Hofmann mit "Herzrasen" knapp an Medaille vorbei

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"Dann muss halt Plan B herhalten."

Nach dem Verpassen des Luftgewehrs-Finals (10.), ihrer eigentlichen Spezialität, wollte Olivia Hofmann im Drei-Stellungs-Bewerb zeigen, dass sie sehr wohl das Zeug für ein Olympia-Finale hat.

Und das gelang der Tirolerin als Fünfte mit Bravour, zumal sie die Quali sogar als Dritte beendet hatte.

Ein perfekter Schuss

"Wir Schützen nennen diesen Bewerb die Königs-Disziplin", spielte Wolfram Waibel auf die notwendige Vielseitigkeit an. Doch zur absoluten Krönung fehlte es bei der Innsbruckerin an diesem Tag ausgerechnet im Stehendschießen, was eigentlich als ihre große Spezialität gilt.

Knieend führte sie nach der ersten Serie aufgrund einer 10,7 zum Auftakt sogar. Nach schwachem Beginn im Liegend-Schießen beendete sie dieses mit einer 10,9 - also dem perfekten Schuss.

In der finalen Eliminierungsrunde konnte sie sich auf den letzten Drücker noch von der sechsten an die fünfte Stelle nach vorne schieben. Mehr ging nicht mehr. Der Rückstand auf die zu diesem Zeitpunkt vor ihr liegende Chinesin Binbin Zhang war mit 2,5 Ringe letztlich zu groß. Zhang holte sogar noch hinter Olympia-Siegerin Barbara Engleder Silber.

Wenn das Blut in Wallung gerät

Drei Tage nach ihrem 24. Geburtstag erlebte Hofmann ein Wechselbad der Gefühle. "Zwischen heiß, kalt und Herzrasen war heute alles dabei", pustete sich danach durch. Da half auch das Beruhigen von Coach Waibel, der 1996 Silber und Bronze holte, nur bedingt. "Das versucht man als Trainer ständig", adelte er schon das Erreichen des Finals zur Sensation.

Der Rummel bei Olympia sei dann doch etwas größer als bei Weltcups, was auch Hofmann nicht leugnen konnte. "Aber mir ist es dann doch gelungen, nicht mitzubekommen, was rund um das Finale passiert", sagt sie.

Dass es ausgerechnet in ihrem schwächeren Bewerb beinahe zur Medaille gereicht hätte, lässt sie zufrieden nach ihren ersten Spielen resümieren: "Ich denke, das hat ganz gut gepasst."

Nach Olymipa wolle sie das Gewehr einmal für mehrere Monate in die Ecke stellen. "Ich werde jetzt einmal ein Schießpause einlegen." Klingt nach einem nicht unverdienten Plan A.

Aus Rio berichtet Reinhold Pühringer


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