Steiler Aufstieg: Der erste Wiener im Weltcup

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Vor fünf Jahren hätte Lukas Pachner darüber nur laut gelacht.

Als erster Wiener im Snowboard-Weltcup an den Start gehen?

Das schien damals so weit entfernt wie die österreichische Hauptstadt vom vorarlbergischen Montafon.

Genau dort wird der 24-Jährige an diesem Wochenende aber Geschichte schreiben. Noch nie zuvor trat ein Mitglied eines Wiener Skisportvereins bei einem Weltcup-Bewerb an. Der Snowboard-Crosser hat es geschafft. Allen Hindernissen zum Trotz.

Entdeckt bei Schülermeisterschaften

„Mein Traum war immer schon der Profi-Sport. Aber dass es in diesem Ausmaß funktioniert, hätte ich mir nicht erwartet. Das ist echt lässig“, sagt Pachner gegenüber LAOLA1.

Als typischer Flachländer betrieb er den Wintersport in seiner Jugend nur im Ski-Urlaub und am nächstgelegenen Hügel. Bei Schülermeisterschaften am Hochkar fiel der TGM-Absolvent jedoch dem Wiener Skiverband auf.

Zweites EC Rennen der Saison und ein 3.platz, was will man mehr ! :D Hammer tag, geile Heats, Wahnsinns Teamleistung!...

Posted by Lukas Pachner on Donnerstag, 26. November 2015

Team Manager Alexander Dienst motivierte Pachner zu seinen ersten Einsätzen bei Hobby-Rennen. Im Alter von 18 Jahren startete er seine Snowboard-Karriere.

„Ich bin dem Wiener Skiverband zu unendlich viel Dank verpflichtet. Sie haben mich immer unterstützt“, weiß der Bartträger.

Von der Uni direkt auf die Piste

Was folgte, war ein steiniger Weg in die Boarder-Szene. Abseits der klassischen Ausbildung in einem der westösterreichischen Ski-Gymnasien finanzierte sich Pachner das Training mit Hilfe der Unterstützung seiner Eltern selbst. Förderungen der Sporthilfe oder des Heeressportzentrums bleiben bis heute aus. Trotzdem bestritt er 2012 seine ersten offiziellen FIS-Rennen.

„Damals bin ich oft direkt nach dem Ende der Vorlesungen zu den Bewerben gefahren. Es gibt natürlich eine bessere Rennvorbereitung, als stundenlang am Steuer eines Autos zu sitzen“, schmunzelt Pachner.

So trainiert Pachner im Sommer den Start

Das Lehramtsstudium mit den Fächern Mathematik und Sport hat der Quereinsteiger deswegen auf Eis gelegt. Die volle Konzentration gilt dem Snowboarden. Auch im Sommer, wenn Pachner auf der Neuen Donau am Surfbrett trainiert oder zur Schärfung der Reaktionsschnelligkeit die selbst gebastelte Startbox (siehe Bild) im niederösterreichischen Großrußbach nutzt. Dort wohnen die Eltern des gebürtigen Wieners.

Der „Wiener Bazi“ im Snowboard-Weltcup

Lange Zeit als Einzelkämpfer unterwegs durfte sich Pachner erst in der Saison 2013/14 über die Aufnahme in den B-Kader der ÖSV-Snowboardcrosser freuen. Nur eine Saison später ergatterte er mit dem zweiten Platz in der Europacup-Gesamtwertung einen Fixplatz im Weltcup.

Nun darf er sich im Training mit Könnern wie Ex-Weltmeister Markus Schairer messen. Das Bergvolk aus dem ÖSV hat den Flachländer gut aufgenommen. „Es herrscht ein super Klima. Auch wenn ich manchmal 'Wiener Bazi' genannt werde“, lacht Pachner.

Es herrscht ein super Klima. Auch wenn ich manchmal 'Wiener Bazi' genannt werde."

Lukas Pachner

Vor dem Weltcup-Start im Montafon sorgte der 24-Jährige bereits Ende November für ein Ausrufezeichen. Bei den stark besetzten Europacup-Rennen im Pitztal, die beide sein ÖSV-Kollege Hanno Douschan für sich entscheiden konnte, zeigte er mit einem 13. und einem dritten Platz auf.

Olympia 2018 als großes Ziel

„Fast alle Nationen waren bei diesen Bewerben schon dabei. Die Saison hat perfekt angefangen. Nun darf ich aber nicht zu viel wollen, sondern muss die selbst gesteckten Ziele beibehalten“, meint der passionierte Downhill-Biker, der sich in seiner Debüt-Saison erst einmal regelmäßig für das 32-köpfige Starterfeld qualifizieren will. Danach sei in den K.o.-Läufen alles möglich.

Mittelfristig fasst Pachner die Olympischen Spiele 2018 ins Auge. Auch die X-Games haben es dem Quereinsteiger angetan.

Setzt sich sein steiler Aufstieg fort, so wird der erste Wiener im Snowboard-Weltcup wohl noch öfters Geschichte schreiben.

 

Jakob Faber

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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