Gerald entscheidet Melzer-Duell für sich

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Nach dem Überraschungssieg über Dominic Thiem ist für Jürgen Melzer im Viertelfinale von Kitzbühel Endstation.

Er verliert das Duell gegen seinen jüngeren Bruder Gerald 6:3, 3:6 und 1:6. Nach starkem ersten Satz Jürgens muss die Partie eine Stunde wegen Regens unterbrochen werden. Nach erneut besserem Start reißt dem 35-Jährigen der Faden. Mit zwei Breaks holt sich Gerald den Satzausgleich, im dritten Durchgang dominiert er völlig.

Halbfinal-Gegner des 26-Jährigen ist Paolo Lorenzi (ITA/4).

Der Italiener setzt sich nach einem Marathon-Match gegen Jan-Lennard Struff (GER/8) 6:2, 6:7(5) und 7:5 durch. Im zweiten Halbfinale trifft Dusan Lajovic (SRB/6) auf Nikolos Basilashvili (GEO).

Jürgen: "Sein Sieg geht in Ordnung"

Für Jürgen begann der Umschwung auch dank einer taktischen Änderung seines Bruders: "Er hat angefangen, Rückhand-Cross zu spielen und ich habe da dann einen Rückhand-Ast aufgezogen. Eigentlich untypisch, weil ich diesen Schlag eigentlich sehr gerne spiele."

"Das hat er solide ausgenützt und deshalb geht auch der Sieg in Ordnung. Er hat um einiges druckvoller gespielt in den Sätzen zwei und drei. Auch sein Aufschlagpercentage war dann relativ hoch."

Wobei der 35-Jährige aber auch nicht mit Selbstkritik spart: "Ich habe mit Fortdauer der Partie mehr Fehler gemacht und war ehrlich gesagt sogar ein bisschen ratlos."

Kampf mit den Emotionen

Bruder Gerald sieht es ähnlich: "Ich habe eineinhalb Sätze schlecht retourniert und es ihm viel zu leicht gemacht. Mit dem ersten Break ist es dann immer besser geworden. Das war sicher der Wendepunkt. Danach habe ich auch leichter mein Service gehalten."

Die anfänglichen Probleme sah Gerald vor allem in ungewohnten Konstellation eines Bruder-Duells begründet: "Für mich war es nicht einfach ins Match zu finden, weil ich davon lebe, dass ich auch Emotionen gegenüber dem Gegner zeige. Wenn dann aber jemand auf der anderen Seite steht, der einem sehr viel bedeutet, ist das sehr schwierig."

 



Zu Gute kommt ihm dabei auch eine gut einstündige Regenpause nach dem ersten Satz. "Die Regenpause war für mich sicher ein Vorteil, weil ich Zeit hatte, etwas runterzufahren und die Nervosität abzulegen."

Auch Jürgen hatte freilich mit seinen Emotionen zu kämpfen und sieht sich nach der Partie dementsprechend ein bisschen im Zwiespalt der Gefühle: "Ich bin natürlich enttäuscht, weil meine Leistung abgefallen ist. Aber natürlich freue ich mich auch für ihn. Er hat jetzt eine sehr, sehr große Chance, um ins Finale einzuziehen."

Riesen-Chance auf erstes ATP-Finale

Denn Melzer trifft am Freitag in der zweiten Partie nach 13 Uhr auf Paolo Lorenzi (LIVE im LAOLA1-Ticker). Im Head-to-Head steht es zwischen den beiden 2:2. In der bislang einzigen Begegnung in dieser Saison feierte der Niederösterreicher aber einen glatten Zwei-Satz-Erfolg über den 34-jährigen Italiener.

"Ich habe ihn schon zwei Mal geschlagen und weiß, was auf mich zukommt. Er ist ein taffer Spieler, der einem wenig schenkt und sich die Seele aus dem Leib läuft."

Dies beweist Lorenzi auch am Donnerstag gegen den Deutschen Jan-Lennard Struff, den er erst nach über drei Stunden Spielzeit in die Knie zwingt. Melzer ist sich aber sicher, dass er die Strapazen dieser Marathon-Partie wegstecken kann. "Er ist ein sehr fitter Spieler. Man wird sehen, wie sehr er das spüren wird."

"Heuer habe ich sehr gut gegen ihn gespielt und ihn richtig abgezogen. Davon kann ich aber nicht ausgehen. Ich habe sicher meine Chancen. Es wird ein spannendes Match werden", hofft Melzer auf den Einzug in seiner erstes Finale auf ATP-Tour-Ebene.

 

Aus Kitzbühel berichtet Christian Frühwald


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