LAOLA1-Power-Ranking vor den French Open

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"Der Favoritenkreis ist heuer so groß wie seit vielen Jahren nicht", bringt Andy Murray die Ausgangsposition bei den am Sonntag begonnenen French Open auf den Punkt.

Die Vormachtstellung von Rafael Nadal in Roland Garros endete bereits im vergangenen Jahr, als sich Stan Wawrinka erstmals den Siegerpokal abholte.

Zudem fehlt mit Roger Federer einer der "großen Vier", die sich im letzten Jahrzehnt den Großteil der Grand-Slam-Titel untereinander ausspielten.

LAOLA1 hat sich die Formkurven der acht aussichtsreichsten Titelkandidaten im Power-Ranking genau angesehen:

 

Andy Murray

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Oftmals auf Sand belächelt, entwickelte sich Andy Murray auf roter Asche immer mehr zum ernstzunehmenden Titelkandidaten für die French Open. Immerhin stand der Schotte, der in jungen Jahren die Tennis-Akademie in Barcelona besuchte, schon drei Mal im Halbfinale von Roland Garros – unter anderem in den letzten beiden Jahren. Für Murray spricht zudem die steigende Formkurve: Nach Niederlagen gegen Rafael Nadal in Monte Carlo und Novak Djokovic in Madrid fuhr er im Endspiel von Rom einen beeindruckenden Zwei-Satz-Sieg über Djokovic ein. „Heuer haben viele Leute in Paris gute Chancen auf den Titel. Ich hoffe, dass ich einen guten Lauf bekomme – dann ist sicherlich alles möglich!“



Novak Djokovic

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Den schwersten Rucksack hat in Roland Garros mit Sicherheit Novak Djokovic zu stemmen. Nur mehr der Titel bei den French Open fehlt dem serbischen Weltranglisten-Ersten zum Grand Slam. Im Vorjahr zerstörte Stan Wawrinka den Traum von Djokovic im Endspiel. „Ich weiß, dass er diesen Titel unbedingt wollte. Ich hoffe, er holt ihn einmal. Denn er hätte ihn sich verdient“, hatte der Schweizer nach dem Sieg beinahe schon Mitleid mit seinem Kontrahenten. Dieser begann die Saison zwar ähnlich stark wie sein Traumjahr 2015, auf Sand kam dann aber doch selbiger ins Getriebe. Der Auftakt in Monte Carlo geriet mit dem Zweitrunden-Aus gegen Jiri Vesely völlig daneben. Danach gewann Djokovic zwar das ATP-1000-Event in Madrid, in Rom erhielt er gegen Murray aber einen erneuten Dämpfer. Es wird spannend zu sehen, wie der Serbe mit dem großen Druck in Roland Garros umgehen wird.

Rafael Nadal

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Je näher die French Open kommen, umso stärker wird auch Rafael Nadal. Der neunfache Paris-Sieger hatte auf seinem Lieblingsbelag zu Saisonbeginn bei der Südamerika-Tournee kein leichtes Leben. Auch Dominic Thiem trug seinen Teil dazu bei. Auf europäischem Sand fand der 29-Jährige aber wieder zurück zu alter Stärke. Nach seinen Turniersiegen in Monte Carlo und Barcelona schied Nadal zwar in Madrid und Rom vorzeitig im Halb- bzw. Viertelfinale aus, gegen Spieler wie Murray und Djokovic ist dies aber selbst für einen Rafael Nadal keine allzu große Schande. Bei der Auslosung wurde ihm allerdings bereits im Achtelfinale der erste echte Prüfstein beschert: Dem Papier nach kommt es dort zum Duell mit Dominic Thiem!

