Freimüllers Playoff-Check: Znojmo-Dornbirn

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Es ist "crunch time" - Grunddurchgang und Pick round waren gestern. Ab jetzt heißt es "do or die".

Am Freitag startet die EBEL in die Playoffs. Unser EBEL-Scout Bernd Freimüller checkt für für euch die vier Playoff-Paarungen.

Nach RB Salzburg gegen KAC nimmt er im 2. Teil Znojmo gegen Dornbirn unter die Experten-Lupe:

Saisonbilanz: 5:1 Siege, 15:3 Punkte, 21:11 Tore

"The same procedure as every year" – agieren die Adler im Playoff wieder flügellahm und verabschieden sich ohne großes Aufhebens in den Urlaub? Die Voraussetzungen sind heuer so gut wie nie zuvor: Mit Dornbirn konnten sie den gewünschten Gegner ziehen (der KAC war nach dem Vorjahresausscheiden lediglich Nr. 3 auf ihrer Liste), dazu kommt der Heimvorteil in der Serie gegen einen Gegner, den man heuer fünf- von sechsmal bezwungen hatte.

Doch die Fragen bleiben wie jedes Jahr die gleichen: Kann endlich einmal ein Goalie (Patrik Nechvatal) eine Serie durchspielen (was bedeuten würde, dass der in puncto Torhüter leicht nervöse Coach Jiri Reznar mit ihm zufrieden ist)? Bringen Grunddurchgangs-Goalgetter wie Roman Tomas oder Ondrej Sedivy wenigstens etwas Traute mit, wenn die Gangart rauer wird? Denkt Peter Pucher, der als einziger Spieler der Liga seinen Vertrag selbst verlängern kann, nicht schon an den verlockenden Urlaub? Fällt die Defensive unter Druck nicht sofort in sich zusammen wie das Soufflé eines Küchengehilfen? Fragen über Fragen, die nach den letzten Jahren angebracht sind…

Dornbirn kann mit dem Halbfinaleinzug eine tolle Saison krönen, Coach Dave MacQueen stehen alle Cracks zur Verfügung, die letzten beiden Spiele (1:6 gegen Salzburg, 3:4 nach 3:1-Führung eben in Znojmo) bedeuten allerdings eine Leistungsdelle. Die Kernfrage: Kann Goalie Florian Hardy an seine Form vor seiner Verletzung anschließen?

Was für Znojmo spricht: Acht Verteidiger, zwölf etablierte Forwards – das Team ist tief besetzt und kann mit allen Linien Druck machen. Die Tschechen scoren sowohl über den Rush als auch mit abgefälschten Schüssen. Dazu kommt noch das zweitbeste Powerplay der Liga, mit dem vor allem zuhause auch Rückstände aufgeholt werden können. Der Heimvorteil könnte in dieser Serie elementar sein.

Was für Dornbirn spricht: Die Bulldogs sind tiefer als in den letzten Jahren besetzt, können auch bei ein oder zwei Ausfällen mit einem brauchbaren Lineup antreten. Eine nominell dritte Linie mit Petrik-Zagrapan-Livingston legt Zeugnis über die Tiefe des Kaders ab. Dornbirn ist alles andere als eine Schlägertruppe, verfügt aber doch über mehr „Sandpaper“ (Caruso, Livingston, Greentree, Siddall) als die Tschechen.

Schiedsrichterfaktor: So hoch wie in keiner anderen Serie – pfeifen die Referees alles kurz und klein, werden die Dornbirner über die Schwalben der Tschechen stöhnen. Bei einer längeren Leine werden die Adler über die Benachteiligung durch die EBEL-Refs klagen und der schwergewichtige Präsident Pavel Ohera – trotz seiner bereits dritten Strafe – wieder marodierend durch den Kabinengang ziehen…

Folge Bernd Freimüller auf Twitter: https://twitter.com/bfreimueller

TV-Tipp: Vienna Capitals - VSV, Freitag ab 19:10 Uhr bei LAOLA1.tv>>>

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