"Porno-Star" wider Willen

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10 Dinge über ... Peter Prevc

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Auf der Sprungschanze ist Peter Prevc eine echte Augenweide.

Sein Stil ist aggressiv, seine Technik derzeit die wohl beste der Welt.

Der Slowene dominierte die Vierschanzen-Tournee, er gewann Gold bei der Skiflug-WM und liegt im Gesamtweltcup überlegen in Führung.

Mit dem Erfolg einher geht freilich das mediale Rampenlicht. Die Scheinwerfer sind auf ihn gerichtet, Medien wollen Interviews, Fans Autogramme von und Bilder mit ihm.

Die Rolle des Schanzen-Primus übt er meisterlich aus, er leistet sich so gut wie keine Schwäche. In der Funktion des Medien- und Fanlieblings bleibt noch Luft nach oben, denn privat gilt der 23-Jährige als ruhiger Zeitgenosse, fast als Schweiger.

Zwar parliert er in einwandfreiem Englisch, doch die Aufmerksamkeit würde er am liebsten anderen überlassen. Sein Credo: Voller Fokus auf den Sport!

LAOLA1 beleuchtet den besten Skispringer der Gegenwart - 10 Dinge über Peter Prevc:

#1

„Es ist schwierig für mich, über mich selbst zu sprechen. Ich würde sagen, dass ich ein friedvoller Mensch mit seltsamem Humor bin. Ich mag es, in guter Gesellschaft zu sein und fahre gerne schnell auf Rennstrecken. Dazu mache ich gerne Sport.“ Besondere Lebensziele gibt der zweifache Olympia-Medaillengewinner keine aus. „Okay, ein Haus, eine Familie und so weiter, aber das ist ja quasi ein Muss“, erklärte er einst.

#2

Mit Ausnahme eines schlimmen Sturzes blieb der 23-Jährige bislang von schweren Verletzungen verschont. Im Rahmen der FIS-Team-Tour der Saison 2011/12 konnte der damals 19-Jährige einen Sprung auf der Flugschanze in Oberstdorf nicht stehen. Zunächst wurde ein Schlüsselbeinbruch vermutet, der sich bei genaueren Untersuchungen als Bänderrisse in der Schulter herausstellte. Eine mehrwöchige Pause war die Folge, sodass er schweren Herzens seine Teilnahme an der Skiflug-WM in Vikersund absagen musste.

#3

Geboren wurde der heutige Weltcup-Dominator in der 37.000-Einwohner-Stadt Kranj, erste Bekanntschaft mit dem Skispringen machte er durch seinen Vater, der ihn nach geglücktem Beginn beim örtlichen Skiclub anmeldete. Oder wie Prevc sagt: „Er hat mich da reingesteckt.“ Sein Weltcup-Debüt feierte er am 5. Dezember 2009 in Lillehammer. Auf Anhieb schaffte er den Sprung in die Punkteränge und wurde 22.

#4

Prevc ist großer Bewunderer von Noriaki Kasai, der auch mit 43 Jahren noch zur Weltspitze gehört und als ältester Weltcup-Gewinner aller Zeiten in die Annalen einging. Das große Idol des frischgebackenen Tournee-Siegers kommt allerdings nicht aus dem Wintersport. „Das ist Nejc Zaplotnik, der (mit 31 Jahren) verstorbene Extrem-Kletterer“, bestätigt Prevc und erklärt auch seine Beweggründe. „Er war immer fokussiert auf seinem Weg, das hat ihm die Power für seinen großen Erfolg gegeben.“

#5

Er selbst dürfte als Vorbild für seine vier Geschwister dienen. Als ältestes von fünf Kindern stand er als Erster auf den Latten, die ihm die Welt bedeuten. Inzwischen üben sich auch seine Brüder Cene (19) und Domen (16) darin, selbst die 10-jährige Nika hat bereits zahlreiche Wettkämpfe hinter sich, lediglich Küken Ema (6) lässt noch auf sich warten. Während Domen in dieser Saison sensationell seinen Durchbruch schaffte und in Engelberg für eine Prevc’schen Doppelsieg sorgte, liegt der Fokus bei Cene derzeit andernorts. „Er konzentriert sich auf sein Studium“, berichtete Peter, „aber auch er wird kommen.“ Für die Konkurrenz muss es wie eine Drohung klingen.

#6

Seine Triumph bei der Tournee und am Kulm ließen ihn in der Gunst seiner Fans noch weiter steigen, ist er doch jeweils erst der zweite Slowene, dem das gelang. Primoz Peterka (1996/97) war Tournee-Pionior, Robert Kranjec gewann den Skiflug-WM-Titel 2012. Ohnehin gilt Prevc in seiner Heimat längst als Superstar, wie drei Titel als Sportler des Jahres in Folge beweisen. Zuletzt ließ er Biathlon-Star Jakov Fak und Snowboard-Größe Zan Kosir hinter sich. Seine Begeisterung darüber brachte er wie folgt zum Ausdruck: „Das ist wichtig für unseren Sport.“ Typisch Prevc eben.

 #7

Peter ist Teil eines höchst elitären Klubs, er gehört zu den wenigen Schanzen-Artisten, denen der perfekte Sprung gelang. Will heißen, dass er von den Haltungsrichtern fünfmal mit der Traumnote 20,0 honoriert wurde. Diese seltene Ehre wurde ihm vergangenen März beim Skifliegen in Planica zuteil. Bis heute ist er einer von nur sieben Springern, denen das gelang, darunter auch die beiden Österreicher Toni Innauer (war 1976 der Erste) und Wolfgang Loitzl (bei der Tournee 2008/09 in Bischofshofen). Weiters in diesem Klub: Kazuyoshi Funaki, Sven Hannawald, Hideharu Miyahira und Jurij Tepes.

#8

In der letzten Saison sorgte der Slowene für einen Meilenstein im Skifliegen. Am Valentinstag 2014 segelte und segelte und segelte er, um erst nach 250 Metern wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Der Weltrekord war ihm sicher, als erster Mensch der Welt flog er einen Viertelkilometer weit und stand den Sprung. Auch wenn ihm der Norweger Anders Fannemel die Bestweite (251,5 m) tags darauf abluchste, sein Flug wird immer eine ganz besondere Marke in der Geschichte des Skifliegens bleiben.

#9

Sportliche und vor allem menschliche Größe zeigte Prevc, als er im Vorjahr punktegleich mit Severin Freund die große Kristallkugel an den Deutschen verlor, weil er weniger Siege auf dem Konto hatte. Der Slowene gratulierte fair und brauchte laut eigenen Aussagen „nicht lange“, um die Situation zu verarbeiten. Dabei war es ausgerechnet Teamkollege Jurij Tepes, der mit seinem Sieg zum Spielverderber wurde. „Er hatte keine Wahl, er musste weit springen, um ein Top-Ergebnis zu erreichen. Das hätte jeder andere Athlet an seiner Stelle auch so gemacht.“ An Prevc’ Stelle hätte aber wohl nicht jeder so cool darauf reagiert.

#10

Neuerdings bringt es der 23-Jährige zu zweifelhaftem Ruf als „Pornostar“ - natürlich ist er das nicht wirklich. Ein Fan des Tournee-Siegers lud auf „Redtube“, dem selbsternannten „Home of free porn videos“, ein Video des Slowenen hoch, das diesen bei seiner Berufsausübung zeigt. Versehen wurde der Einspieler mit dem Titel "Rape on 49 skinny men", also "Vergewaltigung an 49 dünnen Männern". Natürlich wurde das Video umgehend gelöscht, ein Screenshot bleibt aber auf ewig.

Christoph Nister

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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