine sehr enttäuschende Situation. Mir geht das natürlich sehr nahe“, zeigt er Betroffenheit und wünscht der 22-Jährigen „nur das Beste“.

Aus Lillehammer berichtet Christoph Nister

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Posted by Olympic Team Austria on Dienstag, 16. Februar 2016
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