Die Stärken und Schwächen Fehervars

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Drei Spiele nach dem Länderspielbreak, drei Siege – Fehervar befindet sich vor dem LAOLA1.tv-LIVE-Spiel (Freitag, 19:15 Uhr) gegen den KAC auf der Überholspur.

Nach der ausgezeichneten vergangenen Saison, in der AV 19 im Playoff-Viertelfinale sogar die Capitals ins Wanken brachte, waren die Erwartungen für heuer natürlich groß.

Doch die Probleme begannen schon im Frühjahr: Istvan Bartalis und Neo-Ungar Frank Banham verletzten sich vor bzw. bei der Weltmeisterschaft, Andrew Sarauer, in den letzten Jahren eine der überragenden EBEL-Gestalten, ließ eine langwierige Schulterverletzung operativ behandeln.

Folgen zu spüren

Die Folgen sind in Fehervar heute noch zu spüren: Der elegante Eisläufer Bartalis wird nach seinem Kreuzbandriss vielleicht erstmals am übernächsten Wochenende zur Verfügung stehen, Banham fiel länger aus oder spielte mit Schmerzen, traf so erst zuletzt wieder regelmäßig.

Sarauers Punkteausbeute (vier in neun Spielen, das einzige Tor erzielte er im Shootout) deutet auch darauf hin, dass er nie in Topverfassung auflief, derzeit fällt er mit Bandscheibenproblemen wieder aus.

Während andere EBEL-Teams ihre Personalprobleme weit offensiver an die Öffentlichkeit trugen, kochten die Ungarn diese eher auf Sparflamme.

Neben den Einser- und Zweiercentern Sarauer und Bartalis fehlten mit Chris Francis und Ladislav Sikorcin zuletzt zwei weitere Mittelstürmer, dazu kommen noch Verteidiger Arnold Varga, der nach Check von Bozens Sean McMonagle eine Gehirnerschütterung davontrug, und Angreifer Peter Vincze.

Francis, Sikorcin und Vincze könnten am Wochenende wieder zurückkommen, trotzdem stöhnt Coach Rob Pallin nicht zu Unrecht: „Solche Problem würde ich nicht einmal meinem ärgsten Feind wünschen.“

"Abschluss viel mehr das Problem"

Doch der 49-jährige US-Amerikaner hielt in seiner zweiten Saison die Truppe auch in ärgsten Zeiten über Wasser, gut vorstellbar, dass ohne Verletzungen einige der sieben Ein-Tor-Niederlagen zu Punktegewinnen geführt hätten.

Kämpferisch stimmt es bei den Ungarn ohnehin immer: „19 von 21 Spielen waren vom Compete-Factor her sehr gut, der Abschluss war viel mehr unser Problem.“

Fehervar könnte für Pallin auch ein Sprungbrett für andere EBEL-Teams sein. Coaches wie er (spricht übrigens Deutsch), die auch Recruiter-Fähigkeiten aufweisen, sind bei österreichischen Teams ohne Sportkompetenz in der Führung immer gefragt.

Doch mit sechs Defendern und vier vollen Sturmreihen kann Fehervar immer auflaufen, Grund dafür ist ein in der heimischen MOL-Liga antretendes Farmteam. Von dort kamen in der Länderspielpause mit Brance Orban und Chris Bodo zwei ungarisch-kanadische Doppelstaatsbürger.

Vor allem der wuselige Bodo, letzte Saison noch am Mercyhurst College beschäftigt, dürfte eine EBEL-Zukunft haben. Bodo ist übrigens einer von acht (!) Doppelstaatsbürgern im Team, Rekordhalter Bartalis kommt gleich auf drei Staatsbürgerschaften (Ungarn, Rumänien, Schweden).

Nicht alle Legionäre schlugen ein

Ein weiterer Grund, warum Fehervar nicht ganz an die Erfolge der letzten Saison anschließen konnte: Nicht alle neuen Legionäre schlugen ein.

Königstransfer Aaron Brocklehurst, ein längjähriger DEL-Crack, agiert sehr unauffällig und ist vor allem im Powerplay nicht die gewünschte Verstärkung.

Judd Blackwater schaffte es wie in Laibach auch nicht, EBEL-Tauglichkeit nachzuweisen und wanderte ins slowakische Nitra weiter.

Nachverpflichtung Ryan Kinasewich agiert bis jetzt sehr schwerfällig, sein einmonatiger Probevertrag dürfte eher nicht verlängert werden.

In der ECHL fündig geworden

Dagegen fand Pallin an seiner alten Wirkungsstätte, der ECHL, gute und preiswerte Qualität: Chris Francis ist ein flinker, stocktechnisch starker Center, der im Powerplay auch vom Point agieren kann.

Brendan Connolly steigerte sich nach schwächerem Saisonbeginn, reduzierte seine emotionalen Strafen und ist mit neun Toren und siebzehn Punkten der Topscorer im Team.

Sind die drei Siege nach der Pause ein Indiz für einen Turnaround?

Pallin, ein smarter und umgänglicher Coach, ist noch vorsichtig: „Wir haben den Rückstand auf Platz sechs von elf auf vier Punkte verkürzt, das ist unser Hauptaugenmerk derzeit.“

Wie beim heutigen Gegner KAC ist auf der Goalieposition ebenfalls noch Luft nach oben – Zoltan Hetenyi und Miklos Rajna streuen auch in guten Spielen immer wieder haltbare Gegentore ein.

Head Coach Rob Pallin

Sprungbrett für Pallin?

Bei Hetenyi, vor zwei Jahren noch ein Fixpunkt in Fehervar, auch verständlich: Eine Lebensmittelerkrankung setzte den 27-jährigen National-Goalie die ganze letzte Saison außer Gefecht.

Doch selbst wenn es die Ungarn nicht über den ersten "Bildungsweg" in die Playoffs schaffen, ist ihnen die Qualifikation via Zwischenrunde jederzeit zuzutrauen, vor allem wenn das Team einigermaßen komplett antreten kann.

Und Fehervar könnte für Pallin auch ein Sprungbrett für andere EBEL-Teams sein, Coaches wie er (spricht übrigens auch Deutsch), die auch Recruiter-Fähigkeiten aufweisen, sind bei österreichischen Teams ohne Sportkompetenz in der Führung immer gefragt.

FEHERVAR gegen KAC am Freitag um 19:15 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv

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