"Daraus kann etwas Starkes entstehen"

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Noch vor der Eröffnung der Sommerspiele in Rio jubelt das ÖOC über den 1. Erfolg. Präsident Karl Stoss wird als 10. Österreicher ins IOC gewählt. Das mag in diesen Tagen kein Traumjob sein, der Vorarlberger sieht seine Aufgabe aber als große Herausforderung.

Stoss will vor der eigenen Haustüre kehren und vielleicht wieder einmal Winterspiele nach Österreich holen.

Seine Herangehensweise an den neuen Job, warum er Rio gut findet und was er zu neuen Sportarten sagt, verrät er im LAOLA1-Interview:

Dr. Karl Stoss über …

 

… seine Wahl als eines von 98 Mitglieder im IOC.

Stoss: „Die Überraschung hielt sich in Grenzen, da dieses Verfahren ja bereits länger läuft. Es ist aus der Agenda 2020 entstanden, wo klar drinnen steht, wie das weitere Prozedere für die Bestellung von IOC-Mitglieder abläuft. Es wurde eine Evaluierungs-Kommission geschaffen, deren Vorsitzende Prinzessin Anne ist. Die Interessenten-Liste ist unglaublich lang gewesen, ich würde sagen sogar dreistellig. Jeder will in dieses Gremium hinein. Man hat versucht, in dieser Kommission ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Kontinenten, zwischen den Geschlechtern und zwischen den Fähigkeiten zu treffen. Ich bin glücklich, dass ich als einer von drei Europäern in dieses Gremium gewählt worden bin. Indizien haben darauf hingedeutet, weil ich ja bereits vor der Wahl von Präsident Bach in die Kommissionen gewählt und bestellt wurde. Aber es ist eine geheime Wahl über jeden einzelnen Kandidaten, die da stattgefunden hat. Darum freut es mich umso mehr. Das ist eine große Herausforderung und eine Herausforderung die Interessen Österreichs wieder in dieses Gremium zu bringen.“

… neue zusätzliche Termine durch das Amt.

Stoss: „Es gibt noch einmal eine IOC-Session am Schlusstag der Spiele vor der Abschlussfeier. Da wird die Versammlung noch einmal zusammentreten. Dann ist vorerst einmal eine Ruhe bis Oktober oder November, wo es ein Treffen in Lausanne gibt, um Themen zu besprechen, die jetzt nicht abschließend behandelt wurden. Es gibt also keine großen Änderungen in meinem Terminkalender.“

 

… Zeitpunkt der Wahl in das IOC Komitee.

Stoss: „Es ist ein toller Zeitpunkt. Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass es gleich im Anschluss an das Ausscheiden von Leo Wallner geschehen wäre. Aber wie gesagt, da hat die neue Auflage der Evaluierungskommission eine wichtige Rolle gespielt. Da wollte man niemanden bevorzugen und alle nach den selben Maßstäben messen. Alle mussten durch das selbe Verfahren gehen und man kann sich auch selber nicht bewerben, sondern kann nur von anderen IOC-Mitgliedern oder großen Fachverbänden vorgeschlagen werden. Die Europäer haben sich sehr stark gemacht für mich, da alle sehen, dass es mehr und mehr eine große Dominanz an Asiaten gibt. Aber Europa spielt eine wichtige Rolle. Wir wollen wieder Spiele zurückhaben in Europa. Es gibt jetzt gerade, wenn wir die Kandidaten für 2024 ansehen, immerhin drei von vier möglichen Orten, die aus Europa kommen (Anmerkung: Paris, Rom und Budapest). Was die nächsten Winterspiele 2026 betrifft, machen sich ja viele Hoffnungen, dass die Spiele wieder in ein alpines Land nach Europa zurückkommen.“

Das sind die heißesten Sportlerinnen der Olympischen Spiele 2016:

Lauren Sesselmann - Kanada

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Die 32-Jährige will mit dem Fußballteam der Ahornblätter eine Medaille gewinnen.

