Vonn Schnellste im zweiten Zauchensee-Training

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Lindsey Vonn unterstreicht einmal mehr ihre Favoritenstellung.

Die US-Amerikanerin ist am Freitag im zweiten Training für die Sprintabfahrt Schnellste. Auf die zweitplatzierte Viktoria Rebensburg (GER) hat Vonn 0,28 Sekunden Vorsprung. Tina Weirather liegt bereits 0,59 Sek. zurück.

Beste ÖSV-Läuferin ist Nicole Schmidhofer (+0,82) auf Rang fünf, unmittelbar vor Cornelia Hütter (+0,94).

Michaela Kirchgasser sichert sich ebenfalls einen Startplatz für das Rennen am Samstag (9.30/11.30 Uhr).

Aus dem trainierenden 13er-Aufgebot des ÖSV mussten für Samstag Nina Ortlieb und Elisabeth Reisinger weichen, elf Österreicherinnen dürfen starten.

"Da geht noch mehr"

Nach der kurzfristigen Übernahme der Rennen von St. Anton war in Zauchensee dieses Abfahrts-Format notwendig geworden, um weiter Touristenskilauf am Gamskogel zu ermöglichen.

Obwohl erst am Mittwoch angekommen, machte Vonn gleich klar, dass der Weg zum Sieg auch im Sprint nur über sie führt. Immerhin ist sie die einzige im Feld, die schon eine Sprintabfahrt (2002 in Aare) bestritten hat. "Es hat also auch Vorteile, alt zu sein", scherzte sie.

Auch die Zeitumstellung nach ihrem US-Kurztrip soll sie nicht bremsen. "Ich war noch ziemlich müde heute Früh. Da geht also noch mehr in den Kurven, und ich werde auch in Hocke bis ins Ziel fahren", kommentierte Vonn ihre Bestzeit vor Vicky Rebensburg und Tina Weirather im Abschlusstraining selbstbewusst.

Vonn kann Pröll-Marke einstellen

Zwar tat es ihr leid um St. Anton ("Eine Wahnsinnstrecke"), aber der Sprint in Flachau sei dafür extrem spannend.

"Du bekommst zwei Versuche und damit eine zweite Chance, wenn du einen Fehler gemacht hast. Aber Hauptsache ist sowieso, dass wir in Österreich fahren. Denn hier ist der Skisport ganz groß, und man hat eine Super-Strecke gemacht."

Für das letzte Training hatte Vonn bewusst Startnummer 30 gewählt, um bereits "üben" zu können, sollte sie nach Lauf eins in Führung liegen.

"Stimmt, das war meine Überlegung", gestand sie schmunzelnd. Mit ihrem 36. Abfahrtssieg könnte sie mit Annemarie Moser-Pröll gleichziehen. Österreichs Jahrhundertsportlerin wird sich den Versuch Vonns live im Ziel ansehen.

Duell um große Kristallkugel

Mit den beiden Speed-Rennen geht auch der Zweikampf im Weltcup zwischen Vonn und Gut weiter.

Die Schweizerin hat aktuell satte 158 Punkte Vorsprung auf ihre größte Rivalin, am Freitag wurde sie mit Torfehler Vierte. "Ich kann nur Kurve nach Kurve und Rennen nach Rennen fahren", lässt sich Gut im Kampf um die große Kristallkugel aber weiter nicht in die Favoritenrolle drängen.

Hütter gibt trotz Schmerzen Vollgas

Österreichs Hoffnungen ruhen vor allem auf Cornelia Hütter und Nicole Schmidhofer. Nach ihrem heftigen Sturz vom Vortag "zauberte" Hütter zwar auch am Freitag in der Kompression, kam aber diesmal heil ins Ziel.

Die Steirerin liegt nach bisher starken Saisonleistungen in der Abfahrt nur zehn Punkte hinter den gleichauf führenden Vonn und Fabienne Suter (derzeit verletzt). Sie könnte theoretisch also sogar erstmals an die Spitze einer Weltcupwertung stürmen.

"Die Rippen sind das geringste Problem, eher tut das Genick und die Schulter weh", gestand die Kumbergerin. "Aber es ist eh gut, wenn man sich spürt, oder", scherzte sie.

Ihr Vollgas-Motto wird trotz der Schmerzen nicht geändert. "Am Rennstart sorgt das Adrenalin ohnehin dafür, dass man nichts mehr spürt."

Schmidhofer hofft auf Top-Ergebnis

Schmidhofer spürt nach starken Trainingsleistungen, dass ihr endlich Großes gelingen könnte.

"Vielleicht braucht es ja gerade so eine Sprint-Premiere, dass es bei mir endlich auch mal im Rennen klappt", hoffte die kleine Obersteirerin, die hier vor neun Jahren bei der Junioren-WM vier Medaillen geholt hatte und Doppelweltmeisterin geworden war.

"Es wäre schön, wenn ich auch diesmal mit einem Gefühl wie damals wegfahre", meinte Schmidhofer. Ihre Hoffnung: "Bisher hatte ich hier eh immer oben meine Probleme. Jetzt fahren wir nur den technischen unteren Teil, das passt mir gut."

"Eine Hundertstelschlacht"

Womöglich werden aber alle Prognosen über den Haufen geworden, denn eine Sprint-Abfahrt mit einer Laufzeit von nur knapp über einer Minute und zwei Durchgängen hat ihre eigenen Regeln.

"Einerseits geht hier keiner die Kraft aus. Gleichzeitig merken sich auch nicht so routinierte Läuferinnen den Kurs leichter", ist etwa ÖSV-Damenchef Jürgen Kriechbaum überzeugt, dass der Favoritenkreis größer ist als üblich.

Die "Schmalzleiten", wo den Damen meist schon die Kraft ausging, wird diesmal also eher kein Kriterium. Eher muss man von einer äußerst "engen Partie" ausgehen. "Das wird eine Hundertstelschlacht", vermutet etwa Tamara Tippler.

Für Kriechbaum ändert sich an der Favoritenrolle der "üblichen Verdächtigen" trotz des Sprint-Formates dennoch ebenso nichts wie durch die Tatsache, dass der obere Gleitteil wegfällt.

"Alle guten Abfahrerinnen sind auch gute Technikerinnen." Abfahrtscoach Roland Assinger ist sich sicher: "Da sind drei schöne Kurven drin, in denen Lindsey ihre Schräglage voll ausspielen kann."

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