Kei Nishikori

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Im Vorjahr fuhr Kei Nishikori mit dem Einzug ins Viertelfinale sein bislang bestes Resultat bei den French Open ein. Heuer würde der Japaner gerne noch einen drauflegen. Dass er das Potenzial dazu hat, hat er in den vergangenen Wochen bewiesen. In Barcelona verlor Nishikori erst im Endspiel gegen Nadal, in Madrid und Rom war jeweils im Halbfinale gegen Djokovic Endstation. Vor allem im zweiten Duell mit dem Weltranglisten-Ersten war der Japaner ganz knapp an einer Überraschung dran. „Für mich gehört Kei ganz klar zu den Mitfavoriten“, glaubt nicht nur Murray.

Milos Raonic

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Der Turniersieg in Brisbane, das Halbfinale bei den Australian Open, dazu das Finale in Indian Wells – Milos Raonic hat heuer bereits bewiesen, dass er endgültig in der Weltspitze angekommen ist. Auf Sand gehört der baumlange Kanadier aber noch nicht zur absoluten Elite. Mit Jo-Wilfried Tsonga hat der 25-Jährige heuer aber immerhin einen aktuellen Top-10-Akteur auf der Abschussliste. Außerdem hat Raonic mit Carlos Moya einen ehemaligen French-Open-Sieger in seinem Betreuerstab.

Stan Wawrinka

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Der Titelverteidiger kommt nach durchwachsenem Saisonstart immer besser in Fahrt. Nachdem es zu Saisonbeginn auf Hartplatz nicht nach Wunsch lief, schien es lange auch auf Sand so gar nicht für den 31-jährigen Schweizer zu funktionieren. In Monte Carlo setzte es gegen Rafael Nadal eine klare 1:6, 4:6-Lehrstunde, in Madrid und Rom schied er gegen Nick Kyrgios bzw. Juan Monaco vorzeitig aus. „Ich habe manchmal Mühe, ein Formtief zu akzeptieren“, gab er erst vor wenigen Tagen in Schweizer Medien kleinlaut zu. „Die Top-Spieler sind derzeit Lichtjahre entfernt. Sie sind eher eine Inspiration denn Konkurrenten.“ Zuletzt feierte Wawrinka allerdings in Genf seinen ersten Titel auf heimischem Boden. Das Selbstvertrauen sollte also stimmen.

Jo-Wilfried Tsonga

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2015 erreichte Jo-Wilfried Tsonga in Paris zum zweiten Mal nach 2013 das Halbfinale. Schon im vergangenen Jahr ließen die Vorbereitungs-Turniere kein derart gutes Ergebnis erwarten. Mit diesem Wissen im Hinterkopf könnte der Lokalmatador vielleicht ein ähnliches Husarenstück gelingen. Bislang hatte Tsonga auf Sand in diesem Jahr nicht viel Grund zur Freude: In Monte Carlo geriet er gegen Landsmann Gael Monfils unter die Räder, in Madrid war er gegen Milos Raonic chancenlos. Zudem musste er für das anschließende ATP-1000-Turnier in Rom wegen einer Oberschenkelzerrung absagen. Neben fehlender Matchpraxis wird er deshalb in Paris auch mit Fitnessmängeln zu kämpfen haben.

Dominic Thiem

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Dank der erfolgreichen Titelverteidigung in Nizza hat Dominic Thiem vor den French Open noch einmal gehörig Selbstvertrauen tanken können. Die bisherige Sandplatz-Saison auf europäischem Boden verlief damit durchaus zufriedenstellend. In Rom konnte der 22-Jährige im Viertelfinale gegen Kei Nishikori zwar nicht vollends überzeugen, dafür durfte er sich mit seinem Achtelfinal-Erfolg über Roger Federer einen ganz besonderen Sieg an die Fahne heften. Für das nur knapp verloren gegangene München-Finale gegen Kohlschreiber und der Achtelfinal-Niederlage gegen Nadal in Monte Carlo muss sich der Schützling von Günter Bresnik ebenfalls nicht genieren. In Roland Garros dürfen wir uns für das Achtelfinale hoffentlich auf die Revanche gegen den neunfachen French-Open-Gewinner freuen.

Christian Frühwald


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