Bach kündigt Nachkontrollen der Sotschi-Proben an

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Der McLaren-Report über Doping-Praktiken in Russland hat noch ein Nachspiel. Das kündigt IOC-Präsident Thomas Bach bei der Bilanz-Pressekonferenz in Rio de Janeiro an.

"Sie können sicher sein, dass alle Dopingproben von allen russischen Athleten überprüft werden, und zwar auf Doping und auf Manipulation", erklärt der Deutsche.

Er kündigt harte Konsequenzen an: "Wir reden über Disqualifikation, die Neuverteilung von Medaillen, den Ausschluss von den Spielen, den Ausschluss von künftigen Olympischen Spielen."

Nach rechtfertigt Vorgehen

Die IOC-Führungsspitze um Bach steht in der Kritik, nach der Veröffentlichung des sogenannten McLaren-Berichts die russische Olympia-Mannschaft nicht von den Spielen in Rio ausgeschlossen zu haben.

Der unabhängige Ermittler Richard McLaren hatte für die Welt-Anti-Doping-Agentur Beweise zusammengetragen, dass russische Athleten mit staatlicher Hilfe bei den Winterspielen in ihrer Heimat betrogen hatten und die WADA empfahl dem IOC daraufhin den kompletten Ausschluss Russlands.

Einen Tag vor der Abschlussfeier zog Bach Bilanz und rechtfertigte erneut den Umgang mit dem russischen Doping-Skandal. Das IOC hatte einen Bann für die ganze Mannschaft Russlands abgelehnt und stattdessen eine Einzelfallprüfung vorgenommen. Jeder russische Athlet habe das Recht gehabt, seine Sauberkeit nachzuweisen, betonte Bach.

Bis auf die Leichtathleten, die vom Weltverband IAAF wegen nachgewiesenen systematischen Dopings mit einer Ausnahme ausgeschlossen waren, traten dann etwa 280 russische Sportler an.

Ausnahme für Stepanova "nicht angemessen"

Auch die anhaltende Kritik am IOC, die russische Doping-Kronzeugin Julia Stepanowa nicht in Rio starten zu lassen, wies Bach wieder zurück.

Eine Änderung der entsprechenden IOC-Statuten und eine Ausnahme für sie seien nach Ansicht der Ethikkommission "nicht angemessen" gewesen.

"Wir haben ihr Unterstützung angeboten", sagte Bach, auch was die Fortsetzung ihrer Karriere betreffe. Das IOC würdige den Beitrag der Informantin.

"Nicht verantwortlich für die Gefahren"

Stepanowa war selbst in das von ihr beschriebene systematische Dopingsystem verwickelt. Sie und ihr Mann Witali halten sich nach ihren Enthüllungen an einem unbekannten Ort auf.

Die Aussagen der 800-Meter-Läuferin hatten maßgeblich dazu beigetragen, dass Ermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur Beweise für die russischen Dopingpraktiken zusammentragen konnten. Auf Grundlage dieses sogenannten Pound-Berichts waren Russlands Leichtathleten in Rio ausgeschlossen worden.

Stepanowa hatte zuletzt mehrfach gesagt, sie habe Angst um ihr Leben. Dazu sagte Bach: "Wir sind nicht verantwortlich für die Gefahren, denen Frau Stepanowa ausgesetzt sein mag."

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