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Allison Stokke - USA

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Im Stabhochsprung wird sie dafür sorgen, dass zahlreiche männliche Zuseher einschalten, die eigentlich wenig mit der Sportart am Hut haben.

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Mikaela Mayer - USA

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Man sieht es ihr nicht an, aber die US-Amerikanerin ist ein harter Hund. Im Boxen kämpft sie im wahrsten Sinne des Wortes um Gold, Silber und Bronze.

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Maggie Vessey - USA

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Die 34-Jährige ist Leichtathletin - im Sprint ist sie zu Hause.

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Ellen Hoog - Niederlande

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Ihr Nachname verrät ihre Sportart schon ein bisschen. Hoog - Hoogey - Hockey!

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Antonija Sandric - Kroatien

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Diese hübsche Dame ist Basketballspielerin.

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Natasha Hastings - USA

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Bis vor kurzem war die Sprinterin noch mit langer brauner Mähne unterwegs, nun setzt sie auf kurze blonde Haare.

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Jaqueline Carvalho - Brasilien

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Beim Damen-Volleyballturnier werden wohl einige Herren den Fernseher einschalten. Der Grund: Jaqueline Carvalho!

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Kassidy Cook - USA

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Gerade einmal 21 Jahre ist die Wasserspringerin alt - dennoch zeigt sie schon jetzt PO-tenzial.

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Michelle Jenneke - Australien

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Der Hürdenlauf ist ihr Metier.

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Helen Maroulis - USA

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Die Ringerin beweist, dass Frauen schön und stark sein können.

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Ivona Dadic - Österreich

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Mit der Siebenkämpferin hat es auch eine Österreicherin in die Liste geschafft.

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Aliya Mustafina - Russland

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Die Turnerin hat einiges drauf.

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Amber Hill - Großbritannien

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Die Schützin weiß, wie man mit großen Geräten umgeht.

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Leryn Franco - Paraguay

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Die Speerwerferin wurde bereits mehrfach zur heißesten Sportlerin der Welt gewählt. Auf diesen Fotos beweist sie, warum.

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Stephanie Rice - USA

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Bei der Schwimmerin kommt uns doch tatsächlich ein genialer Wortwitz in den Sinn: Stephanie Rice - looks nice. Höhö.

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Zsuzsanna Jakabos - Ungarn

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Die Schwimmerin ist der wohl fescheste Olympia-Export der Magyaren.

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Alize Cornet - Frankreich

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Auf der WTA-Tour gilt die Tennisspielerin als Augenschmaus. Das wird auch beim olympischen Tennisturnier der Fall sein.

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Melanie Adams - Australien

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Wie man mit einer langen Latte umgeht, weiß die Stabhochspringerin.

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Sophie Horn - Großbritannien

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Die Britin wird das Golf-Turnier um einiges attraktiver machen.

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… Vertrauenskrise im IOC:

Stoss: „Wir hatten im Österreichischen Olympischen Komitee ebenfalls solche Vertrauenskrisen, die wurden ganz gut gemeistert und gehandelt. Das war natürlich auch ein wichtiger Aspekt in meiner Bestellung, da man gesehen hat, dass hier jetzt ein Team arbeitet, das es ernst und ehrlich meint, das transparent vorgeht, das Geradlinigkeit zeigt, das Entscheidungen trifft, die im ÖOC-Vorstand einstimmig gefällt werden, die sich entsprechend mit den einzelnen Fachverbänden abstimmen. Natürlich wäre es schön, wenn immer alles eitel Wonne wäre, da muss man sich vielleicht etwas weniger verkopfen. Das ist jetzt eben nicht der Fall und aus solchen Situationen kann aber auch etwas starkes entstehen. Es wird jetzt ganz wichtig sein, wie die nächsten Schritte erfolgen. Das wird die Herausforderung von uns allen sein.“

 

