Trotz Müller-Schock: The Show Must Go On

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Für Österreichs Skispringer ist es das ganz große Saisonhighlight.

Eine Skiflug-Weltmeisterschaft vor heimischem Publikum ist etwas ganz Besonderes, zumal am Kulm rund 100.000 Zuschauer erwartet werden.

Von der geplanten Mega-Party ist inzwischen keine Spur mehr. Ein Horrorsturz von Lukas Müller überschattet die Titelkämpfe und sorgt für Schock-Stimmung in der Obersteiermark.

Der 23-Jährige kam aufgrund eines Materialfehlers - der linke Schuh soll sich gelockert haben - bei Tempo 110 zu Fall. Zunächst konnte er seine Beine nicht bewegen, mit Fortdauer soll er ein leichtes Gefühl wiedergewonnen haben.

Kuttin: "Es war ein Schock"

„Es ist ein Schock“, ringt ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin um Worte. „Da kommen Erinnerungen hoch, vor allem, wenn man weiß, was in den letzten Jahren im Skispringen passiert ist.“

Es ist leider kein Einzelfall, denn in den letzten Jahren gab es gleich mehrere schwere Stürze, die zum Teil glimpflich, zum Teil aber auch tragisch - Nick Fairall ist bis heute an den Rollstuhl gefesselt - endeten.

„Das Material ist sehr ausgereift“, erklärt Kuttin. Es sei grundsätzlich sicher, aber „wenn in der Luft etwas passiert, kommt es meistens zu einem aerodynamischen Luftabriss“.

Der Athlet ist davon überrascht und hat kaum Zeit, um darauf zu reagieren. Schwere Stürze sind die Folge. Österreichs Athleten sind gebrannte Kinder, bangte man doch vor zwei Jahren, ebenfalls am Kulm, um Thomas Morgenstern. „Wir können nur hoffen, dass es für Lukas ähnlich gut ausgeht“, hofft der Chef im Adlerhorst auf eine baldige Genesung.

Skiflug-WM: The Show Must Go On

Was bedeutet das für seine Athleten, die am Donnerstag in der Quali antreten und ab Freitag um WM-Edelmetall kämpfen sollen? „Wir werden ihnen offen und ehrlich Informationen geben und klar ansprechen, was ist. Danach sollte sich jeder auf seine Sache fokussieren.“

Wie so oft nach solchen Unfällen bleibt kaum Zeit, um das Geschehene zu verarbeiten. Es gilt das Motto „The Show Must Go On“. „Wenn wir uns zu lange darauf versteifen, ist das nicht gut.“

Die Skispringer wissen, welchen Risiken sie sich aussetzen, Stürze sind Teil des Geschäfts. Es klingt hart, ist für Stefan Kraft, Michael Hayböck und Co. aber die Realität.

„Der Sport geht weiter“, bleibt auch Kuttin nichts anderes übrig, als zu versuchen, schnellstmöglich Normalität einkehren zu lassen. Wie gut ihm das gelingt, ist unklar: „Wenn so etwas passiert, sind meine Gedanken natürlich bei Luki. Ich hoffe, dass alles gut ist.“

Christoph Nister

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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