Fünf neue Sportarten bei den Spielen 2020

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Das IOC hat die Aufnahme von fünf zusätzlichen Sportarten für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio abgesegnet.

In vier Jahren werden somit Baseball/Softball, Karate, Skateboard, Sportklettern und Surfen zum Programm gehören. 

"Ich glaube, das ist ein Meilenstein auf dem Weg der Innovationen in der Geschichte der Olympischen Spiele", sagt IOC-Präsident Thomas Bach nach der Abstimmung der IOC-Vollversammlung.

Somit werden 474 zusätzliche Athelten an den Spielen in Japan teilnehmen.

"Wir wollen den Sport zur Jugend bringen. Mit den vielen Optionen, die junge Leute heute haben, können wir nicht länger erwarten, dass sie automatisch zu uns kommen", sagt Bach.

Das Programm für 2020 ist aber noch nicht fix, bis Mitte 2017 müssen einige Sportarten noch um ihre Zugehörigkeit zittern, da die Gesamtzahl der Athleten nicht verändert wird.

Kritik an Kombinationsmodus

Die österreichischen, in den vergangenen Jahren so erfolgsverwöhnten Vorstieg- und Boulder-Asse zeigten sich in ersten Reaktionen vor allem glücklich über die neu gewonnene Olympia-Zugehörigkeit.

"Seit meiner Kindheit habe ich immer die Olympischen Spiele verfolgt und es ist auch für mich ein Traum, bei so einem Großereignis dabei zu sein. Es ist eine Riesenchance für unsere Sportart, sich vor der ganzen Welt zu präsentieren", meinte Ex-Vorsteigweltmeister Jakob Schubert.

Der angedachte Kombinationsmodus missfällt dem 25-jährigen Vorstieg-Athletensprecher im Weltverband (IFSC), der auch im Bouldern sehr stark ist, hingegen.

"Sowohl ich, als auch der Großteil meiner Kletter-Kollegen, sind mit dieser Entscheidung ganz und gar nicht zufrieden und ich hoffe sehr, dass die IFSC und das IOC dies noch überdenken werden."

"So, als ob man Marathon und Hürdenlauf zusammenfasst"

Für Jessica Pilz geht mit der Aufnahme "ein Traum in Erfüllung". Den vorgesehenen Modus sieht jedoch auch sie kritisch.

"Es ist schwierig, alle drei Disziplinen unter einen Hut zu bringen und einen Bewerb in dieser Form hat es noch nicht gegeben", sagte die Niederösterreicherin. Außerdem seien noch viele Fragen wie der Qualifikationsmodus offen.

"Ich hoffe, der Internationale Kletterverband trifft hier die richtigen Weichenstellungen im Sinne des Sports und der Athleten."

Ex-Boulderweltmeisterin Anna Stöhr reagierte ebenfalls mit gemischten Gefühlen. Einerseits werde ein lang ersehntes Ziel endlich Realität, die Kehrseite der Medaille sei die geplante Austragung in drei teils konträren Disziplinen mit nur einer Medaillenentscheidung.

"Es ist schier so, als ob man Sprint, Hürdenlauf und Marathon zusammenfasst", meinte Stöhr und stellte sich die Frage, ob das sinnvoll und wünschenswert sei.

Auch auf Funktionärsebene schwankt man zwischen Glückseligkeit und Skepsis. Eugen Burtscher, der Präsident des Österreichischen Kletterverbandes (KVÖ) verwies einerseits auf herausragende Erfolge von Stöhr, Angela Eiter, Kilian Fischhuber und Schubert in der jüngeren Vergangenheit und die "neue Dimension" für alle aktuellen Athleten.

Problematisch findet auch er den Wettkampfmodus. "Dass dabei 2020 in Tokio voraussichtlich nur ein Kombinationsbewerb möglich ist und nur eine geringe Zahl von Athleten zugelassen wird, bleibt ein kleiner Wermutstropfen", sagte Burtscher.

Skepsis bei den Funktionären

Er sei aber zuversichtlich, dass in weiterer Folge die einzelnen Kletter-Kategorien bald ins olympische Programm aufgenommen werden.

Für KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm erfüllte sich nach 20 Jahren der Hoffnung der Olympia-Traum. "Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir der ganzen Welt zeigen können, wie einmalig und facettenreich unser Sport ist", bekräftigte Wilhelm.

Bedauerlich sei hingegen, dass insgesamt nur 40 Athleten zugelassen werden sollen und die derweil geplante Kombi-Wertung.

Der KVÖ- und das ÖOC waren auf die vorherzusehende Aufnahmeentscheidung vorbereitet. Sie betreiben während der Sommerspiele unweit des Österreich-Hauses im Rio-Stadtteil Botafogo in einem Einkaufszentrum eine Kletterstation.

Dort kann man sich über die Sportart informieren und sich unter Anleitung von Fachpersonal an der 13 m hohen Wand versuchen

 

VIDEO: Bad Boys auf dem Weg nach Rio!

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang»
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