Prevc gefährdet ÖSV-Siegesserie bei der Tournee

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Die 64. Vierschanzen-Tournee der Skispringer hat einen klaren Favoriten: Peter Prevc greift als dreifacher Saisonsieger ab Montag in Oberstdorf nach dem erst zweiten Gesamterfolg eines Slowenen.

Doch Titelverteidiger Stefan Kraft und Michael Hayböck sind Prevc nach jüngster Steigerung auf den Fersen. "Ich bin überzeugt, dass wir um den Sieg mitspringen können", betonte ÖSV-Coach Heinz Kuttin.

Einmalige Siegesserie fortführen

Die ÖSV-Springer haben eine in der Tournee-Geschichte einmalige Siegesserie hingelegt. Seit 2008/09 durfte beim Finale am Dreikönigstag in Bischofshofen nicht weniger als sieben Mal ein Österreicher über den ersten Gesamtrang jubeln. Kraft und Hayböck, die ersten zwei der vergangenen Auflage, bilden neuerlich das Top-Duo des ÖSV. Doch der Start der Zimmerkollegen in den "Winter" war diesmal etwas holprig.

"Es war nicht so leicht, reinzustarten, denn bis Engelberg war nie ein lockeres Training möglich", bekannte Kraft. Doch aus zwei Übungseinheiten vor und nach der jüngsten Weltcupstation in der Schweiz schöpfte der Salzburger viel Selbstvertrauen.

"Jetzt bin ich optimistisch", versicherte der 22-Jährige gegenüber der APA.

Hayböck hat Form gefunden

Der zwei Jahre ältere Hayböck war zweimal Zweiter und fühlt sich nach den jüngsten Leistungen bereit für den ersten Saisonhöhepunkt. "Es war viel harte Arbeit dabei und es war nicht einfach, die Form zu finden. Aber jetzt kann ich ruhig in die Weihnachtspause gehen", sagte der Oberösterreicher nach den bisher einzigen ÖSV-Podestplätzen der Saison in Nischnij Tagil und Engelberg.

Drei Tage hat das ÖSV-Quintett, zu dem weiters der zweifache Gesamtsieger Gregor Schlierenzauer und die in den Kreis der Top-Ten-Springer aufgerückten Manuel Fettner und Manuel Poppinger gehören, während der Feiertage frei.

"Diese Ruhe brauchen sie. Denn es kommen mit Tournee und Skiflug-Heim-WM am Kulm zwei Höhepunkte innerhalb von drei Wochen, dafür müssen alle fit sein", sagte Kuttin.

"Vorfreude ist da"

Der Ex-Weltmeister aus Kärnten, der am 5. Jänner seinen 45. Geburtstag feiert, hält einen achten ÖSV-Erfolg in Serie durchaus für möglich. Doch auch er nannte Prevc als Topfavoriten und die Deutschen Severin Freund und Richard Freitag sowie die Norweger (Kenneth Gangnes und Johann Andre Forfang) als Sieganwärter.

"Prevc springt sensationell und konstant stark, den muss man erst schlagen", sagte Kuttin. "Aber unsere Formkurve zeigt nach oben, das Selbstvertrauen steigt und das stimmt mich zuversichtlich. Die Vorfreude ist da."

Hoffnung schöpft der ÖSV-Cheftrainer auch aus zuletzt erfolgten Nachbesserungen auf dem Materialsektor. Das neue Anzugsreglement und die neu eingeführten Kontrollen auf dem Schanzenturm hatten vor allem den Norwegern von Trainer Alexander Stöckl Probleme bereitet und bei ihnen zu sieben Disqualifikationen im Weltcup geführt. "Wir sind anfangs eher noch mit Reserven herangegangen und haben in Engelberg beim Material Gas gegeben und die Anzüge weiterentwickelt", erklärte Kuttin. In Oberstdorf werde man sich bestens gerüstet präsentieren.

Favoritenrolle gehört Prevc und Freund

Beim Auftakt im Allgäu hatte im Vorjahr Kraft vor Hayböck triumphiert. Prevc war Dritter und schien nach dem zweiten Bewerb in Garmisch als Gesamt-Zweiter (1,1 Punkte zurück) der schärfste Rivale von Kraft zu sein. Doch ein elfter Rang in Innsbruck warf den Olympia- und WM-Medaillengewinner zurück, er wurde hinter dem ÖSV-Duo Gesamt-Dritter.

Nun tritt der 23-Jährige mit dem Ziel an, Primoz Peterka (1996/97) als zweiter Gewinner aus Slowenien nachzufolgen. Wie Severin Freund hat er auch noch keinen Tagessieg bei der Tournee erreicht.

Hayböck ist es nicht unrecht, dass vorerst andere im Vordergrund stehen. "Prevc und Freund kann man die Favoritenrolle zuschieben. Aber wir werden natürlich versuchen, mitzufighten und alles tun, um nichts herzuschenken."

Textquelle: © APA Zum Seitenanfang»
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