Die spannendsten Fragen für das NHL-Finish

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Die NHL nähert sich der heißesten Phase des Jahres.

In rund zwei Wochen wird die Regular Season abgeschlossen, in den Playoffs geht es anschließend um den Stanley Cup.

Bis dahin bleiben Teams und Spielern noch fünf bis zehn Spiele, um noch für Schlagzeilen zu sorgen. LAOLA1 stellt die spannendsten Fragen für das Saisonfinish und beantwortet diese:

Wird die 100-Punkte-Marke geknackt?

Patrick Kane wird die Saison als punktebester Spieler beenden. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn er nicht die „Art Ross Trophy“ für den besten Scorer der NHL gewinnen sollte. Der Star der Chicago Blackhawks spielt die beste Saison seiner Karriere und hält aktuell bei 92 Punkten. Sein erster Verfolger, Dallas-Angreifer Jamie Benn, hat 82 Punkte auf dem Konto. Die Frage ist eher, ob Kane die magische 100-Punkte-Marke knacken kann. Letztes Jahr erreichte kein Spieler 100 Punkte, Jamie Benn war mit 87 Punkten Topscorer. Zuletzt verbuchte Sidney Crosby in der Saison 2013/14 mehr als 100 Scorerpunkte, es waren 104. Kane ist auf dem besten Weg, die Schallmauer zu durchbrechen. Acht Spiele bleiben ihm, um acht Punkte zu erzielen. In dieser Saison hält der 27-Jährige bei einem Schnitt von 1,24 Punkten pro Spiel.

Endet Thomas Vaneks Tor-Serie?

Thomas Vanek droht das Ende einer imposanten Tor-Serie. Bislang erzielte der Steirer in jeder seiner zehn NHL-Saisonen zumindest 20 Tore. Selbst in der durch den Lockout verkürzten Saison 2012/13 waren es exakt 20 Treffer. Aktuell hält der Steirer bei 18 Toren und 23 Assists. Also müsste er bis zum Ende der Regular Season noch mindestens zwei Tore erzielen, um die Serie fortzusetzen. Dazu bleiben ihm noch sieben Spiele Zeit. Die Frage ist, ob er auch in allen dieser sieben Partien im Line-Up steht. Vanek kehrte vor kurzem nach einer Nachdenkpause von drei Spielen in den Kader der Minnesota Wild zurück. Passen die Leistungen nicht, droht ihm erneut die Tribüne. Möglich und sogar wahrscheinlich sind zwei Tore in sieben Spielen für einen Torjäger wie Vanek, in der aktuellen Situation sind sie aber nicht unbedingt zu erwarten.

Wer holt sich die besten Chancen auf den ersten Pick im Draft?

Das Rennen um den letzten Platz und die damit verbundenen besten Chancen auf den ersten Pick im Draft scheint spannender zu werden, als jenes um die Playoffs. Ungewöhnlich viele Teams spielen eine unterirdische Saison. Sechs Teams „kämpfen“ noch um den letzten Platz im Grunddurchgang – die Toronto Maple Leafs, Edmonton Oilers, Vancouver Canucks, Columbus Blue Jackets, Calgary Flames, Winnipeg Jets und Buffalo Sabres. Die „besten Karten“ auf die Rote Laterne haben übrigens wieder einmal die Edmonton Oilers. Im Moment liegen die Oilers an der vorletzten Stelle, zwei Punkte vor den Leafs. Doch Edmonton hat bereits 77 Spiele absolviert und nur noch fünf Partien (und somit fünf Gelegenheiten, um Punkte zu sammeln) vor sich, während die Ahornblätter noch neun Spiele auf dem Konto haben und somit öfter punkten können. Geht der Nummer-1-Pick tatsächlich nach Alberta, hätten die Oilers in den letzten sieben Saisonen fünfmal den bestmöglichen Spieler des Drafts bekommen. Eigentlich eine Leistung, mit derart viel Qualität immer noch so schlecht zu sein. Als „Hauptpreis“ des Drafts gilt übrigens Auston Matthews, der nur knapp zu jung für den letztjährigen Draft war und in dieser Saison Erfahrung im Männer-Eishockey in der Schweiz sammelte. Dem 18-jährigen Center wird eine große Zukunft vorhergesagt.

