Hütter: "Kernöl tut uns gut!"

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"Conny und die großen Vier!" So könnte man die zu Ende gegangene Alpinski-Nordamerika-Tour betiteln.

Mit Lindsey Vonn, Mikaela Shiffrin, Aksel Lund Svindal und Marcel Hirscher sorgten nur vier Athleten für zehn Siege in den elf Rennen, die 2015 in Kanada und den USA auf dem Programm standen.

Cornelia Hütter war mit Podestplätzen in allen drei Lake-Louise-Rennen die Entdeckung der Tour.

Knoten geplatzt?

Die 23-jährige Steirerin ist allerdings kein wirklicher Neuling auf der Weltcup-Bühne. Die Völkl-Fahrerin aus Kumberg bei Graz hat schon vor vier Jahren eben in Lake Louise debütiert und zwei Jahre später in der Abfahrt von Val d'Isere als Dritte ihren ersten Podestplatz geholt. Mittlerweile hat sie 43 Rennen in den Beinen.

Mit den Plätzen 2, 3, und 3 hat Hütter, die wegen ihrer einstigen Leidenschaft als Autorennfahrerin den Titel "Vollgas-Conny" trägt, nun ihre Podium-Ausbeute an nur einem Renn-Wochenende vervielfacht. Zehn Monate davor hatte die Draufgängerin beim WM-Super-G in Beaver Creek ihre erste Medaille um nur elf Hundertstel verpasst.

"Wir sind alle Österreicher und müssen zusammenhalten".

Conny Hütter über den Team-Spirit

"Müssen zusammenhalten"

Zusammen mit Tamara Tippler, Ramona Siebenhofer, Nicole Schmidhofer und der routinierten Elisabeth Görgl bildet Hütter das fünfköpfige, grün-weiße Mark des Damen-Speedteams.

"Kernöl tut uns eben gut", lautete die scherzhafte Erklärung Hütters, die wie Zimmerkollegin Tippler in Kanada von ihrem Vater angefeuert wurde.

"Wir waren immer schon viele Steirerinnen, deshalb haben wir auch einen coolen Zusammenhalt", erklärte Hütter. "Aber egal, wo du herkommst. Wir sind alle Österreicher und müssen zusammenhalten".

"So kann es weitergehen"

Lake Louise sei jedenfalls ein "Wahnsinn" gewesen. "Ich habe die Form vom Sommer in den Winter gerettet und jetzt muss ich sie nach Europa mitnehmen", hat sie sich vorgenommen. Dort soll es dann auch der bisher überragenden Lindsey Vonn an den Kragen gehen.

"Sie ist die beste Skifahrerin, aber die künftigen Siege werden wir ihr nicht so leicht machen", versprach Hütter und freute sich.

"In Kanada hat man gesehen, dass ich nicht nur immer alles riskiere, sondern wirklich schnell Skifahren kann. Und so kann es von mir aus auch weitergehen."

"Was will man mehr, ich habe das Maximum herausgefahren."

Marcel Hirscher

Hirscher kehrt mit Punkte-Maximum zurück

Die Nordamerika-Tour war wohl richtungsweisend für das, was im kommenden Winter auf dem Programm steht.

Wäre Shiffrin nicht in Aspen zwei Tore vor Schluss mit klarer Führung ausgeschieden und hätte Lara Gut das Rennen geschenkt, hätten sich Vonn (3), Svindal (3), Hirscher (2) und die junge Amerikanerin (2) alle elf Übersee-Rennen geschnappt.

"Es ist genial, unglaublich", freute sich Hirscher über 200 Punkte aus zwei Rennen. "Was will man mehr, ich habe das Maximum herausgefahren", sagte der Salzburger, bevor er noch Sonntagabend in Denver die Lufthansa zurück nach Europa enterte. "Ich hoffe, ich stelle mich gut um und bin ready für Val d'Isere", lautete sein Heimkehr-Wunsch.

Hirscher greift nach Raich-Marke

Hirscher hatte zwei Wochen in Colorado intensiv am Material-Setup gearbeitet.

Der Lohn folgte auf dem Fuß, er nahm gleich zwei weitere Siegerfotos aus dem Ort mit nach Hause, wo er im Februar drei WM-Medaillen gewonnen hatte.

Mit seinem 15. Riesentorlauf-Sieg hat er zudem Hermann Maier und Benjamin Raich überholt, ist jetzt Österreichs Nummer eins in beiden Technikdisziplinen.

"Ich fahre nicht Rennen, um Rekorde zu brechen. Aber natürlich habe ich eine Riesenfreude", sagte Hirscher.

"Irgendwie ist das wie ein interner Wanderpokal, der weitergegeben worden ist." Als nächstes greift der Gewinner von 33 Weltcuprennen (wie Bode Miller) die Marke von Benni Raich (36 Siege) an. Hirscher: "Aber das ist leichter gesagt, als zu gewinnen."

Keine norwegische Stallorder

Mitentscheidend im historischen Kugelkampf Hirschers könnte werden, dass Kjetil Jansrud nicht vorhat, Svindal Punkte zu schenken.

Angeblich selbst, wenn es gegen Saison-Ende hin wichtig werden könnte. "Ein Stallorder wird es bei uns nie geben", schwor der Norweger.

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