Thiem-Absage für Toronto ist kein Thema

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Trotz des Fragezeichen hinter Dominic Thiems Zustand steht eine Absage des nächstwöchigen 1000er-Turniers in Toronto laut Coach Günter Bresnik nicht im Raum.

„Ich ziehe es in Erwägung, aber er will es nicht. Er wird sich jetzt einmal durchchecken lassen, aber so schnell wird es keine echte Diagnose geben“, erklärt der Betreuer im Gespräch mit LAOLA1. „Spätestens am Samstag fliegen wir nach Toronto.“

Davor will Thiem allerdings noch einen Arzt konsultieren, um das aktuelle Unwohlbefinden zu klären.

 "Tappen da noch im Dunklen"

„Sein Zustand im Spiel gegen Jürgen Melzer war ungewöhnlich. So sehe ich ihn in drei Jahren vielleicht einmal. Wir wissen noch nicht, woran es liegt. In gewisser Weise tappen wir da noch im Dunklen.“

Mit ein Grund für den fehlerhaften Auftritt des 22-Jährigen war laut Bresnik sicherlich auch die fehlende Spielpraxis. Nach seiner Stirnhöhlen-Erkrankung sagte er seinen Start in Hamburg ab und legte eine weitere Woche Turnierpause ein

Fehlende Spielpraxis

„Er ist es einfach nicht gewohnt so lange Zeit kein Match zu haben“, so Bresnik, der es ausschließt, dass die aktuellen Probleme mit dem dichten Turnierplan der letzten Monate zu tun haben sollen. Einige Experten haben die Vielspielerei des Dominic Thiem mehrmals kritisiert.

„Ein schwachsinniger Einwand. Bis zu dem Zeitpunkt der Krankheit hat er ja nur gewonnen. Das ist sicher nicht der Grund für eine Stirnhöhlen-Eiterung. Nur weil es viele Leute – die keine Interna kennen, sagen, heißt es noch lange nicht, dass sie deshalb recht haben.“

Masters-Qualifikation ist für Bresnik kein Thema

Sollte Thiem wie erhofft seine körperlichen Schwierigkeiten in Bälde wieder ablegen kennen, spricht laut Bresnik nichts dagegen, dass er in Zukunft wieder an seine im ersten Halbjahr gezeigten Leistungen anschließen wird können.

„Wenn Dominic wieder fit ist, wird er wieder sehr gut spielen. Ob er auch viel gewinnen wird, weiß man nicht.“ Neun Turniere will der Youngster in dieser Saison noch bestreiten. Vorerst sind Starts in Toronto, Los Cabos, Cincinnatti, die US Open, Metz, Tokio, Shanghai, Wien und Paris geplant.

Obwohl Thiem in der Jahreswertung aktuell auf Position sechs klassiert ist, rechnet Bresnik aber nicht damit, den Sprung zum World Tour Finale nach London, wo die acht besten Spieler der Saison an den Start gehen werden, schaffen wird.

„Das ist ein Schwachsinn – das sage ich von Anfang an. Es kommen noch ein Grand-Slam-Turnier und vier 1000er Turniere. Da gibt es noch viele fette Punkte zu holen. Und Dominic hat sein Potenzial bei den kleineren Turnieren erschöpft“, sieht er seinen Schützling diesbezüglich in einer nicht optimalen Position.

Silbernes Ehrenzeichen für Thiem

Über einen kleinen Trost durfte sich Thiem nach dem überraschenden Achtelfinal-Aus in Kitzbühel am späten Mittwochabend übrigens doch noch freuen.

Sportminister Hans Peter Doskozil zeichnete ihn mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich aus.

Nicht nur die Auszeichnung war für Thiem eine Überraschung, auch die Anwesenheit seines Freundes Gregor Schlierenzauer, den Thiem als eines seiner sportlichen Vorbilder nennt, und der extra nach Kitzbühel gereist war um eine persönliche und sehr emotionale Laudatio zu halten.

„Ich weiß sehr gut, wie du dich heute fühlst und dass du wahrscheinlich lieber irgendwo alleine für dich wärst, aber genau das zeichnet dich als Sportler aus, dass du immer weiterkämpfst und weiterarbeitest."

Aus Kitzbühel berichtet Christian Frühwald

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