Koubek versteht Thiems Olympia-Verzicht

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Stefan Koubek könnte bereits zum zweiten Mal Olympische Spiele verpassen.

Der Davis-Cup-Kapitän und Olympia-Coach hofft nach der Absage von Dominic Thiem, dass es doch noch ÖTV-Teilnehmer am olympischen Tennisturnier gibt. Die Hoffnungen dafür ruhen auf dem Herren-Doppel.

Für Olympia 2000 in Sydney war Koubek als Aktiver qualifiziert, verzichtete aber. Obwohl er die Entscheidung bereut, versteht er Thiem: "Von der Person und dem Sportler aus gesehen, kann ich Dominics Entscheidung verstehen."

Koubek kritisiert ITF

Über Thiems Olympia-Absage war Koubek quasi schon vorinformiert, wollte vor einer definitiven Äußerung darüber von Thiem selbst bzw. dessen Trainer Günter Bresnik aber keinen offiziellen Kommentar abgeben.

"Ich gebe dem Spieler da auch überhaupt keine Schuld", sagt Koubek. Der Ex-Top-20-Spieler sieht eher den Internationalen Tennisverband (ITF) in der Pflicht, in Olympia-Jahren eine Änderung vorzunehmen.

Einerseits gibt es bei den Spielen keine Punkte für die Weltrangliste, andererseits ist der Terminkalender besonders im Sommer rund um Olympia stark überfüllt.

Davis Cup ohne Thiem?

Koubek würde es daher auch nicht überraschen, wenn Thiem auf einen Davis-Cup-Einsatz Mitte Juli in der Ukraine verzichtet.

Übrigens war Österreichs Verband (ÖTV) punkto Olympia direkt nach den London-Spielen sehr ambitioniert. Der damalige Verbandspräsident Ronald Leitgeb hatte da unter dem Motto "ÖTV Goes Rio 2016" einen mit bis 100.000 Euro jährlich gefüllten Fördertopf für einen zehn-bis zwölfköpfigen Kader inklusive Thiem angekündigt.

Olympia sollte quasi Grand-Slam-Status bekommen. Das sieht zumindest Thiem nicht so.

Keine ÖTV-Spieler in Rio?

Österreich wird nach der Absage von Dominic Thiem damit bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro mit großer Wahrscheinlichkeit in beiden Einzelbewerben nicht vertreten sein. 2012 in London waren Jürgen Melzer und Tamira Paszek dabei.

Die Vorarlbergerin als aktuell beste ÖTV-Dame sowie Gerald Melzer als hinter Thiem nächstgereihter ÖTV-Herr rangieren aber klar außerhalb der Top 100.

Der Cut wird jedoch schon in gut drei Wochen am 6. Juni unmittelbar nach den French Open gezogen und wird in etwa bei Weltranglistenplatz 70 liegen. Gerald Melzer wie Paszek würden da schon ein herausragendes Abschneiden beim Paris-Grand-Slam brauchen, um da noch hineinzurutschen.

Schafft das Paszek nicht, wird es wie vor vier Jahren auch kein österreichisches Mixed-Doppel geben.

Dominic Thiem schlägt im Achtelfinale von Rom Roger Federer. Die besten Bilder:

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Hoffnungen ruhen auf Herren-Doppel

Da auch eine Qualifikation im Damen-Doppel illusorisch ist, bleibt nur noch das Herren-Doppel, um einen olympischen "Salto nullo" für Brasilien abzuwenden. In London hatten Jürgen Melzer und Alexander Peya gemeinsam gespielt.

Peya ist als Weltranglisten-20. der aktuell beste ÖTV-Doppelspieler. Neben ihm sind auch der Steirer Oliver Marach, der Vorarlberger Julian Knowle und auch Jürgen Melzer für Rio vorakkreditiert.

Letzterer ist zwar seit September außer Gefecht, setzt aber noch auf eine kleine Olympia-Hoffnung. Realistisch ist dies freilich nicht.

Koubek bereut Olympia-Verzicht

Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek hofft jedenfalls, dass es doch noch ÖTV-Teilnehmer am olympischen Tennisturnier gibt. Er wurde im Vorjahr zu Österreichs Olympia-Coach im Tennis bestellt, könnte die Spiele nun aber pikanterweise schon zum zweiten Mal verpassen.

Für die Spiele 2000 in Sydney wäre der Kärntner als Weltranglisten-38. qualifiziert gewesen, verzichtete aber. Ganz ähnlich also wie nun bei Thiem.

"Im Nachhinein bereue ich es, dass ich damals nicht gefahren bin", sagte Koubek der APA - Austria Presse Agentur. "Mir persönlich würde des taugen, noch eine Chance als Trainer zu bekommen. Mir würde es Spaß machen und ich könnte die Spieler dementsprechend pushen."


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