Ereignisreiches Radrennen an van Avermaet

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Greg van Avermaet (BEL) gewinnt das turbulente Rad-Straßenrennen bei den Olympischen Spielen.

Im Finish überschlagen sich die Ereignisse: In der letzten Abfahrt kommen Vincenzo Nibali (ITA) und Sergio Henao (COL) in einer Dreier-Spitzengruppe zu Sturz. Rafal Majka (POL) wird 1,5 km vor dem Ziel eingeholt. Im Sprint setzt sich Van Avermaet vor Jakob Fuglsang (DEN) und Majka durch.

Georg Preidler (+19:37 Minuten) erreicht das Ziel als 44., Stefan Denifl gibt wie 78 weitere der 144 Teilnehmer auf.

Van Avermaet hatte sich auf Rechnung

Van Avermaet durfte jedoch vor Traumkulisse über seinen bisher größten Erfolg jubeln. "Ich bin so glücklich. Jeder hat gesagt, dass Gold für andere reserviert wäre, aber ich wusste, dass es möglich ist", sagte Van Avermaet nach mehr als sechs Stunden im Sattel.

Vor einigen Wochen hatte der 31-Jährige bei der Tour de France eine Etappe gewonnen und auch das Gelbe Trikot getragen.

Drama um Nibali

In Rio hatte es bis kurz vor dem Ziel noch nach einem Triumph von Majka ausgesehen. Der Pole lag nach der dritten und letzten Fahrt über den steilen Chinesa-Vista-Anstieg mit Nibali und Sergio Henao in Führung.

Der als ausgezeichneter Downhiller bekannte Italiener und der Kolumbianer gingen jedoch in der kniffligen Abfahrt rund zwölf Kilometer vor dem Ziel zu Boden.

Der auf sich alleine gestellte Majka wurde im flachen Finale rund einen Kilometer vor dem Ziel von Van Avermaet und Ex-Österreich-Rundfahrtsieger Fuglsang abgefangen. Er begnügte sich dann im Sprint entkräftet mit Platz drei.

Ärger bei Denifl

Preidler kam bei seinem Olympia-Debüt fast 20 Minuten später ins Ziel am berühmten Stadtstrand von Rio. Der 26-Jährige Allrounder war damit nicht zufrieden, ein früher Defekt und die darauffolgende Aufholjagd habe ihm leider zu viel Kraft geraubt.

"Das kostet irrsinnig viel Energie. Ich habe natürlich versucht, so lange wie möglich im Feld zu bleiben. Ich bin im Endeffekt ein bisschen enttäuscht, die Hoffnungen waren natürlich größer", meinte der Grazer.

"Es war grenzwertig"

Das Rennen sei insgesamt sehr turbulent verlaufen. "Es war grenzwertig. Bei der Tour würde es bei einer solchen Etappe viel Kritik geben. Es war chaotisch und hat viele Stürze gegeben, aber ich bin ins Ziel gefahren und habe meine Lehren gezogen für die Zukunft." Er habe das Flair jedoch auch ein wenig genießen können.

"Es ist aufregend, da zu starten. Man will dann ja auch ins Ziel fahren, jetzt kann ich meinen Enkeln einmal erzählen, dass ich 44. bei Olympischen Spielen war." Preidler tritt am Mittwoch als einziger Österreicher auch noch im Zeitfahren an.

Denifl mit vielen Problemen

Denifl, der wie mehr als die Hälfte der 140 Fahrer nicht das Ziel erreicht hatte, sprach von einem wilden Rennen. "Speziell das Kopfsteinpflaster war krass. In der zweiten Runde ist mir die Schaltung runtergebrochen, dann hatte ich auch noch einen Defekt beim Ersatzrad. Das hat zu viel Energie gekostet", sagte der 28-Jährige.

Er hatte in der ersten der drei anspruchsvollen Schluss-Schleifen den Kontakt zum ohnehin bereits dezimierten Hauptfeld verloren.

Froome nur auf Rang 12

Während des Rennens hatte im Zielbereich ein lauter Knall für Irritationen gesorgt. Dieser stellte sich später als kontrollierte Sprengung eines verdächtigen Gepäckstückes durch Sicherheitskräfte heraus. Im davon unbeeinflussten Rennen gab es mit Richie Porte (AUS) und Geraint Thomas (GBR) auch prominente Sturzopfer.

Thomas' Landsmann Chris Froome kam drei Minuten hinter dem Sieger nicht über Platz zwölf hinaus. Der Tour-Sieger war im Schlussanstieg vergeblich der vorher ausgerissenen Spitzengruppe um Nibali und Van Avermaet nachgejagt. Im Zeitfahren hat er als Topfavorit aber noch eine Gold-Chance.

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