"Ich bin nicht der Marcel Koller des Eishockeys"

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Mission Wiederaufstieg – die zweite.

Was letztes Jahr in Katowice knapp nicht gelang, soll dieses Mal in Kiew (22.-28.4., LIVE im LAOLA1-Ticker) klappen: die Rückkehr des ÖEHV-Teams in die Top-Division.

Kein Stein blieb bei der rot-weiß-roten Auswahl in den letzten zwölf Monaten auf dem anderen.

Von Dan Ratushny zu Alpo Suhonen und weiter zu Roger Bader: Auf dem Chefbetreuer-Posten gab es zwei 180-Grad-Wenden, bevor die scheinbar richtige Lösung gefunden wurde.

Das lassen zumindest die Vorbereitungsergebnisse vermuten. Unter den Fittichen des Schweizers wurden sieben von zehn Spielen gewonnen und Schweden geärgert.

Roger Bader denkt in drei Kategorien

An Selbstvertrauen mag es nicht mangeln, aber übertriebene Euphorie passt schon nicht zum Wesen von Bader.

"Ich sehe das sehr nüchtern. Man darf nicht vergessen, dass Österreich letztes Jahr gegen Polen verloren und gegen Südkorea einen Punkt abgegeben, gegen Ungarn ein Derby ausständig hat, die Ukraine daheim spielt und Kasachstan der Favorit ist", findet der Teamchef an jedem B-WM-Gegner etwas zu respektieren.

Die lange Karriere als Nachwuchsbetreuer in der Schweiz und zuletzt beim ÖEHV merkt man auch bei der Frage nach den Zielsetzungen für das anstehende Turnier.


Die Mission Wiederaufstieg startet:


"Man denkt bei Nationalmannschaften kurzfristig – das ist das nächste Spiel, das man gewinnen will – mittel-, und langfristig. Jetzt steht die B-WM im Vordergrund, aber unter der Saison hat man die Zukunft im Kopf, will eine Mannschaft bauen, die die Olympia-Qualifikation schafft."

Ein Ziel, von dem man vor einem halben Jahr noch sehr weit weg war.

Roger Bader, nicht Marcel Koller

Unter Bader ist die zwischenzeitliche Krise von 2016 wie weggeblasen, gute Stimmung ein Grundbaustein für die vom Schweizer gewünschte „stetige Weiterentwicklung“.

"Wovon ich sehr angetan bin, ist die Leidenschaft und der Enthusiasmus, nicht nur bei den Spielern. Man merkt, dass alle Freude am österreichischen Nationalteam haben", kommt diese Entwicklung auch beim Verantwortlichen an.

Eine Entwicklung, die an einen anderen Eidgenossen erinnert?

"Ich bin nicht der Marcel Koller, sondern der Roger Bader des österreichischen Eishockeys."

"Vier Triebwerke" sollen Österreich hinaufschießen

Gute Stimmung ist das Eine, gute Ergebnisse das Andere. Vor der gewünschten langfristigen Entwicklung lassen sich nur aktuelle Auftritte bewerten, und jene gegen Schweden und Italien haben Hoffnung gemacht.

"Ich nehme positive und negative Dinge heraus: Wir hatten im letzten Spiel Schnitzer in der defensiven Zone, die wir uns bei der WM nicht leisten können. Aber ich war sehr zufrieden, dass das Toreschießen auf mehrere Schultern verteilt war", so Bader gewohnt kritisch.


Das ganze Statement zur Causa Thomas Vanek:


Dieser Aspekt liegt im Hauptaugenmerk, denn fünf Spiele in sieben Tagen erfordern eine breite Aufstellung: "Wir gehen mit einer Mannschaft hin, die fit, schnell und jung ist. Auch bei mir spielen die Leistungsträger mehr, aber der Unterschied wird geringer sein, als bei anderen Coaches. Wir brauchen 'vier Triebwerke', alle vier Linien haben ihren Wert."

Kontakt mit Thomas Vanek

Damit wird auch aus einer Not eine Tugend gemacht, die NHL-Stars fehlen erneut. Während Michael Grabner noch auf der Stanley-Cup-Jagd und Michael Raffl nicht fit ist, hat der Dritte im Bunde abgesagt.

Dennoch ist Thomas Vanek für spätere Planungen ein Thema bei Roger Bader.

"Ich habe Kontakt mit ihm gehabt und werde ihn intensivieren. Er hat noch keinen Klub, will sich nicht verletzen und ist mit dem Kopf woanders", winkt der Teamchef ab.

"Er hat eine Familie zu ernähren, ist auch keine 20 Jahre mehr alt. Im Übrigen war er zuletzt ja nie dabei. Wenn er zurückkehren sollte, will das gut geplant sein."

Die langfristige ÖEHV-Lösung?

Solche langfristigen Überlegungen kann Bader getrost anstellen, denn wie ÖEHV-Präsident Gernot Mittendorfer schon vor der B-WM verrät: Mit dem Schweizer wird langfristig gerechnet.

Eine endgültige Vereinbarung wird aber nach getaner Arbeit getroffen.

Letztlich helfen nämlich alle Berechnungen nichts, wie Bader selbst sagt: "Eishockey ist keine Wissenschaft, und es ist nicht immer so, dass eins und eins gleich zwei ergibt."

Wichtig ist nur, sich das Ziel vor Augen zu halten. Und das kennt der Schweizer ganz genau.

"Jetzt fliegen wir mal nach Kiew."

Textquelle: © LAOLA1.at

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