ÖSV-Adler strafen ihre Kritiker Lügen

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Der WM-Teambewerb am Kulm war nichts für schwache Nerven.

Österreichs Adler gehörten zu den Medaillenkandidaten und bewiesen ihre Ambitionen mit einem starken ersten Durchgang (Rang zwei).

Wechselnder Wind und damit einhergehende schwierige Bedingungen sorgten jedoch im Finale für eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Stefan Kraft legte sensationell vor, Manuel Poppinger und Manuel Fettner konnten seine Leistungen wegen des Windes nicht bestätigen und so geriet die greifbare Medaille noch einmal ins Wanken. Schlussspringer Michael Hayböck machte schließlich den Sack zu, der ÖSV holte - wie Stefan Kraft im Einzel - Bronze.

Kraft: Warum tue ich mir das immer an?

„Ich frage mich immer, warum ich mir den Startspringer antue“, erklärte Kraft, nachdem er eine gefühlte Ewigkeit zittern musste. „Du stehst eine halbe Stunde unten und wartest, was passiert. Zweimal habe ich mir gedacht: ‚Jetzt ist die Medaille weg.‘“

Schlussendlich durfte er sich doch freuen. „Es ist cool, dass wir uns zu den Highlights immer gut in Form bringen und das Beste rausholen.“

Da er sich nach dem Einzel nur ein Bier gönnte, will er nun gleich beide dritte Plätze feiern. „Wir werden sich anstoßen mit den Serviceleuten und Trainern. Und dann im Bus mit dem Busfahrer.“

Hayböck: "Eine Genugtuung"

Auch Schlussspringer Hayböck, der die Last der Verantwortung am Ende auf seinen Schultern trug, war die Erleichterung anzumerken. „Wir wussten im Vorfeld, dass wir Glück brauchen würden, aber das hatten wir definitiv nicht.“

Da er mit seinen Kollegen dennoch die Erwartungen erfüllte, „ist die Medaille noch einmal mehr wert“. Das Gefühl, als Letzter oben zu sitzen und die grüne Linie zu überfliegen, bezeichnete er als „sehr, sehr cool“.

Der Oberösterreicher betonte die Wichtigkeit des Betreuerstabs und die gute und harte Arbeit, die die ÖSV-Adler in den letzten Wochen und Monaten investierten. „Ich glaube nicht, dass viele mit uns gerechnet haben." Nach der zum Teil sehr harten Kritik ist Team-Bronze "auf jeden Fall eine Genugtuung", mit denen alle Kritiker Lügen gestraft wurden.

Fettner hielt dem Druck stand

Während Manuel Poppinger das ablieferte, was man von ihm erwartete, galt Namensvetter Fettner als Sorgenkind und potenzieller Wackelkandidat. Doch auch der 30-jährige Tiroler hielt dem Druck stand.

„Es war sicher nicht leicht für mich, weil ich in den letzten Tagen nicht gut gesprungen bin.“ Während seine Kollegen immer besser mit der Schanze zurechtkamen, hatte er immer wieder Probleme. Gerade in einem Teamevent ist der Druck dann umso größer.

„Wenn man es verhaut, dann für die ganze Mannschaft. Ich bin aber gut damit umgegangen.“

Müller "einer von uns"

Die große Freude über zweifaches Edelmetall für das österreichische Team wurde aber freilich auch zum Abschluss getrübt vom schweren Sturz Lukas Müllers.

„Er ist einer von uns. Wir helfen, wo es geht“, kündigte Kraft an. Konkrete Pläne konnten die Österreicher noch nicht verraten, ein gemeinsamer Besuch steht aber bereits auf der To-Do-Liste.

„Wir werden sicher was auf die Beine stellen, das geht natürlich nicht spurlos an uns vorbei“, ergänzte Hayböck.

Sie sind sich bewusst, dass es jeden von ihnen hätte treffen können und Skispringen immer ein Grenzgang ist. Kraft: „Ich finde es brutal, wie eng das alles beieinander liegt.“

Christoph Nister

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