Thiem triumphiert beim 500er in Acapulco

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Riesenerfolg für Dominic Thiem!

Der 22-jährige Niederösterreicher krönt seine erfolgreiche Süd- und Mittelamerika-Tournee mit dem ersten ATP-500-Titel seiner Karriere.

Im Endspiel von Acapulco zwingt er in der Nacht auf Sonntag den Australier Bernard Tomic (ATP 21) mit 7:6 (6), 4:6, 6:3 in die Knie.

Thiem darf sich mit 321.625 Dollar über den bislang mit Abstand größten Siegerscheck seiner Laufbahn freuen. In der Weltrangliste wird er sich am Montag von Position 15 auf 14 verbessern.

Duell auf Augenhöhe

Zu Beginn des Matches verzeichnet Thiem einen klassischen Fehlstart: Der ÖTV-Daviscupper gibt seinen Aufschlag zum 1:3 ab und gerät in Folge schnell mit 2:5 in Rückstand.

Tomic, der schon seit Jahren als kommender Weltklasse-Spieler gehandelt wird, erweist sich vor allem bei längeren Rallys als harter Brocken. Von den ersten 20 ausgespielten Punkten von der Grundlinie holt sich der Australier 14.

Bernard Tomic Dominic Thiem
Asse 8 22
Doppelfehler 4 1
1. Aufschlag 64 % 77 %
Punkte bei 1. Aufschlag 72 % (47/65) 82 % (55/67)
Punkte bei 2. Aufschlag 44 % (16/36) 42 % (8/19)
Breakbälle 100 % (3/3) 37 % (3/8)
Punkte als Rückschläger (1. Aufschlag) 17 % (12/67) 27 % (18/65)
Punkte als Rückschläger (2. Aufschlag) 57 % (11/19) 55 % (20/36)
Winner 27 45
Unerzwungene Fehler 35 33
Punkte am Netz 20 % (2/10) 50 % (5/10)
Gesamtpunkte 86 101

Mit einer sensationellen Aufholjagd schafft Thiem mit zwölf (!) Punkten in Folge aber noch das Rebreak und den 5:5-Ausgleich.

Im entscheidenden Tiebreak erweist sich Thiem schließlich als der Spieler mit den stärkeren Nerven. Nach 47 Spielminuten kann er seinen zweiten Satzball verwerten.

Danach gerät die Partie ins Kippen: Thiem kann im zweiten Durchgang keinen einzigen seiner fünf Breakbälle verwerten, Tomic nutzt seine einzige Chance zum 3:2 und serviert in Folge zum Satz-Ausgleich aus.

Den dritten Satz beginnt Thiem gleich mit einem Aufschlagverlust und dem sofortigen Rebreak zum 1:1. Der Österreicher legt mit dem Break zum 3:1 nach und gibt diesen Vorsprung schlussendlich nicht mehr aus der Hand.

Interessante ATP-Statistik

Laut ATP-Statistiken war das Finale von Acapulco übrigens erst das dritte zwischen zwei Spielern, die in den 90er Jahren geboren worden sind. Das Beeindruckende dabei: Thiem war in allen drei Endspielen mit von der Partie.

2014 verlor er in Kitzbühel gegen den Belgier David Goffin. Ein Jahr später gelang ihm in Gstaad die erfolgreiche Revanche gegen seinen guten Freund und Trainingspartner. Und nun stand er in Mexiko dem Australier Bernard Tomic gegenüber.

"Heute war ich der Glücklichere"

"Ich hoffe, wir spielen noch viele Finali gegeneinander. Heute war ich der Glücklichere", meint der Lichtenwörther bei der Siegerehrung. Für Thiem ist es nach vier Turniersiegen auf Sand der erste Titelgewinn auf Hartplatz.

"Dementsprechend ist dieser Sieg auch etwas ganz Besonderes für mich. Mexiko wird dadurch immer einen ganz speziellen Platz in meinem Herzen haben."

"Das war eine Riesenvorstellung vom Junior heute, da kann man nur den Hut ziehen"

Bresnik-Lob für Thiem

"Ich habe schon vorher einige Junioren-Turniere hier gewonnen", bedankt sich der Schützling von Günter Bresnik in professioneller Manier beim Publikum.

