Der erste Trumpf sticht nicht

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Am Ende ist es Rang sieben für Kathrin Unterwurzacher bei den Olympischen Spielen in Rio.

Die Tirolerin galt als erste große Medaillen-Chance im Judo. Im Trostrundenkampf der Klasse bis 63 kg ist die seit kurzem 24-Jährige der Niederländerin Anicka van Emden mit Yuko, der kleinstmöglichen Wertung, unterlegen.

Knapp hin oder her – das interessierte die enttäuschte Vize-Europameisterin danach in keinster Weise. „Im Augenblick ist die Enttäuschung größer, als das Gefühl, nah dran gewesen zu sein“, meinte Unterwurzacher.

Die zweite große Medaillen-Chance, ihre Innsbrucker Klub-Kollegin Bernadette Graf, folgt bereits am Mittwoch in der Klasse bis 70 kg.

Nicht mehr aufzuholen                                                    

„Leider hat es heute nicht so gut geendet, wie erhofft“, erkannte Unterwurzacher die Überlegenheit ihrer Gegnerinnen an.

Gegen Van Emden war nach dem durch einen recht eigenwilligen Schulterwurf abgegeben Yuko bereits eine Vorentscheidung gefallen. „Das ist genau ihre Taktik: Sich durch ein solches Nach-vor-Schmeißen eine Wertung holen und die dann über die Zeit bringen“, weiß Damen-Nationaltrainer Marko Spittka nur allzu gut, schließlich war es bereits das fünfte Aufeinandertreffen (1:4) der beiden.


Fünf Ringe, Fünf Fragen - mit Bernadette Graf:

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)


„Gegen sie einen Rückstand aufzuholen, ist verdammt schwer. Sie hat genug Kraft und Routine, um mich auf Abstand zu halten“, schildert Unterwurzacher, deren Angriffe infolge allesamt verpufften.

Nicht ihre letzten Spiele

Zuvor fand Unterwurzacher ein wenig holprig ins Turnier. Nach einem Freilos wartete mit Estafania Garcia nicht nur Ecuadors Fahnenträgerin der Eröffnungsfeier, sondern auch eine ungewöhnlich kämpfende Gegnerin. „Für mich ist es am Anfang oft schwer, in einen Kampf reinzufinden. Mit ihrer unorthodoxen Art habe ich erst zurechtkommen müssen“, analysiert Unterwurzacher, die diese Aufgabe mit einem Waza-ari für einen Beinwurf (Ko-soto-gake) meisterte.

Viertelfinal-Gegnerin Miku Tashiru schickte die Heeressportlerin danach jedoch in die Trostrunde. Den Anfangsschwung der Japanerin konnte die Projekt-Rio-Athletin noch gut verdauen. Letztlich unterlag sie aber mit Yuko für einen Beinwurf (eingehakter De-ashi-barai).

„Kathrin hat gekämpft wie eine Löwin, ich kann ihr keinen Vorwurf machen“, resümmierte Spittka, um bereits nach vorne zu blicken: „2020 in Tokio greifen wir wieder an.“ Bis dahin habe die verhältnismäßig junge Athletin auch „das technisch-taktische Rüstzeug für ganz oben“.

Dass nach Filzmoser neuerlich der Faktor Kraft den Ausschlag zu ungunsten einer Österreicherin gab, sieht Spittka nicht als Muster. Schließlich sei gerade die Welserin aufgrund ihrer Größe ein Spezialfall und bei Unterwurzacher „müssen wir auf die richtige Balance zwischen Kraft und Gewicht achten“. Ansonsten droht der Aufstieg in die nächsthöhere Klasse.

In welcher Trainingspartnerin Graf am Mittwoch ihrem Traum einer Olympia-Medaille nachjagt. Die dreifache EM-Dritte startet nach einem Freilos gegen die Siegerin aus Niang (MAR) gegen Portela (BRA).

 „Ich werde mit ihr aufwärmen und sie noch motivieren“, verspricht Unterwurzacher. Damit dann vielleicht Österreichs zweiter großer Judo-Trumpf sticht.


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