US-Basketballer trotz Ausfällen klarer Favorit

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In der NBA konnte er nicht an die großen Erfolge der anderen Top-Stars seiner Generation anschließen.

LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh haben Carmelo Anthony in der Liga längst abgehängt, obwohl der 32-Jährige noch immer zu den Fan-Lieblingen und zu den offensiv versiertesten Basketballern überhaupt gehört.

Im Dress der US-Nationalmannschaft steht der Forward aber kaum jemandem nach. In Rio wird "Melo" zum Allzeit-US-Spitzenreiter in Spielen und Punkten bei Olympia werden.

Der Star der New York Knicks nimmt nach Athen, Peking und London bereits an seinen vierten Olympischen Spielen teil und ist damit mit großem Abstand routiniertester Spieler des US-Teams.

Kevin Durant (Bild) spielt zum zweiten Mal unter dem Zeichen der fünf Ringe, die restlichen zehn Spieler sind Debütanten.

Ohne James, Curry, Westbrook, Paul, ...

Carmelo Anthony
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Der Generationenwechsel war nicht unbedingt geplant: James, Stephen Curry, Chris Paul, Anthony Davis, Russell Westbrook, Blake Griffin, LaMarcus Aldridge, Kawhi Leonard, James Harden, Wade, Kevin Love, Dwight Howard und John Wall sagten allesamt ab.

Dennoch sind Durant und Co. beim letzten Turnier von Coach Mike Krzyzewski, der ausdrücklich "Respekt" vor den Gegnern einmahnt, haushoher Favorit auf Gold. Die Amis, die in Rio am Samstag (24 Uhr MESZ) gegen China ihren ersten Auftritt haben, halten aktuell bei 68 Siegen in Serie, sie sind seit zehn Jahren ungeschlagen.

"Wir kontrollieren unser eigenes Schicksal, wir spielen unser eigenes Spiel, wir sorgen uns nicht wegen der anderen", gibt sich Anthony selbstbewusst.

Vorbei sind die schmachvollen Jahre 2002 bis 2006. Bei der Heim-WM 2002 in Indianapolis landete das US-Team nach Niederlagen gegen Argentinien, Jugoslawien und Spanien nur auf Rang sechs.

Bei Olympia 2004 - schon mit Anthony, James und Wade - reichte es nach Pleiten gegen Puerto Rico, Litauen und Argentinien nur zu Bronze.

Die WM 2006 in Japan schließlich brachte mit der Halbfinal-Niederlage gegen Griechenland die bislang letzte Erniedrigung der großen Basketball-Nation.

Auf dem Papier keine Konkurrenz

Ginobili (39) gegen Thompson (26)
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111:74 gegen Argentinien, 106:57 und 107:57 gegen China, 80:45 gegen Venezuela und 110:66 gegen Nigeria lauteten die Ergebnisse in den Vorbereitungsspielen.

Zugegeben: Die allergrößten Kaliber wie Spanien, Frankreich und Serbien hatten Kyrie Irving, DeMarcus Cousins und Kollegen nicht zum Gegner. Dennoch waren auch solche Tests in der Vergangenheit schon mal weniger souverän abgelaufen.

Verwundbar wären die US-Boys, in deren Reihen mit Kyle Lowry und DeMar DeRozan zwei Raptors-Kollegen von Jakob Pöltl stehen, in dieser Aufstellung möglicherweise sogar, wenn sich doch die Konkurrenz auf ihrem Höhepunkt befinden würde.

Doch selbst der auf dem Papier größte Herausforderer, Spanien, war vor einigen Jahren noch deutlich höher einzuschätzen: Marc Gasol fehlt aus Verletzungsgründen und sein Bruder Pau, noch immer der Topstar einer durchaus namhaften Truppe, ist mittlerweile 36 Jahre alt.

Ein Sieg der Iberer gegen die USA wäre heute eine viel größere Sensation als im legendären Finale von Peking, als die Spanier in einem der besten Spiele aller Zeiten nur knapp unterlagen.

Frankreich, Serbien, Argentinien als Medaillen-Anwärter

Auch die Protagonisten der anderen Medaillen-Kandidaten Frankreich (Tony Parker, Boris Diaw) und Argentinien (Manu Ginobili, Luis Scola, Andres Nocioni) sind in die Jahre gekommen.

Zu athletisch, wurfstark und vielseitig scheinen die Favoriten, die den modernen "Small Ball" mit Spielern wie Durant, Anthony, Paul George oder Draymond Green mittlerweile deutlich besser beherrschen als alle anderen.

Serbien (wie Frankreich, Australien, China und Venezuela Vorrunden-Gruppengegner der USA) verfügt über ein kompaktes Team und darf sich nach einem starken Quali-Turnier große Hoffnungen auf Edelmetall machen. Gegen die US-Stars, die auf dem Luxuskreuzer "Silver Cloud" am Maua Pier wohnen, scheint aber auch für Nuggets-Jungstar Nikola Jokic und Co. kein Kraut gewachsen.

Welche NBA-Spieler und internationalen Stars sonst noch in Rio auflaufen, liest man im ...