Großes Lob von Coach Bresnik

Der Chef-Coach, der sich während Thiems Süd- und Mittelamerika-Tournee von Joakim Nyström vertreten ließ, war selbst schwer beeindruckt von seinem Schützling.

"Das war eine Riesenvorstellung vom Junior heute, da kann man nur den Hut ziehen. Diese Leistung ist für mich gar nicht hoch genug einzuschätzen", schwärmt Bresnik im ORF-Interview.

¡Muchas felicidades al campeón del #AMT2016 Dominic Thiem!

Posted by Abierto Mexicano de Tenis on Samstag, 27. Februar 2016

Beim Einlaufen auf dem Platz und bei der Siegerehrung trägt Thiem übrigens ein Dress des mexikanischen Fußball-Nationalteams mit der Nummer 99 und der Aufschrift "Thieminho", das er in dieser Woche von den Veranstaltern geschenkt bekam.

"Er hat sehr gut gespielt und ist ein beeindruckender Wettkämpfer. Er kämpft wirklich um jeden Punkt."

Tomic ist von Thiem beeindruckt

Tomic trauert seinen Chancen nach

Tomic trauert nach dem Spiel seinen Chancen nach. Auch für ihn wäre es der bislang größte Titelgewinn seiner noch jungen Karriere gewesen. "Ich hätte unglaublich gerne gewonnen. Das wäre eine große Sache für mich gewesen."

"Für mich ist es sehr enttäuschend, da ich auf jeden Fall meine Chancen hatte. Ich habe im ersten Satz klar geführt und lag auch im dritten Satz schnell mit einem Break voran. Leider habe ich da meinen Aufschlag sofort wieder selbst abgeben", ärgert sich der Australier, der aber auch die Leistung von Thiem anerkennt.

"Er hat sehr gut gespielt und ist ein beeindruckender Wettkämpfer. Er kämpft wirklich um jeden Punkt. Er hat schon die ganze Woche sehr gutes Tennis gezeigt und dies heute fortgesetzt. In großen Endspielen musst du zum richtigen Zeitpunkt die wichtigen Punkte machen. Das ist mir nicht gelungen."

Thiem ist Nummer drei der Welt

Während Thiem im ATP-Ranking "nur" eine Position gutmachen kann, fällt der Sprung in der Jahreswertung umso beeindruckender aus: Durch die in Acapulco gewonnenen 500 Punkte ist der ÖTV-Youngster die Nummer drei des bisherigen Tennis-Jahres 2016!

Nur Australian-Open-Sieger Novak Djokovic und der Schotte Andy Murray sind noch vor Thiem zu finden. Der Rückstand auf den zweifachen Grand-Slam-Sieger Murray beträgt nur mehr 365 Punkte.

ATP Race 2016

Platz Spieler Land Punkte
1. Novak Djokovic SRB 2340
2. Andy Murray GBR 1475
3. Dominic Thiem AUT 1110
4. Stan Wawrinka SUI 975
5. Milos Raonic CAN 870

Obwohl die Verbesserung um einen Platz im ATP-Ranking auf den ersten Blick etwas mager ausfällt, hat Thiem aber auch hier punktemäßig ordentlich zugelegt. Der künftigen Nummer 14 der Welt fehlen nur mehr 285 Zähler auf den Weltranglisten-Zehnten Richard Gasquet.

Es scheint nur mehr eine Frage der Zeit zu sein, ehe Thiem nach Thomas Muster und Jürgen Melzer der dritte österreichische Top-Ten-Spieler der rot-weiß-roten Tennis-Geschichte werden würde. 

Thiem zieht mit Melzer gleich

Mit seinen 22 Jahren ist Dominic Thiem gemessen an Titelgewinnen in Österreich gemeinsam mit Melzer bereits jetzt schon der zweiterfolgreichste Spieler aller Zeiten. Nur Muster ist mit 44 Turniersiegen noch klar vor dem aufstrebenden Ausnahme-Talent zu finden.

Ehemalige Größen wie Horst Skoff (4 Titel) oder Stefan Koubek und Peter Feigl (je 3) hat Thiem bereits hinter sich gelassen.

Christian Frühwald

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