Macht Ovechkin Jagd auf Gretzky?

Alex Ovechkin ist der torgefährlichste Eishockey-Stürmer der Welt. Da gibt es keine zwei Meinungen. In den letzten drei Saisonen sicherte er sich die „Maurice Richard Trophy“ als bester Torschütze der NHL, insgesamt gewann er den Preis bereits fünfmal. Auch heuer scheint die begehrte Trophäe an ihn zu gehen. Er hält bei 43 Saisontoren, Patrick Kane als nächstbester Torschütze bei 39 Treffern. Die eigentliche Frage ist, ob es der 30-Jährige schafft, wieder 50 Saisontore zu erzielen. Dies gelang dem Russen bereits in sechs Saisonen, es wäre seine siebte 50-Tore-Saison. Damit würde er sich den alleinigen dritten Rang in diesem Ranking sichern und weiter Jagd auf Wayne Gretzky und Mike Bossy, die in ihren Karrieren je neun 50-Tore-Saisonen schafften, machen. Noch bleiben „Alex the Great“ zehn Spiele, um sieben Tore zu erzielen. Für einen Sniper wie ihn eigentlich kein Problem, in letzter Zeit hat er jedoch mit etwas Ladehemmung zu kämpfen. Der Superstar der Washington Capitals traf in seinen letzten zehn Partien nur dreimal ins Schwarze. Er muss sich also steigern, um erneut auf 50 Saisontore zu kommen.

Wie viele Österreicher schaffen es in die Playoffs?

Aktuell sieht es so aus, als würden es mit Thomas Vanek und Michael Raffl zwei ÖEHV-Legionäre in die Postseason schaffen. Es könnte aber genauso gut sein, dass beide die Playoff-Plätze noch verpassen und kein Österreicher in der  K.o-Phase vertreten ist. Michael Grabner hat mit den Toronto Maple Leafs jedenfalls keine Chancen mehr auf einen Playoff-Platz. Minnesota kämpft im Westen mit den Colorado Avalanche. Alle anderen Playoff-Plätze in der Western Conference scheinen vergeben zu sein. In den Zweikampf kann kein anderes Team mehr eingreifen, die Arizona Coyotes liegen als nächstbeste Mannschaft bereits zehn Punkte zurück. Im Moment hat Minnesota drei Zähler Vorsprung auf Colorado, aber auch ein Spiel mehr absolviert. Es bleibt also trotz der aktuellen Siegesserie der Wild (4 Spiele) ein heißes Duell. Doch bereits am Samstag (20 Uhr MEZ) könnte eine klare Tendenz ersichtlich sein. Denn gewinnt Minnesota dann das direkte Aufeinandertreffen in Denver, scheint der Playoff-Platz so gut wie sicher. Im Osten sieht es ähnlich aus, auch wenn mehrere Teams um den letzten Playoff-Platz rittern. Alles deutet darauf hin, als würden sich die Philadelphia Flyers mit Michael Raffl und die Detroit Red Wings um den letzten Wildcard-Spot duellieren. Doch es ist gut möglich, dass beide die Playoffs erreichen. Nämlich wenn die Talfahrt der Boston Bruins weitergeht, die Red Wings die Bruins noch überholen und sich über die Atlantic Division den Postseason-Platz sichern. Dann würde es plötzlich zum Zweikampf zwischen Boston und Philadelphia um  den Wildcard-Sport kommen. Alle anderen Teams scheinen ihren Platz in den Playoffs sicher zu haben. Im Moment halten die Flyers wie die Red Wings bei 85 Punkten, das Team des Kärntners hat aber noch ein Spiel mehr auf dem Programm. Übrigens droht Detroits Rekord-Serie zu platzen: Zuletzt verpasste die Franchise aus der „Motor City“ 1989/90 die Playoffs, seither schafften es die Red Wings 24 Mal in Folge in die Postseason! Wäre schon verrückt, wenn ein Österreicher mit seinem Team diese imposante Serie beenden könnte.

So würde der Playoff-Baum aussehen, wenn die Saison heute beendet wäre:

 

Matthias Nemetz

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