Thiem triumphiert im Finale von Buenos Aires

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Einen Tag nach seinem Sensations-Sieg über Superstar Rafael Nadal sichert sich Dominic Thiem den Titel bei dem mit 523.470 Dollar dotierten ATP-250-Turnier in Buenos Aires.

Der 22-jährige Niederösterreicher muss für den vierten Turniersieg seiner Karriere allerdings harte Arbeit verrichten: Er ringt den Spanier Nicolas Almagro in einer teilweise erneut hochklassigen Partie nach zweieinhalb Stunden mit 7:6 (2), 3:6, 7:6 (4) nieder.

Neben 250 Punkten erhält Thiem einen 93.120-Dollar-Siegerscheck.

Con los brazos en alto. El austríaco Dominic Thiem ganó su cuarto título ATP en el #ArgentinaOpen

Posted by ATP Buenos Aires (Perfil Oficial) on Sonntag, 14. Februar 2016

Im Ranking wird sich Thiem trotz des Erfolgs allerdings nicht verbessern, er bleibt auf dem 19. Weltranglisten-Platz. Nächste Woche versucht er beim ATP-500-Event in Rio de Janeiro sein Glück. Dort bekommt er es in der ersten Runde erstmals mit dem Spanier Pablo Andujar (ATP 60) zu tun.

Von Beginn weg ausgeglichen

Der ehemalige Weltranglisten-Neunte Almagro lässt bei Thiem von Beginn weg wenig Hoffnungen aufkommen, dass sich der Österreicher ähnlich leicht tun würde wie beim bisherigen einzigen Aufeinandertreffen der beiden. Vor einem Monat feierte der Östereicher bei den Australian Open noch einen glatten Drei-Satz-Sieg.

Der pure Wahnsinn! Ich konnte mit einem 7/6 3/6 7/6 den Rafa-Fluch brechen und mir den Titel hier in Buenos Aires holen!...

Posted by Dominic Thiem on Sonntag, 14. Februar 2016

Beide Spieler versuchen mit ihren starken Vorhand-Spin-Bällen von der Grundlinie ihr Gegenüber unter Druck zu setzen. Dementsprechend temporeich und spektakuläre geht es in den meisten Ballwechseln zur Sache.

Wenig Breakchancen

Durch die starken Aufschlagleistungen beider Akteure kommt es allerdings auch nur zu wenigen Breakchancen.

Dominic Thiem Nicolas Almagro
Asse 9 8
Doppelfehler 5 0
1. Aufschlag 76 % (64/84) 79 % (53/67)
2. Aufschlag 41 % (12/29) 44 % (20/45)
Breakbälle 1/3 (33%) 3/11 (27%)
Punkte als Rückschläger (1. Aufschlag) 20 % (14/67) 23 % (20/84)
Punkte als Rückschläger (2. Aufschlag) 55 % (25/45) 58 % (17/29)
Gesamtpunkte 115 110

Thiem kann sich im ersten Satz keine einzige erarbeiten und wehrt selbst die beiden Möglichkeiten von Almagro ab. Im Tiebreak des ersten Satzes hat der Lichtenwörther klar das bessere Ende für sich.

Thiem stemmt sich gegen die Wende

Danach kommt allerdings etwas Sand ins Getriebe. Thiem scheint die Strapazen der letzten Tage zu spüren und wirkt plötzlich immer müder. Nach einer 3:2-Führung von Thiem gelingen Almagro sechs (!) Game-Gewinne in Folge, die Partie scheint zu kippen.

Jahr Ort Belag Dotation Finalgegner Ergebnis
2016 Buenos Aires Sand 598.865 Dollar Nicolas Almagro (ESP) 7:6 (2), 3:6, 7:6 (4)
2015 Gstaad Sand 494.310 Euro David Goffin (BEL) 7:5, 6:2
2015 Umag Sand 494.310 Euro Joao Sousa (POR) 6:4, 6:1
2015 Nizza Sand 439.405 Euro Leonardo Mayer (ARG) 6:7 (8), 7:5, 7:6 (2)

Doch Thiem steckt nicht auf. Der Schützling von Günter Bresnik kontert mit dem sofortigen Rebreak zum 1:2 und rettet sich nach Abwehr zweier weiterer Breakbälle schließlich ins Tiebreak.

"Das ist bis jetzt der speziellste Titel"

Dort liegt er zwar schnell mit 0:2 zurück, doch erneut kämpft er sich noch einmal zurück und verwertet bei 6:4 seinen ersten Matchball auf dem nach der argentinischen Legende Guillermo Vilas benannten Center Court.

"Nadal im Semifinale geschlagen und jetzt der Sieg. Das war bis jetzt der speziellste Titel", freut sich Thiem bei der Siegerehrung. Die erstmalige Reise nach Südamerika habe sich "auf jeden Fall ausgezahlt."

"Aber das wäre es auch gewesen, wenn ich in der zweiten Runde verloren hätte. Es ist eine schöne Stadt. Ich hoffe, nächstes Jahr zurückzukommen", verabschiedet sich Thiem am Ende bereits wie ein alter Hase von den argentinischen Fans, die ihn auch während dem Endspiel immer wieder lautstark unterstützten.

"Habe nur enge Matches gespielt"

"Ich habe nur enge Matches gespielt, habe in zwei Spielen Matchbälle abgewehrt und jetzt auch im Finale 7:6 im dritten gewonnen. Das Glück war heute auf meiner Seite und auch die ganze Woche", erklärt Thiem. Wenn man ein so stark besetztes Turnier gewinnen wolle, brauche man aber auch Glück. "Das war wahrscheinlich die beste Woche in meiner bisherigen Karriere."

Der Sieg über Nadal hat ihm aber keine schlaflose Nacht gebracht. "Meine Nacht war ok, ich habe gut geschlafen. Natürlich ist es immer schwer, wenn man so einen Top-Spieler geschlagen hat", gestand Thiem. Nach dem Sieg über Stan Wawrinka vor knapp zwei Jahren sei er krank geworden und er musste das nächste Match absagen. "Aber ich bin auch älter geworden und wenn du ein Semifinale gewinnst, auch wenn es gegen Nadal ist, dann will man auch das Finale gewinnen."


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