Der EBEL-Dienstag könnte Vorentscheidungen bringen

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Für die Vienna Capitals, Znojmo, Bozen und den KAC wird Spiel drei ihrer Viertelfinal-Serien (Di., 1.3., ab 18:30 Uhr im LAOLA1-Ticker) bereits zur Schlüsselpartie. Bei erneuten Niederlagen würde allen vier Teams schon am Freitag das Playoff-Aus drohen.

Die Caps sprechen sich mit Erinnerungen an letztes Jahr, als man gegen Fehervar auch erst 0:2 zurücklag, gut zu.

Augenmerk soll gegen Villach auf die Disziplin gelegt werden. In den ersten beiden Partien fassten die Wiener 19 Strafen aus.

Zu viele Strafen

In der Fairplay-Statistik sind die Capitals klar Letzter. Insgesamt 903 Strafminuten stehen für die Wiener zu Buche. Ein Makel, der sich im Viertelfinale bislang fortsetzt.

"Wir reden immer lange über dieses Thema. Und dann beginnt das Spiel und alles ist wieder vergessen", ärgert sich Head Coach Jim Boni.

Wirklichen Ausschlag gab dieser Fakt aber nicht, der Treffer von Eric Hunter zum 3:0 am Sonntag (Endstand 4:1) war bislang das einzige Powerplay-Tor des VSV.

"Villach ist bislang physischer und bereiter. Sie sind in diesen beiden Spielen das bessere Team gewesen", weiß Boni.

Genau bei der Powerplay-Effizienz will sein Gegenüber Greg Holst ansetzen. Im Lager des Quali-Runden-Siegers will man sich nicht auf der überraschenden 2:0-Serienführung ausruhen.

Dass man ein gewisses Selbstvertrauen aufgebaut hat, beweist der Kommentar von Markus Schlacher: "Wir wissen, was wir zu erwarten haben. Das Spiel der Wiener ist hart und sie provozieren sehr viel, aber wir bleiben cool und wollen durch unsere harte Arbeit überzeugen. Eisläuferisch sind wir ihnen ebenbürtig, wenn nicht besser und das müssen wir ausnützen."

Leere Hände trotz Steigerung

Nicht ganz so rosig sieht die Eishockey-Welt wenige Kilometer weiter östlich aus. Der KAC ging als klarer Außenseiter in die Begegnung mit RB Salzburg, als einziger "Underdog" sieht man sich nun tatsächlich mit einer schwierigen Ausgangslage konfrontiert.

Das 2:3, bei dem der Siegtreffer des Meisters erst elf Sekunden vor Schluss fiel, war trotz guter Leistung ein moralischer Dämpfer. Für Co-Trainer Kirk Furey kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.

"Wir brachten Salzburg über weite Strecken in Bedrängnis, haben eine tolle Performance als Team gezeigt und einfach nie aufgegeben. Ja, es steht in dieser Serie nun 0:2, aber wir haben eine Mannschaft, der Playoff-Hockey liegt und die nicht locker lassen wird. Wir werden uns die Einstellung und die Art und Weise, wie wir spielten, ins Gedächtnis rufen."

Dass man in Salzburg, wo die dritte Partie ausgetragen wird, seit 30. Dezember 2013 nicht mehr gewinnen konnte - wie man gegen die "Bullen" überhaupt schon seit elf Partien auf einen vollen Erfolg wartet - soll dabei für beide beteiligte Parteien keine Rolle spielen.

"Wir sind weit entfernt vom Playoff-Modus. Der KAC hatte zu viele Chancen, in den Zweikämpfen waren sie entschlossener", zeigt sich Matthias Trattnig, Schütze zum Goldtor, wenig zufrieden.

Wohin schlägt das Pendel aus?

Die Black Wings Linz stellen sich auf ein schweres Auswärtsspiel in Bozen ein, haben aber nicht nur eine 2:0-Führung, sondern auch das Gesetz der Serie im Rücken.

Entlang der gesamten Saison 2015/16 gewann zwischen diesen beiden Teams immer zuerst die Heim-, dann wieder die Auswärtsmannschaft. Sollte sich dies durch die restliche Viertelfinal-Serie ziehen, dürfen sich die Stahlstädter auf einen "Sweep" freuen.

Am Sonntag wurde aber einmal mehr augenscheinlich, dass sich beide Mannschaften auf Augenhöhe befinden. Das 4:3 bot Playoff-Hockey vom Feinsten. Insgesamt fielen bereits 15 Tore in den ersten 120 Minuten.

"Es war ein sehr gutes Spiel, das in beide Richtungen gehen hätte können", reüssiert Linz-Coach Rob Daum.

Auf dem Weg zur Sensation

Die größte Überraschung liefern bislang trotz allem die Dornbirner Bulldogs ab. Die Vorarlberger wurden von Znojmo bereits mit dem zweiten Pick gewählt. Ein Schritt, den die Tschechen schnell bereuen könnten.

Beim 1:3 daheim und dem 0:5 in der Fremde blieb der Pick-Round-Zweite chancenlos. Insbesondere die Tatsache, dass die starke Offensive Florian Hardy erst einmal bezwingen konnte (und der DEC-Keeper damit eine Fangquote von 98,5 Prozent aufweist), sticht hervor.

Für Dornbirn könnte damit nach der ersten direkten Playoff-Qualifikation auch die erste Teilnahme am EBEL-Halbfinale folgen, während Znojmo gegen seinen Viertelfinal-Fluch ankämpft. Bislang standen die Südmähren immer in der K.o.-Runde, nie ging es über die erste Serie hinaus.

Znojmo-Verteidiger Jan Lattner klingt bereits etwas konsterniert: "Dornbirn ist uns bisher in einigen Bereichen um einen Schritt voraus und macht das Beste daraus. Ihre Verteidigung ist zwar gut, aber für uns ist ein Treffer aus zwei Spielen einfach zu wenig. So kann man nix gewinnen. Wir müssen unseren Spielansatz ändern."

Allerdings war Dornbirn vor zwei Jahren ähnlich nah dran an einer Sensation. Das 2:0 im Viertelfinale gegen RB Salzburg war zu wenig, gegen den späteren Finalisten schied man trotzdem mit 2:4 aus.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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