Kirchgasser: "Lässig, wie die Jungen das machen"

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Michaela Kirchgasser ist nach dem Slalom in Are voll des Lobes für ihre jungen Teamkolleginnen.

"Voll cool. Sie fahren nicht nur im Training wirklich stark, sondern zeigen es auch im Rennen. Das ist speziell am Anfang das schwierigste. Vor allem die Leistung zu bestätigen, wenn man schon mal gepunktet hat", sagt die 30-Jährige.

"Ich finde es extrem lässig, wie die Jungen das machen. Da müssen wir keine Angst haben, dass wir ein totales Loch haben, wenn wir mal ausfallen."

"Da stehe ich dann da und denke, 'okay, das geht auch?'"

Mit wir meint sie die schon routinierte 26-jährige Carmen Thalmann (5., 12.) und die bald ebenfalls 26-jährige Bernadette Schild, die allerdings bisher drei Ausfälle in drei Rennen hat.

In diesem Winter bereits in den Punkterängen waren von den jüngeren Athletinnen die 19-jährige Katharina Truppe (13., 14.), die 20-jährige Katharina Huber (17., 18., 20.), die 24-jährige Julia Grünwald (18., 27.) und die 18-jährige Katharina Gallhuber (26.). Aufwärts geht es auch mit der Slalom-Performance der Weltklasse-Riesentorläuferin Eva-Maria Brem (17., 20.).

Dass auch Kirchgasser von den Jungen profitiert, macht sie am folgenden Beispiel fest: "Im Training sieht man, wo wirklich die Kampflinie ist. Sie fahren, ohne sich irgendwas zu denken, die frechste Linie überhaupt. Da stehe ich dann da und denke, 'okay, das geht auch?'. Da lernt man eigentlich als alter Hase auch noch sehr viel von den Jungen."

Kirchgasser auf der Überholspur

Kirchgasser ist nach Platz sechs in Aspen und vier in Aare auf der Überholspur. "Ich bin happy, ich habe aufsteigende Form. In Aspen war ich ohne viel Risiko und mit zwei soliden Läufen Sechste. In Aare war der erste gut, der zweite bis zur Hälfte. Die Tendenz passt, das verspricht schöne Slalomstunden."

Das letzte Mal auf dem Slalom-Podest stand sie bei Big Events bei der Schladming-WM 2013 als Zweite, im Weltcup mit dem Sieg im März 2012 ebendort.

Mit "perfektes Wochenende", "wunderbarer Tag" und "überglücklich" beschrieb Petra Vlhova nach ihrem Premierensieg im alpinen Ski-Weltcup die Gefühlslage. Als Halbzeitführende des Aare-Slaloms am Sonntag kannte sie nur eine Strategie für das Finale. "Ich war ein bisschen nervös und habe am Start zu mir gesagt: 'Ich will Vollgas, Vollgas'", erläuterte die Slowakin und fuhr zur zweitbesten Laufzeit.

"Vlhova wird uns noch ärgern"

Auf den weiteren Plätzen im Gesamtklassement waren Frida Hansdotter (SWE), Nina Löseth (NOR) und eben Kirchgasser gelandet. Die 30-jährige Salzburgerin schaute bewundernd zur zehn Jahre jüngeren Kontrahentin.

"Aare ist ein Premieren-Siegerinnen-Ort. Nichtsdestotrotz ist sie im ersten und zweiten Durchgang brutal lässig runtergefahren. Sie war zuletzt schon im Europacup (Sieg in Trysil/Anm.) gut. Was sie im ersten Durchgang gezeigt hat, war nicht überraschend. Dass sie die Nerven dann im Zaun hält, war cool für sie. Sie hat es wirklich gut gemacht, die wird uns noch ärgern in nächster Zeit."

2012 gewann Vlhova in Innsbruck bei den Youth Olympic Winter Games den Slalom, 2014 wurde sie in Jasna Junioren-Weltmeisterin im Slalom. Es war ein Heimsieg, stammt sie doch aus dem nur 16 Kilometer entfernten Liptovsky Mikulas. Schon jetzt darf man deshalb sagen, dass Vlhova beim Weltcup-Comeback von Jasna am 5. und 6. März zu den Favoritinnen zählen wird.

Als nächstes aber werden die Slalomfahrerinnen am 29. Dezember in Lienz um die Ehrenplätze kämpfen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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