… Lobby und Abhängigkeit bei Entscheidungen des IOC:

Stoss: „Man kann natürlich frei entscheiden. Weil alle Wahlen, egal ob es darum geht wer neu ins IOC kommt oder welche Austragungsstätten zum Zug kommen, alle geheim sind. Jede einzelne. Ich kann daher nach meinem Gewissen entscheiden und werde das auch tun. Ich werde mich da von gar niemandem beeinflussen lassen. Ich werde sehr gerne die Argumente in den Ausschüssen und Vordiskussionen annehmen. Dann werde ich mir mein Urteil bilden und meine eigene Entscheidung treffen.“

 

… den Vorwurf an das IOC, ein „korrupter Haufen zu sein“:

Stoss: „Das ist vielleicht eine Stimmung, die außen so wahrgenommen wird, aber das habe ich im IOC an den drei Tagen, an denen ich - zuerst als Gast und jetzt als Mitglied - teilgenommen habe, nicht so empfunden. Da sind ganz andere Themen im Vordergrund gestanden. Man kann erst etwas ändern, wenn man Teil dieser Organisation ist. Wenn man das von außen immer nur bemängelt und Kritik übt, wird man nicht viel ändern können. Wenn man aber ein Teil davon ist, kann man mitwirken, Diskussionen führen und etwas bewegen. Man kann mitgestalten, wie man miteinander umgeht – auch im eigenen Land, weil zuerst müssen wir immer vor unserer eigenen Haustüre kehren, bevor ich auf andere hinhaue.

 

… neue Sportarten für 2020 in Tokio:

Stoss: „Klettern und Bouldern sind unglaublich attraktive Sportarten für junge Menschen. Das war auch das Anliegen, der jetzt neu ausgewählten Sportarten mit denen man besonders die Jugendlichen ansprechen möchte, mehr Sport auszuüben und sich für diese Sportarten zu begeistern. Wir aus österreichischer Sicht können gerade im Klettern hierfür einen Beitrag leisten.“

 

… Rio als Olympiastadt:

Stoss: „Ich finde Rio einen sehr guten Platz für Olympische Spiele. Erstens ist es eine wunderschöne Stadt, ein großartiges Ambiente. Das zweite ist, es sollte nicht nur ein Kontinent zum Zug kommen, sondern die Spiele sollen rund um die Welt ausgetragen werden. Als die Spiele vergeben wurden, war Brasilien einer der Hoffnungsmärkte überhaupt mit höchsten Wachstumsraten. Damals hat sich nichts von einer wirtschaftlichen und politischen Krise abgezeichnet. Man wollte hier ein Zeichen setzen und eben so einem Land eine Chance geben. Brasilien ist ein unglaublich bedeutendes Land und hat eine enorme Power. Mit der Sportbegeisterung und der Lebensfreude der Bevölkerung werden wir gute und aufregende Spiele sehen.“

 

… Winterspiele in Österreich:

Stoss: „Wir haben dafür fast alles in unserem Land. Die Frage ist jetzt nur, wie bündelt man die Kräfte, weil es gibt natürlich auch Themen, wo man in Österreich investieren müsste. Ich erinnere nur daran, wo sollten bei einer möglichen Austragung die Eishockeyspiele stattfinden. Oder Shorttrack und Eiskunstlauf. Da müssten wir in Österreich sicher über die Bundesländergrenzen hinweg denken und den Provinzialismus etwas aufbrechen. Vielleicht auch, dass man darüber nachdenkt mit einem Nachbarland die Spiele zu organisieren. Darüber werden wir uns nach den Spielen in Rio konkret unterhalten. Bis zu den Spielen ist es ein weiter Weg. Da gibt es auch mit der Regierung und dem Finanzminister zu reden. Das Thema gehört jedenfalls ordentlich vorbereitet, will man sich wieder einmal bewerben.“

 

Aus Rio berichten Peter Rietzler und Reinhold Pühringer

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