Fenninger: "Montag haben wieder alle null Punkte"

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Fünf Monate nach ihrem schweren Trainingssturz, der das Saison-Aus zur Folge hatte, besuchte Anna Fenninger beim Weltcup-Finale in St. Moritz erstmals wieder Rennen.

Die zweifache Gesamtweltcupsiegerin ist nach ihren multiplen Bänderrissen auf dem Weg zurück. "Ich bin sehr zufrieden, der Heilungsverlauf passt", sagt die Salzburgerin, die bereits an die kommende Saison denkt. 

"Am Montag haben wieder alle null Punkte. Das heißt dann für mich, okay, jetzt gehöre ich auch wieder dazu." 

Im Interview mit der APA spricht sie über ihren Heilungsverlauf, Kugel-Nachfolgerin Lara Gut, die Erfolge ihrer Teamkolleginnen und das Skigefühl:

Frage: Wie geht es Ihnen? Und was fällt einem so auf, wenn man den Weltcupwinter von außen betrachtet?

Anna Fenninger: "So weit, so gut. Ich bin sehr zufrieden, der Heilungsverlauf passt. Natürlich schaue ich schon ein bisschen mit einem wehleidigen Auge zu. Ich habe vom Zirkus selbst nicht viel mitbekommen, außer mit ein paar, mit denen ich Kontakt hatte. Die Rennen kann man am Fernseher schwer einschätzen. Am Anfang war ich da vom Kopf her noch dabei, aber mit der Zeit habe ich mehr Abstand gekriegt. Man kann oft nicht mehr beurteilen, was die Mädels leisten. Deshalb habe ich mir gedacht, es ist gut, wenn ich wieder einmal komme und es mir anschaue. Es war bis jetzt für mich nicht möglich, weil die Verletzung so schwer ist. Jetzt ist der Zeitpunkt gut."

Frage: Vielleicht ist es genau der richtige Zeitpunkt. Die Saison ist aus, alle starten in die Pause. Das kann Sie zusätzlich anspornen.

Fenninger: "Das gibt auf alle Fälle Motivation, wenn man das jetzt sieht. Die Mädels sind alle müde, ich weiß, wie es ihnen geht. Sie freuen sich, wenn es vorbei ist. Auch wenn es noch erfolgreich ist, man ist einfach müde. Bei mir ist es jetzt eine ganz neue Situation. Ich komme frisch her zum Finale, dieses Gefühl hatte ich noch nie. Am Montag haben wieder alle null Punkte. Das heißt dann für mich, okay, jetzt gehöre ich auch wieder dazu. Aber bis Sonntag ist es anders."

"Ich möchte, wenn ich es angehe, wieder zu hundert Prozent fit sein und von meinem Körper das Vertrauen kriegen, dass es passt."

Frage: Wie lange wird es dauern, bis Sie wieder auf Ski stehen?

Fenninger: "Ich möchte, wenn ich es angehe, wieder zu hundert Prozent fit sein. Von meinem Körper das Vertrauen kriegen, dass es passt. Dass ich auch wieder carven kann, Schräglagen fahren kann, dass es vom Körperlichen her geht. Dass ich es mir nur noch - unter Anführungszeichen - vom Kopf her zutrauen muss. Das wird schwer genug sein, deswegen will ich nichts überstürzen."

Frage: Der Gesamtweltcup ist entschieden und an ihre gute Freundin Lara Gut gegangen. Was sagen Sie dazu?

Fenninger: "Super! Ich habe nicht mitwirken können, ich habe es von außen gesehen. Es ist sicher sehr schwierig und sie hat es aber auch definitiv verdient. Sie war sehr konstant und hat sechs Siege gehabt in diesem Winter. Das braucht es einfach auch, damit man die große Kugel gewinnen kann. Ich freue mich mit ihr mit."

Frage: Am Sonntag geht es für Eva-Maria Brem noch um die Riesentorlauf-Kugel, die Sie zuletzt zweimal in Folge gewonnen haben. Werden Sie noch mit ihr sprechen?

