Grabner: "Es warten genug Leute auf deinen Platz"

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Michael Grabner ist im Sommer von einem NHL-Traditionsteam zum nächsten gezogen. Der Kärntner Eishockey-Stürmer wechselte von den Toronto Maple Leafs zu den New York Rangers und hofft, mit den "Blueshirts" seinen Traum vom Stanley Cup verwirklichen zu können.

Im Interview mit der APA blickte der 29-jährige Stürmer mit viel Vorfreude auf den Glamourclub aus Manhattan, seine Aufgaben unter einem bekannten Trainergespann und den Saisonauftakt, in dem es am Donnerstag im Derby gegen die New York Islanders geht, für die Grabner fünf Jahre gespielt hat.

Frage: Sie haben gleich am 1. Juli, dem ersten Tag der Transferperiode unterschrieben. War es für sie sofort klar, dass Sie zu den Rangers gehen wollen?

Michael Grabner: Es waren ein paar Klubs interessiert. An diesem Tag ist es immer so hektisch, ich bin so froh, dass es gleich geklappt hat, da habe ich den Tag dann wieder genießen können. Noch dazu bei so einem Traditionsverein. Mein Agent hat gesagt, es ist besser für mich, dass ich schnell unterschreibe, als wie länger zu warten, weil viele Spieler 'Free Agents' waren. Als sie mir das Angebot gemacht haben, habe ich nicht lange überlegen müssen.

Frage: Welche Erwartungen haben Sie mit den Rangers?

Grabner: Sehr hohe. Die wollen gewinnen, nicht nächstes Jahr oder in drei Jahren, sondern heuer. Trainer und General Manager schauen, dass sie das bestmögliche Team auf das Eis bringen und ich schaue, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann, was immer meine Rolle sein wird. Ich freue mich schon drauf. Hoffentlich habe ich eine Chance auf das Playoff und den Stanley Cup zu gewinnen.

Frage: Im Vorjahr war allerdings schon in der ersten Playoff-Runde Endstation. Woran lag das?

Grabner: Wenn man gegen sie gespielt hat, hat man immer gesehen, dass sie eine Mannschaft haben, die vorne mitspielen kann. Im Vorjahr hatten sie aber Probleme in Unterzahl, da kann ich hoffentlich ein bisschen helfen. Powerplay und Unterzahl sind mittlerweile so wichtige Punkte, dass viele Spiele so gewonnen oder verloren werden. Ich werde mein Bestes geben, dass ich dazu beitragen kann, dass es wieder funktioniert und dass sie wieder ins Finale kommen.

Frage: Wurden Sie konkret geholt, um das Unterzahl-Spiel zu verbessern?

Grabner: Sie waren im Vorjahr in der Unterzahl-Statistik nur auf Platz 26. Das ist nicht gerade berauschend, dadurch verlierst du einige Spiele. Beide Trainer kennen mich, wissen wie ich spiele. Ich glaube, sie werden mich in den richtigen Situationen bringen, wo ich der Mannschaft helfen kann.

Frage: Sie meinen Cheftrainer Alain Vigneault und Scott Arniel. Sie schätzen sie offenbar.

Grabner: Mit Vigneault bin ich damals (Saison 2009/10; Anm.) schon sehr gut ausgekommen. Das war das Jahr mit dem Playoff mit den Vancouver Canucks. Arniel war zweieinhalb Jahre mein Trainer in Manitoba, auch mit ihm bin ich sehr gut ausgekommen. Das macht es ein bisschen leichter, wenn du in eine neue Mannschaft kommst, du die Trainer schon kennst, und sie wissen, wie du spielst.

Frage: Was nehmen Sie aus dem Jahr in Toronto mit?

Grabner: Mir hat es sehr getaugt. Wir waren eine junge Mannschaft, ich habe von (Cheftrainer; Anm.) Mike Babcock viel gelernt. Ich hatte einige Spiele mit sehr viel Eiszeit, er hatte vor allem in Unterzahl viel Vertrauen in mich. In verschiedenen Situationen am Schluss, wenn wir knapp vorne waren, war ich oft am Eis. Das habe ich mir aber erst erarbeiten müssen. Die ersten zwei Spiele habe ich nicht gespielt, ich habe einfach hart weiter gearbeitet. So hat sich das aufgebaut. So ist das überall. Du kannst nicht erwarten, dass du spielst, es warten genug Leute auf deinen Platz, du musst immer hart arbeiten. Du bist schneller weg, als du glaubst.

Frage: Toronto ist im Umbruch, die Maple Leafs waren in der vergangenen Saison die schlechteste Mannschaft. Wie sehen Sie die Situation des Klubs?

Grabner: Die werden sicher in zwei, drei Jahren vorne mitspielen. Sie haben mit Präsident Brendan Shanahan und General Manager Lou Lamoriello gute Leute mit viel Erfahrung, die das in der Hand haben. Die wollen gut werden, wollen es richtig machen, damit sie dann jahrelang durchgehend gut sind. Sie haben einen guten Start gemacht mit den Draft-Picks, diese Organisation ist in guten Händen.

Frage: Sie starten mit dem Derby gegen die New York Islanders in die Saison. Sie haben auch fünf Jahre bei den Islanders gespielt - wie ist die Rivalität zwischen den beiden Klubs?

Grabner: Die ist sehr groß. Das kann man mit KAC-VSV vergleichen. Ich werde das nun von der anderen Seite sehen, ich bin schon gespannt. Es waren immer interessante Spiele, auch Raufereien bei den Zuschauern waren dabei. Ich habe schon Nachrichten bekommen in den Sozialen Netzwerken, wo du von einem beliebten Spieler zu einem verhassten wirst.


Im Überblick: Alle Österreicher, die jemals in der NHL gespielt haben

Reinhard Divis - Torhüter

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Der Goalie absolvierte von 2001 bis 2006 28 Spiele in der NHL und kassierte 3,32 Gegentore pro Spiel.

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Christoph Brandner - Flügelstürmer

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2003/04 durfte er bei den Minnesota Wild 35 Mal ran, dabei erzielte er vier Tore und fünf Assists.

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Thomas Pöck - Verteidiger

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Von 2003 bis 2009 absolvierte er für die New York Rangers und die New York Islanders 118 NHL-Spiele - acht Tore und neun Assists sind die Ausbeute.

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Thomas Vanek - Flügelstürmer

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Siet 2005 ist er in der NHL aktiv. Für die Buffalo Sabres, NY Islanders, Montreal Canadiens und Minnesota Wild verbuchte er in 817 Spielen 649 Scorerpunkte (316 Tore, 333 Assists).

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Andreas Nödl - Flügelstürmer

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Für die Philadelphia Flyers und die Carolina Hurricanes brachte er es zwischen 2008 und 2013 auf 183 Spiele, 15 Tore und 21 Assists.

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Michael Grabner - Flügelstürmer

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Seit 2009 ist der Kärntner in der NHL. 397 Spiele hat er für die Vancouver Canucks, NY Islanders und Toronto Maple Leafs absolviert und dabei 104 Tore sowie 69 Assists verbucht.

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Michael Raffl - Flügelstürmer/Center

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Seit 2013 sammelte er 217 Einsätze für die Philadelphia Flyers. Seine Bilanz: 43 Treffer, 38 Vorlagen.

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