Bezahlte Vorläufer im Ski-Weltcup?

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Im Ski-Zirkus könnten in Zukunft bezahlte Vorläufer zum Einsatz kommen.

Laut FIS-Herrenchef Markus Waldner könnte man so womöglich schwere Stürze auf den Abfahrten verhindern. "Es gibt Überlegungen professionelle Vorläufer zu haben und sie zu bezahlen. Damit kann man gewisse Sachen vermeiden", sagt der Südtiroler der APA.

"Nur ein Vorläufer mit 90, 95 Prozent Speed kann uns Informationen geben, wo am Renntag eventuell eine kleine Falle ist. Denn die Strecke verändert sich während der Woche immer."

 

Der FIS-Renndirektor spricht außerdem über mögliche weitere Änderungen im Weltcup, die Startnummernvergabe in der Abfahrt, die neuen RTL-Ski und den Olympia-Fahrplan.

Markus Waldner über...

... mögliche Lehren aus der Saison: Wir haben es in unserer Working Group Coaches bereits besprochen, man kann immer lernen, denn man lernt nie aus. Es passieren während einer Saison immer wieder kleine Fehler. Wir haben Jury-Besichtigungen, aber manchmal sieht man solche kleinen Fallen nicht, und dann passieren Unfälle. Ich will nicht sagen, dass nur die Piste schuld war an den Unfällen, wenn wir jetzt von der Abfahrt in Garmisch sprechen.

... wie sich Stürze wie in Garmisch vermeiden lassen: Wenn wir ein Training mehr gehabt hätten, hätte man sich langsamer herangetastet an das Limit der Strecke, denn das wollen wir finden, aber dafür braucht es Zeit. Wir wollen spektakuläre und attraktive Abfahrten, deswegen muss man das ausreizen und bewegt sich an der Grenze. Das Training in Garmisch lief gut, dann im Rennmodus kamen Probleme auf uns zu, die uns alle überrascht haben.

 

Die Ski-Saison 2016/17 ist beendet. LAOLA1 blickt auf die besten Bilder zurück:

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... wie man entgegenarbeiten kann: Ein Vorschlag wäre, professionelle Vorläufer zu haben. Ex-Athleten, die aufhören. Nur ein Vorläufer mit 90, 95 Prozent Speed kann uns Informationen geben, wo am Renntag eventuell eine kleine Falle ist. Denn die Strecke verändert sich während der Woche immer. Vergangenes Jahr haben wir Didier Defago nach Korea mitgenommen, wir haben die neue Strecke im Rennspeed von einem Weltcupläufer getestet. Die Junioren-Fahrer, die wir als Vorläufer meistens benützen, geben uns diese Informationen nicht. Mit Klaus Kröll und Georg Streitberger gibt es Fahrer, die heuer aufgehört haben. Es gibt Überlegungen, professionelle Vorläufer zu haben und sie zu bezahlen. Damit kann man gewisse Sachen vermeiden.

... den Bau der Sprünge: Wir bauen sie vom Profil her sehr oft richtig, aber gewisse Profile verändern sich, wenn man viel Bewegung auf der Strecke hat. In Kitzbühel hat es sich bewährt, dass wir Sektionen abgesperrt haben, um große Zirkulationen zu vermeiden. Wir haben darüber geredet, dass wir wie im Ski Cross spezielle Shaper integrieren, dass die uns einen Sprung genau bauen, mit dem richtigen Profil, Gradient. Wo du genau berechnen kannst, mit welchem Speed wie weit und wie hoch der Sprung geht. Wir bauen unsere Sprünge nur auf Erfahrung und Gefühl. Bei uns kommt der Speed dazu und äußere Faktoren. Bei ein bisserl Wind von hinten kann ein normaler Sprung schon gleich zu weit gehen.

