Wer, wenn nicht er?

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Vieles ist bei Red Bull Salzburg im ersten Finalspiel nach Plan verlaufen.

Konzentrierter Beginn, starke eisläuferische Leistung sowie ein Offensiv-Spiel, welches sich nach acht Tagen Pause sowie einem „Anlauf-Drittel“ sehen lassen konnte.

Doch beim 4:2 über Znojmo am Freitag war beim Meister nicht alles Gold, was glänzt.

Fast fahrlässig wurde die zuvor durch Ledin (34.) und Heinrich (36.) so mühevoll herausgearbeitete 2:0-Führung aus der Hand gegeben. Sedivy (42.) und Podesva (51.) ließen die Tschechen noch einmal Lunte riechen.

Doch genau, als es darauf ankam, konnte sich der Titelverteidiger auf seinen Kapitän Matthias Trattnig verlassen, der in der 53. Minute in Überzahl den Puck aus dem linken Bullykreis in die Maschen drosch.

Einmal mehr muss man sagen.

Denn der bald 37-Jährige blüht in diesen Palyoffs wieder richtiggehend auf. Fünf Tore hat der Linksschütze in dieser Postseason bereits auf dem Konto.

 
Je näher es dem Titel geht, umso gefährlicher wird Trattnig. Zum Vergleich: Im Grunddurchgang hatte es der gebürtige Grazer in 40 Spielen gerade einmal auf deren neun gebracht.

Das „Playoff-Monster“ wütet also wieder. Was Final-Tore angeht, kann ihm ohnehin niemand das Wasser reichen. Die Vorentscheidung gegen Znojmo war das 14. Final-Tor seiner Karriere, womit er die ewige EBEL-Bestenliste vor KAC-Idol Thomas Koch und VSV-Legende Wolfgang Kromp mit jeweils zwölf anführt.

Die richtige Antwort gefunden

Trattnigs Reaktion auf seinen Treffer zum 3:2 fiel – einem Routinier würdig – wenig überschwänglich aus. Der Schuss habe ganz gut gepasst, meinte er knapp. Nüchternheit, die in den Nachsatz mündete, dass schließlich nicht er, sondern die starke Teamleistung für den Auftaktsieg der „Best of seven“-Serie verantwortlich sei. Ganz Kapitän halt.

Wer wird EBEL-Champ?

Redebedürftiger schien er schon zu werden, als es um den übrigen Spielverlauf ging. „Nach zwei so überlegenen Dritteln sollte man gerade in einem Finalspiel keine zwei so schnellen Gegentore bekommen“, ärgerte er sich, räumte im gleichen Atemzug aber ein, dass jedoch die richtige Antwort darauf gefunden wurde.

Dass die Partie nicht gänzlich aus der Hand gegeben wurde, habe auch an der nötigen Final-Erfahrung der Mannschaft gelegen, die schließlich zum dritten Mal in Folge das Endspiel erreicht hat.

Über den Haufen rennen

Auch wenn der erste Schritt in Richtung Titelverteidigung gerade erst gemacht war, dachte Trattnig bereits an das am Sonntag folgende zweite Match voraus. Dann in Znojmo.

Die tschechische Grenzstadt, die rund 33.000 Seelen zählt, hat nach dem erstmaligen Erreichen des Endspiels das Final-Fieber erfasst.

„Vor eigenem Publikum haben sie viel mehr Selbstvertrauen, da wollen sie alle Mannschaften eisläuferisch über den Haufen rennen“, kennt der Salzburger Leader die Gangart der Truppe von Headcoach Jiri Reznar ganz genau. „Das wird ein komplett anderes Spiel.“

Das Horn und die Nuss

Diese Hoffnung hat auch Andre Lakos (Der alte Holzmichl lebt noch). Der Znojmo-Verteidiger haderte zunächst aber mit der unnötigen Strafe von Colton Yellow Horn, die in der 53. Minute zu jenem Salzburger Powerplay führte, aus welchem Trattnig zur Vorentscheidung traf. Ausgerechnet der frisch gebackene Liga-MVP hatte sich bei einem 3-gegen-2-Angriff seines Teams abseits des Spielgeschehens bei Daniel Welser eingehakt. Eine völlig unnötige Aktion.

„Diese Strafe kurz vor Ende war blöd“, schüttelte Lakos bei „ServusTV“ den Kopf. „Ich möchte nicht sagen, dass uns das die Partie gekostet hat, aber es war der Knackpunkt.

Nichtsdestoweniger hatte sich Znojmo als harte Nuss präsentiert. „Wenn du auswärts nach einem 0:2 noch einmal zurückkommst, beweist das, dass der Teamgeist super“, hofft Lakos, am Sonntag daran anknüpfen zu können.

„Wir müssen einfach nur vier Spiele gewinnen, wir mussten aber nicht zwingend dieses Spiel in Salzburg gewinnen“, ist aus Sicht des Ex-Bullen noch nichts Entscheidendes geschehen.


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