LAOLA1-POWER-RANKING:

1. USA

Nr. Spieler Pos. Größe Geb. Team Olympia
10 Kyrie Irving PG 1,90 1992 Cleveland Cavaliers 1.
7 Kyle Lowry PG 1,83 1986 Toronto Raptors 1.
4 Jimmy Butler SG 2,00 1989 Chicago Bulls 1.
9 DeMar DeRozan SG 2,00 1989 Toronto Raptors 1.
11 Klay Thompson SG 2,00 1990 Golden State W. 1.
13 Paul George G/F 2,03 1990 Indiana Pacers 1.
8 Harrison Barnes F 2,03 1992 Golden State W. 1.
5 Kevin Durant F 2,05 1988 Golden State W. 2.
15 Carmelo Anthony F 2,03 1984 New York Knicks 4.
14 Draymond Green F/C 2,00 1990 Golden State W. 1.
12 DeMarcus Cousins C 2,10 1990 Sacramento Kings 1.
6 DeAndre Jordan C 2,10 1988 L.A. Clippers 1.

2. SPANIEN

NBA-Spieler (7): Pau Gasol (San Antonio Spurs), Ricky Rubio (Minnesota Timberwolves), Nikola Mirotic (Chicago Bulls), Jose Calderon (L.A. Lakers), Sergio Rodriguez (Philadelphia 76ers), Alex Abrines (Oklahoma City Thunder), Willy Hernangomez (New York Knicks)

Weitere Stars: Rudy Fernandez (Real Madrid), Felipe Reyes (Real Madrid), Sergio Llull (Real Madrid), Juan Carlos Navarro (FC Barcelona Lassa), Victor Claver (FC Barcelona Lassa)

3. FRANKREICH

NBA-Spieler (5): Tony Parker (San Antonio Spurs), Nicolas Batum (Charlotte Hornets), Boris Diaw (Utah Jazz), Rudy Gobert (Utah Jazz), Joffrey Lauvergne (Denver Nuggets)

Weitere Stars: Nando De Colo (ZSKA Moskau), Mickael Gelabale (Le Mans), Thomas Heurtel (Anadolu Efes), Kim Tillie (Laboral Kutxa Baskonia)

4. SERBIEN

NBA-Spieler (1): Nikola Jokic (Denver Nuggets)

Weitere Stars: Milos Teodosic (ZSKA Moskau), Bogdan Bogdanovic (Fenerbahce Ülker), Miroslav Raduljica (EA7 Emporio Armani Milano), Nemanja Nedovic (Unicaja Malaga), Nikola Kalinic (Fenerbahce Ülker)

5. ARGENTINIEN

NBA-Spieler (4): Manu Ginobili (San Antonio Spurs), Luis Scola (Brooklyn Nets), Nicolas Brussino (Dallas Mavericks), Patricio Garino (San Antonio Spurs)

Weitere Stars: Andres Nocioni (Real Madrid), Carlos Delfino (ohne Team), Facundo Campazzo (UCAM Murcia)

6. LITAUEN

NBA-Spieler (3): Jonas Valanciunas (Toronto Raptors), Domantas Sabonis (Orlando Magic), Mindaugas Kuzminskas (New York Knicks)

Weitere Stars: Mantas Kalnietis (EA7 Emporio Armani Milano), Jonas Maciulis (Real Madrid), Paulius Jankunas (Zalgiris Kaunas)

7. KROATIEN

NBA-Spieler (3): Bojan Bogdanovic (Brooklyn Nets), Mario Hezonja (Orlando Magic), Dario Saric (Philadelphia 76ers)

Weitere Stars: Roko Ukic (Acqua Vitasnella Cantù), Krunoslav Simon (EA7 Emporio Armani Milano)

8. BRASILIEN

NBA-Spieler (5): Nene Hilario (Houston Rockets), Leandro Barbosa (Phoenix Suns), Marcelinho Huertas (Los Angeles Lakers), Raulzinho Neto (Utah Jazz), Cristiano Felicio (Chicago Bulls)

Weitere Stars: Alex Garcia (Bauru), Marquinhos Vieira (Flamengo)

9. AUSTRALIEN

NBA-Spieler (5): Andrew Bogut (Dallas Mavericks), Matthew Dellavedova (Milwaukee Bucks), Patty Mills (San Antonio Spurs), Joe Ingles (Utah Jazz), Aron Baynes (Detroit Pistons)

Weitere Stars: David Andersen (Melbourne United), Cameron Bairstow (Brisbane Bullets)

10. NIGERIA

NBA-Spieler (1): Michael Gbinije (Detroit Pistons)

Weitere Stars: Ike Diogu (Guangdong Southern Tigers), Shane Lawal (FC Barcelona Lassa)

11. CHINA

NBA-Spieler (1): Qi Zhou (Houston Rockets)

Weiterer Star: Yi Jianlian (Guangdong Southern Tigers)

12. VENEZUELA

NBA-Spieler (0): keiner (Venezuelas einziger NBA-Spieler Greivis Vasquez wurde eine Teilnahme von den Brooklyn Nets untersagt)

Wichtigste Spieler: John Cox (Bucaneros de La Guaira), Nestor Colmenares (Guaros de Lara), Gregory Vargas (SLUC Nancy)


"Muss mich vorm Rennen zudröhnen":


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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