Fenninger: "Ich werde ihr alle Gute wünschen. Die Eva weiß genau, was sie zu tun hat. Sie ist gut drauf. Sie wird sich das auch holen. Sie ist über Jahre schon ganz vorne dabei. Sie weiß genau, was sie zu machen hat. Für mich passt es in dem Sinn auch gut. Wenn ich wieder zurückkomme, dann habe ich einfach den besten Vergleich im eigenen Team. Das ist sehr viel wert."

Frage: Ihr Teamkolleginnen haben sich gut geschlagen. Freut Sie das auch, wo doch viele sagten, nach dem Ausfall von Fenninger wird es ein zäher Winter für das Damen-Skiteam? Und dass vielleicht nicht gleich wieder der volle Druck nur auf Ihnen lastet?

Fenninger: "Veränderungen sind erwartet worden, es haben sehr viele aufgehört. Das war am Anfang eine große Umstellung. Es ist auch eine Saison, wo für die Jungen wirklich die Chance da war, zu glänzen. Das haben sie gemacht. Das finde ich gut, die Chance muss man auch erst nutzen. Und für mich ist gut, wenn auch andere gewinnen, dann habe ich nicht den ganzen Druck auf mir. Für mich ist es schon schwierig genug, von einer Verletzung zurückzukommen. Dann kann man nicht gleich erwarten, dass ich alles wieder gewinne. Natürlich ist mein Ziel, wieder dorthin zu kommen, wo ich war. Aber ich weiß natürlich nicht, wie lange das dauert. Wenn man jemanden hat, der einem ein bisserl was abnimmt, dann fällt es mir natürlich schon auch leichter."

Frage: Es heißt immer, man lernt aus schwierigen Zeiten und Verletzungen. Sind sie schon soweit, dass Sie das bestätigen können, oder bedarf es da wieder Erfolge, um das rückblickend zu sagen?

"Es sind jetzt fünf Monate und ich spüre, dass mir das Skifahren wieder wichtiger geworden ist. Man merkt einfach, wie schön das ist, wenn man das Privileg hat, diesen Beruf zu haben."

Fenninger: "Am Anfang denkt man sich, was soll man jetzt da dabei Gutes rausholen, weil einfach sehr viele Sachen schlecht sind, man kämpfen muss und sich denkt, warum ist das passiert. Man stellt viel in Frage. Es sind jetzt fünf Monate und ich spüre und glaube, ich werde das noch intensiver spüren, dass mir das Skifahren wieder wichtiger geworden ist. Es war immer schon so, dass ich es richtig gern getan habe. Aber nun habe ich es einen Winter nicht tun können. Und dann merkt man einfach, wie schön das ist, wenn man das Privileg hat, dass man diesen Beruf hat. Das sind Dinge, die lernt man wieder schätzen. Und man geht vielleicht mit einer anderen Einstellung ins Training. Ich glaube, dass ich die Sachen anders erleben darf. Das kann man von den Emotionen nicht mehr vergleichen mit dem, was davor passiert ist. Ich glaube, dass es intensiver wird."

Frage: Sie haben gesagt, Montag stehen wieder alle auf null. Haben Sie das Gefühl, sie fangen auch nochmals von vorn an, oder sind die vielen Jahre in ihrem Körper abgespeichert?

Fenninger: "Das ist schwierig zu sagen. Aber ich glaube schon, dass das, was ich gemacht habe, mir viel bringt. Vor allem das Skigefühl. Ich weiß ja ganz genau, was ich tun muss, um ganz vorne zu sein. Das Wissen zu haben, ist wichtig. Das gibt mir viel Unterstützung für das, was ich vorhabe. Aber das kann das nicht wegzaubern. Natürlich ist der Weg noch weit. Und es ist sicher besser, vorher schon erfolgreich gewesen zu sein. Das versuche ich auch zu nützen."

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