Suhonen: "Brauchen schnelles One-Touch-Passing"

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Das Debüt von Alpo Suhonen als österreichischer Teamchef ging gegen die Slowakei zwar mit 0:2 verloren, dabei war die ÖEHV-Truppe aber die deutlich aktivere Mannschaft am Eis.

"Wir brauchen schnelles One-Touch-Passing, mit Einzelaktionen kommt man schwer zu Toren. Eigentlich wie Barcelona", scherzt der Finne. "Ich hoffe, dass wir uns in diese Richtung entwickeln."

Auch die 36:22 Torschüsse zugunsten der Österreicher zeugten von der offensiven Grundeinstellung gegen die slowakische Truppe.

Kompakt an allen Enden

Der östliche Nachbar präsentierte sich zwar abwartend, aber schnörkelloser, während Rot-Weiß-Rot oft durch die eigene Ungenauigkeit ein Strich durch den grundsätzlich ambitionierten Angriffsplan gemacht wurde.

"Verlieren ist nicht schön. Wir hatten genug Chancen auf einige Tore, sowohl im Powerplay, als auch im Fünf gegen Fünf. Aber das Toreschießen ist schon in der Vergangenheit mühsam gewesen", erinnert sich Suhonen an die Zeit zurück, als er noch als Sportdirektor werkte.



Es war der erste Auftritt unter dem neuen System, welches der Finne umsetzen will. Und dabei gibt es einen zentralen Aspekt.

"Wir wollen mit fünf Mann kompakt attackieren, nicht nur mit einem oder zwei, und diese fünf Mann müssen auch defensiv arbeiten. Das hat nicht immer gepasst, das Zusammenspiel müssen wir verbessern. Es müssen sich alle bewegen und freie Räume kreieren", hat der 68-Jährige erkannt.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Natürlich durfte man sich vom ersten Einsatz nach kurzer Vorbereitung in dieser Hinsicht nicht zu viel erwarten.

Deswegen wurde eine einfache Lösung in Sachen Linien-Zusammenstellung gewählt, bei der hinter der Top-Linie rund um die NHL-Stars weitestgehend Klub-Kollegen zusammenspielten.

Die zweite Garnitur bildeten das Salzburg-Trio Thomas Raffl, Raphael Herburger und Andreas Kristler, in der dritten Linie agierten Manuel Geier, Thomas Hundertpfund und Manuel Ganahl vom KAC.

"Aber da kommen noch ein paar Wechsel. Am Freitag sollten wir hoffentlich die komplette Mannschaft zusammenhaben, die dann auch spielt", ist sich Suhonen sicher.

Neben den Linzern Altmann, Hofer, Lebler und Oberkofler, die aufgrund ihres CHL-Einsatzes noch befreit waren, vermisste man vor allem die Legionäre Heinrich, Ulmer, Komarek sowie Stammgoalie Starkbaum.

Schon in Oslo wird man allerdings auf diese Verstärkungen hoffen dürfen.

Warten auf das Bündel

Letzterer ist allerdings auf das Wohlwollen des Nachwuchses angewiesen.

"Seine Frau ist noch nicht ganz fertig", lacht Suhonen über den Ausfall seines Einser-Torhüters, dessen Frau in Kürze das gemeinsame Kind auf die Welt bringen soll.



Erst bei "erfolgtem Abschluss" dieser freudigen "Ablenkung" würde Starkbaum für die Nationalmannschaft bereitstehen.

In seiner Abwesenheit absolvierten David Kickert und David Madlener je 30 Minuten. Während sich der Capitals-Backup beim 0:1 etwas überraschen ließ, konnte sein Kollege vom KAC einen Penalty entschärfen und blieb unbezwungen.

Gegen Norwegen (Sa., 18 Uhr LIVE bei LAOLA1.tv) werden beide je eine Partie bestreiten dürfen. "Sie sind unsere Zukunft. Es wird langsam Zeit. Ich bin da sehr positiv", schenkt der Neo-Coach Kickert und Madlener das Vertrauen.

Als dritter Tormann steht in Starkbaums Abwesenheit Rene Swette im Kader.

Der Dritte im Bunde

Am anderen Ende des Eises war, fast naturgemäß, die Top-Linie von Michael Grabner und Michael Raffl jene, die für die flüssigsten Aktionen und meiste Torgefahr sorgen konnte.

An der Seite der NHL-Cracks stürmte Rafael Rotter, der trotz zugegebener Schwierigkeiten gegenüber seinen Kollegen kaum abfiel.

"Ich tue mir noch ein bisschen schwer mit der Geschwindigkeit. Es ist schon ein anderes Level, das von den beiden gefahren wird. Es ist komplett anderes Eishockey für mich, ich versuche, mir einiges abzuschauen und meinen Part zu erfüllen, bin aber schon ein bisschen happy und nervös zugleich, in dieser Linie zu spielen", gibt der Capitals-Flügel zu.

"Sie sind nicht ungerechtfertigt in der besten Liga der Welt und haben sich in den letzten Jahren richtig entwickelt."

Es braucht Zeit

Trotz vergebener Chancen sieht auch Rotter den Auftritt gegen die Slowakei positiv. "Es war ein recht gutes Spiel von uns allen. Es braucht alles ein bisschen Zeit. Wir waren etwas zu hektisch mit der Scheibe, müssen ruhiger und direkter zum Tor spielen, dann wird das schon."

"Wir haben viele körperlich starke Spieler. Wenn einem diese Stärke bewusst ist, kann man mit mehr Selbstvertrauen auftreten", fügt er hinzu.

Und um dieses Selbstvertrauen noch weiter aufzubauen, bieten sich nun auswärts gegen Norwegen noch zwei Gelegenheiten.

Allerspätestens im ersten Olympia-Quali-Ernstfall gegen Lettland, wenn es noch eine Rechnung aus 2015 zu begleichen gibt, wird es am körperlichen Einsatz bestimmt nicht mehr scheitern.

 

Johannes Bauer


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