... die neue Startnummernvergabe in den Speedbewerben, wonach die besten zehn Athleten der Weltcup-Startliste eine ungerade Startnummer von 1 bis 19 auswählen: Mit den Trainern haben wir das hier diskutiert, es sind einige dafür, einige dagegen. Wir haben gesehen, dass Läufer mit der Nummer eins gewonnen haben (Dominik Paris in Aspen/Anm.) und mit Nummer 26 wie Max Franz in Gröden. Die Durchmischung war sehr interessant. Von der Marketingseite müssen wir die Daten analysieren, ob wir schon ab Nummer eins hohe Zuschauerzahlen haben. Aber das glaube ich schon, weil sehr oft die Topstars schon mit Nummer eins gestartet sind. Die Regel hat eine kleine Schwachstelle, vor allem im Training, der zehnte auf der Tafel bekommt meistens oder immer die Nummer eins. Der ist ein bisserl der Testpilot. Mit professionellen Vorläufern wüsste er aber schon, wie was geht. Wir könnten das Training auch auslosen, das wäre eine Möglichkeit.

... die neuen Riesentorlauf-Ski: Letztes Jahr haben wir gemeinsam mit der Ski-Industrie und den Top-Riesentorläufern entschieden, den Schritt zu machen. Nicht nur wegen der Weltcupläufer, dort hatten wir mehr gesundheitliche Probleme, weil dieser Ski mit 35 m Radius schwieriger zu steuern ist, großen Kraftaufwand braucht und sehr viele chronische Rückenschmerzen hatten. Auf Verletzungen, Kreuzbandrisse will ich nicht eingehen, die werden wir auch in Zukunft haben. Aber der neue Radius war ein wichtiger Schritt im FIS-Bereich, dass die Jüngeren wieder mit leichterem Material fahren, dass sie wieder mehr Spaß haben. Wir haben schon großes Feedback von den neuen Ski, sie sind absolut einfach zu fahren.

... die Auswirkungen auf die Kurzsetzung: Es ist klar, dass wir die Regel nicht verändern, wie werden immer die 11 bis 15 Prozent Richtungsänderungen haben. Jetzt kam die Frage auf, wie werden die Kurssetzungen sein. Es ist jetzt die Aufgabe der Topstars, das über den Sommer gemeinsam mit ihren Trainern zu entwickeln. Sie werden herausfinden, wie viel dieser neue Ski mit 30 m Radius an Radius und an Distanz verträgt. Natürlich wird man immer so setzen, dass man es an das Gelände anpasst. Das werden wir kontrollieren, wenn es extrem wird.

... das Feedback von den Läufern zu den neuen Ski: Ich habe mit Marcel Hirscher geredet. Er sagt, dass die Anfahrt der Kurve viel einfacher zu steuern ist. Dann kommt schon plötzlich Mitte Kurve viel Druck auf ihn zu, aber viel weniger als jetzt, und dann ist es einfach wieder leichter zu carven. Man hat das Gefühl, mit weniger Kraftaufwand weniger Belastung auf den ganzen Körper zu haben. Henrik Kristoffersen hat dasselbe gesagt. Wenn das stimmt, dann haben wir, glaube ich, schon etwas erreicht. Dass wir die chronischen Rückenschmerzen ein bisserl in den Griff bekommen.

... die mögliche Rückkehr der Speedfahrer in den Riesentorlauf: Das war auch ein Hintergrund. Zu Zeiten von Eberharter, Hermann Maier, Schifferer - das sind alles super Skifahrer - die hatten immer drei Disziplinen. Und jetzt wird es wieder so sein. Dominik Paris arbeitet seit einem Jahr schon. Ich erwarte, dass einige Top-Abfahrer wieder sehr gut bei der Musi oder ganz vorne dabei sein werden, sie werden wieder Spaß am Riesentorlauf haben. Weil mit weniger Trainingsaufwand trotzdem Performance möglich ist, mit dem jetzigen Ski war der Aufwand enorm und die Riesentorläufer fast Spezialisten.

... die Vorbereitungen auf Olympia in Südkorea: Voriges Jahr waren die Herren drüben, heuer die Damen. Der nächste Step wurde gemacht, es haben viele Sachen gut funktioniert. Wir haben Günter Hujara als FIS-Experten und Koordinator drüben, der hat alles vorbereitet und einen super Job gemacht. Wir haben Tommy Johnson drüben, der die Piste macht. Wir sind in guten Händen. Der Plan ist, im September mit Damen- und Herren-Crew eine letzte Inspektion zu haben. Und im Februar ist dann Olympia.

 

Turbulenter Sieg des FC Barcelona im VIDEO:

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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